Samstag, 10. August 2013

Die Chronik der Unsterblichen: Der Gejagte - Wolfgang Hohlbein

Rezension zu ' Die Chronik der Unsterblichen: Der Gejagte' von Wolfgang Hohlbein



Erscheinungsjahr: 2004
Format: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 419
Verlag: vgs
ISBN-13: 978-3-802-53372-3
Preis: 22,90 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Andrej Delany und sein Wegbegleiter Abu Dun haben sich auf der Mittelmeerinsel Malta niedergelassen. Während Andrej in den Johanniterorden eintritt und als Kapitän zu Ruhm und Ehre gelangt, kümmert sich der auf der Insel misstrauisch betrachtete Abu Dun um die Witwe Julia und ihren Sohn Pedro. Als dann der Großmeister Jean Parisot de la Valette dem 'Chevalier' Andrej einen Spionageauftrag erteilt, macht sich Abu Dun mit auf den Weg nach Konstantinopel, wo der Sultan Suliman seine Truppen und Schiffe zusammen zieht. Den Kämpfern gelingt es tatsächlich, die Fracht- und Bestückungslisten zu bekommen und aus der Stadt zu flüchten, allerdings mit äußerst schlechten Nachrichten für Ritterorden und Malteser: die Aufwartung der Osmanen ist erdrückend riesig, die Bewaffnung beeindruckend! Auf den türkischen Angriff wartend bemerken die beiden Unsterblichen aber bald, dass ein weiterer Vampyr auf der Insel ist, welcher nicht nur nach dem Leben der beiden Gefährten trachtet, sondern es auch auf den Großmeister de la Valette abgesehen hat. Arbeitet dieser scheinbar übermächtige 'Dämon' für den Sultan? Für Andrej und Abu Dun beginnt ein Kampf an mehreren Fronten, welcher nicht gerade Siege verspricht ...

KOMMENTAR:
Der mittlerweile siebte Band in der 'Chronik der Unsterblichen' lässt den Leser den Blick nach Malta richten, wohin sich die beiden Hauptakteure hin verzogen haben. Geschickt hat es Autor Wolfgang Hohlbein geschafft, seine Fantasy-Story in die historische Begebenheit der 'Schlacht von Malta' einzubetten. Dies gibt wissbegierigen Lesern die Möglichkeit, sich nach Beenden des Romans ein wenig weiter zu informieren. Der Aufbau und der Umstand des Romans erinnert ein wenig an den fünften Band 'Die Wiederkehr'. Allerdings lässt die Insel Malta schon etwas mehr räumlichen Spielraum als einst die Stadt Wien. Allerdings jagen Abu Dun und Andrej auch hier hinter einem scheinbar übermächtigen Gegner her, der ihnen nur gelegentlich Angriffsfläche bietet. Etwas wenig dramatisch entpuppt sich dann die Lösung des Rätsels, hinter dem Andrej die ganze Zeit - und damit in allen bisherigen Bänden - her hechelt: das Geheimnis der Herkunft der Vampyre. Dafür bietet Hohlbein neue, wenn auch nicht bahnbrechende Perspektiven mit dem Blut der Unsterblichen. Von der nur leicht angeschnittenen Zeit, in der Andrej als Ordens-Kaptitän über das Meer jagte, hätte ich gerne mehr gelesen; vielleicht findet sich dies ja irgendwann mal in der Serie wieder. Der kurzweilige Roman bietet auf den letzten Seiten hochspannende Dramatik und Action, welche ich beachtlich fand und diesen Fantasy-Roman aufwertet. Trotz leichtem Plagiat-Verdacht steht er somit auf der gleichen Sprosse wie schon der erwähnte fünfte Band. Mit einem großen Fragezeichen schaut man allerdings nun in Richtung Folgeroman. Das 'ach so große' Rätsel ist Andrej ja nun bekannt - was wird also in Zukunft sein Antrieb sein?
8,5 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- siebtes Buch der Serie 'Die Chronik der Unsterblichen'
- Andrej erfährt die Herkunft der Vampyre
- mit dem Blut der Vampyre ist es möglich, Menschen in ebensolche zu verwandeln, wenn auch in einer schwächeren Variante
- Andrej und Abu Dun schaffen es zwar nicht, ihren namenlosen Gegner zu vernichten, aber sie fesseln ihn in Stahlketten und versenken ihn im Meer