Freitag, 23. August 2013

Kolyma - Tom Rob Smith

Rezension zu ' Kolyma' von Tom Rob Smith




Erscheinungsjahr: 2010 (Originalausgabe:2009)
Format: Taschenbuchausgabe
Seitenanzahl: 473
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3-442-47235-2
Preis: 9,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Als 1956 die Rede des Generalsekretärs Nikita Sergejewitsch Chruschtschow vom Parteitag, in der er die Taten von Stalin massivst verurteilt, in ganz Russland veröffentlicht wird, holt die Vergangenheit den mittlerweile im mehr oder minder geheimen Morddezenat arbeitenden Leo Demidow schnell wieder ein: wie viele ehemals Verurteilte hat es wohl auch Leos erster denuzierter Mann auf ihn abgesehen! Überrascht stellt er fest, dass es dessen Frau ist, welche nach Rache sinnt und schließlich Leos Ziehtochter entführt. Er soll aus den Tiefen von Sibieren ihren immer noch gefangen gehaltenen Mann Lasar befreien, wenn er Soja wieder haben möchte! Leo begibt sich in die Schnee- und Eishölle von Kolyma und damit vom Regen in die Traufe, denn die Tücken der eigentlich geheimen Rede haben sich auch bis in die Tiefen des Landes durchgewühlt und schreien nun auch dort in allen verurteilten Menschen nach Revolution. Somit gerät der ehemalige MGB-Agent zwischen die tödlichen Fronten ohne wirkliche Chancen auf ein Überleben ...

KOMMENTAR:
Da mir der erste Roman des Autors Tom Rob Smith und seinem 'Anti-Helden' Leo Demidow ganz gut gefallen hatte (siehe HIER), wollte ich schon wissen, wie dessen Leben weiter geht. In diesem Thriller geht es weniger um Mordfälle, sondern eher um den Wandel in der Geschichte der Sowjetunion. Smith hat die Geschehnisse um Leo und seine Familie wunderbar und einleuchtend in das Russland der Fünfziger Jahre eingebettet, jedoch nichts an der Härte und Kälte des Vorgängerbandes weggenommen. Das Buch besitzt eigentlich drei Abschnitte, welche die Handlung erst in Moskau, dann in Kolyma und schließlich in Budapest während dem ungarischen Volksaufstand spielen lässt. So können sich wirklich begeisterte Thriller- und Geschichtsleser an dem Buch erfreuen. Der 'Anti-Held' Leo gerät so nicht nur in Mordfälle, sondern auch in regelrechte Kriegsschauplätze und zeigt dem Leser auf gnadenlose Weise, wie in dieser Zeit die Menschen von der damaligen Regierung und allen Mächtigen als Spielball benutzt wurden. Das Finale des wirklich gut und flüssig zu lesenden Buches hat alleine durch die Geschichtsgeschehnisse seinen besonderen Reiz und lässt mich zu zweierlei Ergebnissen kommen: das Buch ist eine Steigerung zum Erstling ... und ich bin schon gespannt auf den dritten Band um Leo Demidow!
8,3 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- zweites Buch um den Geheimoffizier Leo Demidow
- Danksagung des Autors
- Hinweis auf weiterführende Lektüre