Freitag, 3. Januar 2014

Der Monstrumologe - Rick Yancey

Rezension zu ' Der Monstrumologe' von Rick Yancey



Erscheinungsjahr: 2010 (Original: 2009)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 411
Verlag: Bastei Luebbe
ISBN-13: 978-3-404-20667-4
Preis: 8,99 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Nach dem Tod seiner Eltern übernimmt der zwölfjährige Will Henry die Aufgaben seines Vaters als Assistent bei Dokor Pellinore Warthrop. Dieser hat einen eigenartigen Arbeitsbereich, denn er ist ein 'Monstrumologe'. So sieht der junge Waise schon Dinge, die manch Erwachsenen das Gruseln gelehrt hätten. Als es im Frühjahr 1888 eines Nachts an der Tür läutet und der Grabräuber Erasmus dem Doktor den Fund seines letzten Beutezuges überreicht, wird auch Henry mehr als mulmig. Eine junge Mädchenleiche wird von einem kopflosen Monster umklammert, welches seine Organe von Augen und Mund im Rumpf sitzen hat. Warthrop erkennt dies Wesen sofort und er muss direkt handeln, denn diese Menschenfresser tauchen eigentlich seltenst als Einzelgänger auf und ein ganzes Rudel kann dem kleinen Städtchen New Jerusalem sehr schnell gefährlich werden! Eine atemberaubende Jagd beginnt...

KOMMENTAR:
Der Autor Rick Yancey legt mit dem Buch 'Der Monstrumologe' ein rundes und wunderbares Werk vor. Die Erlebnisse des jungen Henry bei dem schrägen Doktor Warthrop sind dunkel und blutig, doch mit zunehmender Seitenzahl lernt der Leser mehr und mehr von dem Handwerk eines Monstrumologen und versteht das Handeln der Charaktere immer besser. Auch werden die Anthropophagen - also die Menschenfresser - so wissenschaftlich erklärt, als ob diese einst tatsächlich den Erdball bevölkerten. So passen die Geschehnisse prima in das auslaufende 19. Jahrhundert, in dem die Handlung des Buches spielt, welches übrigens mit schönen schwarz-weiß Illustrationen optisch aufgewertet wurde. Da einige Passagen echt nichts für weiche Gemüter sind muss ich sagen, dass 'Der Monstumologe' kein Jugendbuch ist, wie wohl stellenweise angegeben wird! Eine weitere Besonderheit stellen Prolog und Epilog da, die dem Buch ein wenig Realismus verschaffen, denn laut diesen hat Autor Yancey die Geschichte des Romans aus den Tagebüchern des verstorbenen Heimbewohners William Henry James. Bestätigen kann den Wahrheitsgehalt um diese Abenteuer mit den Menschenfressern zwar niemand - trotzdem ist es gut, dass Yancey für diesen Roman erst drei der dreizehn Tagebücher aufgebraucht hat. Wir werden also noch weitere Geschichten um Will Henry und Doktor Warthrop lesen dürfen - gut so, denn dieses Werk habe ich ziemlich anthropophagen-like verschlungen!
9,2 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- erster Band um den Monstrumologen
- enthält schwarz-weiß Illustrationen von Jürgen Speh