Montag, 6. April 2015

European Rugby Champions Cup 2014/15 Viertelfinale



Die Viertelfinal-Ergebnisse des European Rugby Champions Cup: 




Racing Metro 92 - Saracens 11:12

Ein recht zerfahrenes Spiel erlebten die Zuschauer im Stade Yves-Du-Manoir bei der Begegnung von Racing Metro 92 und den englischen Saracens. Beide Teams waren sehr erpicht darauf, in das Halbfinale vorzustoßen. Die ersten Punkte machten die Gäste per Straftritt von #10 Charlie Hodgson in der 6. Minute. Das Heimteam wurde erst effektiver, als #5 Jim Hamilton wegen einem Vergehen am offenen Gedränge die gelbe Karte sah. Kurz darauf nahm sich #9 Maxime Machenaud ein Herz und löste sich aus dem Paket nahe der Malzone und tauchte in diese zum Versuch ein. Die Erhöhung von #10 Jonathan Sexton ging daneben, doch das Heimteam führte nun 5: 3. Hodgson hatte in den letzten acht Minuten dreimal die Chance auf Punkte (32., 34., 40. Minute) von nahezu derselben Stelle auf dem Feld, da die Franzosen recht undiszipliniert spielten. Doch nur die bei auslaufender ersten Hälfte nutzte er zur knappen Führung für Saracens. In der zweiten Halbzeit versuchte sich nun #15 Alex Goode am Straftritt und konnte die Führung für die Engländer auf 9: 5 ausbauen. Racing Metro hatten ihre Chancen, doch verloren den Ball immer wieder in aussichtsreicher Position. So musste Machenaud per Straftritt die Punkte holen, was er in der 61. und zur Führung in der 71, Minute tat. Jetzt galt es für das Heimteam dieses 11: 9 die verbleibenden Minuten zu verteidigen. Und sie machten das gut - bis zu den letzten Sekunden, als sie nach einem Tackling sich nicht schnell genug vom Ball lösten und Schiedsrichter Nigel Owens dies bestrafte. #13 Marcelo Bosch war der Mann von Saracens für die langen Kicks, und dieser ging über 45 Meter. Doch Bosch behielt die Nerven und setzte den Ball zwischen die Stangen. Saracens schlägt die nach der Vorrunde an Eins gesetzten Racing Metro 92 mit 12:11...




Toulon - London Wasps 32:18

In der Begegnung zwischen Toulon und den London Wasps war die große Frage: Konnten die 'Wasps' überhaupt mit den starken Franzosen mithalten? Diese legten schon in der 5. Minute durch #13 Mathieu Bastareaud einen Versuch und #10 Frederic Michalak erhöhte diesen. Immerhin nutzen die Gäste ihre wenigen Chancen in der Frühphase und #10 Alex Lozowski konnte in der 13. Minute den Spielstand per Straftritt auf 3: 7 verkürzen. Doch nur vier Minuten später stellte Michalak den alten Abstand per Straftritt wieder her. Die Engländer wussten sich in der Abwehr nur durch Strafen zu helfen, so sah #15 Rob Miller in der 22. Minute die gelbe Karte, als er eine Art Notbremse zog. Michalak nutzte dies zum 13: 3. Aber auch in Unterzahl gab es für die Gäste noch einmal die Chance zum Straftritt und Lozowski verwandelte auch diesen. Bis zur Pause nahmen die Franzosen, was sie kriegen konnten und drei Straftritte von Michalak in der 28., 36. und 39. Minute ließ den Halbzeitstand auf 22: 6 hochschießen. Toulon wähnte sich allerdings schon zu siegessicher, doch die Londoner gaben nicht auf. In der 54. Minute passten sie dann schnell nach einer Gasse auf der linken Seite quer über das Feld nach rechts Außen, wo #14 William Helu ungehindert in die Malzone kam. Der eingewechselte #22 Andy Goode erhöhte zum 13:22. Dies gab nochmal einen kleinen Ruck durch das französische Team und Michalak legte in der 69. Minute nochmal einen Straftritt zum 25:13 drauf. Aber nur vier Minuten später fanden sich die 'Wasps' wieder vor der Malzone des Heimteams und durch ähnliche Spielweise wie zuvor war es abermals Helu, der in die Malzone gelang. Die Erhöhung saß diesmal allerdings nicht und der Spielstand war nun 18:25. Ziemlich verärgert zogen die Franzosen nochmal an und legten ebenfalls einen schnell herausgespielten Versuch durch #5 Ali Williams nach. Michalak besiegelte das Ergebnis mit seiner Erhöhung zum 32:18. Der Titelträger des letzten 'Heineken Cups' wahrt seine Chance auf den neu installierten 'Champions Cup'...




Clermont Auvergne - Northampton Saints 37: 5

Wenn man nach der perfekten Spielstrategie sucht, dann sollte man sich die Begegnung Clermont Auvergne gegen Northampton Saints im Stade Marcel-Michelin angeschaut haben. Das Heimteam ließ den englischen Gästen, die immerhin der amtierende Meister und Tabellenführer der Aviva Premiership sind, keinerlei Entfaltungsmöglichkeit. Stattdessen spielten nur die Mannen in Weiß. Nach einem frühen Straftritt durch #10 Brock James konnten sich die Franzosen mehr und mehr in der gegnerischen Hälfte festsetzen, bis sich dann #14 Noa Nakaitaci über die Mallinie tankte. Die Gäste sahen beim Tackling sehr schwach aus. Nach der Erhöhung von James zum 10: 0 dauerte es auch nicht lange, bis er einen weiteren Straftritt verwandelte, während sein Gegenüber #10 Steve Myler seine Chance vergab. Und Nakaitaci war dann in der 31. Minute nochmals in der Malzone wiederzufinden, als nach einem Befreiungskick der 'Saints' schnell konterten, das halbe Feld überwanden und Nakaitaci nach einem weiten Pass rechts Außen punktete. Und so spielte Clermont weiter, was dann zwei Minuten vor der Pause den Effekt hatte, dass #12 Wesley Fofana den Ball bekam und ungehindert in die Malzone spazieren konnte. Der Halbzeitstand von 27: 0 war schon sehr deutlich. Mit sieben Minuten in der zweiten Hälfte gespielt erhöhte James per Straftritt auf 30: 0 und als #15 Nick Abendanon in der 55 Minute zehn Meter vor der eigenen Malzone den Gästen den Ball stahl und umgehend in deren Endzone trug, war die Entscheidung gefallen. Die Franzosen lehnten sich nun etwas zurück und die Gäste konnten in der 67. Minute noch ihren Trost-Versuch in Gestalt von #17 Alex Waller legen. Doch mit dem 5:37 waren sie eindeutig geschlagen, während Clermont sich auf ein Heimspiel in der Halbfinal-Partie freuen darf!




Leinster Rugby - Bath Rugby 18:15

Eine spannende Partie lieferten sich das irische Leinster Rugby gegen das englische Team aus Bath. Die Gäste spielten von Anfang an ungehemmt auf, allerdings ohne Effekt. So war es doch die Heimmannschaft, die in Gestalt von #12 Ian Madigan per Straftritt die ersten Punkte auf die Anzeigetafel brachten. Sein Gegenüber #10 Georg Ford hingegen konnte in der 17. Minute den Ball nicht zwischen die Stangen schicken. Allerdings freuten sich die Gäste nur drei Minuten später umso mehr, als eben jener Ford einen langen Pass antäuschte, damit eine Lücke aufriss und ungehindert über 25 Meter in die Malzone sprinten konnte. Seine Erhöhung ging allerdings daneben. Leinster holte sich in der 25. Minute die Führung durch einen weiteren Straftritt von Madigan zurück und als der Bath-Spieler #15 Anthony Watson wegen eines Vergehens für zehn Minuten auf die Bank musste, nutzte Madigan dies zu zwei weiteren Penalty-Kicks in der 28. und 35. Minute. Nah an die Malzone der Gäste kam Leinster selten, aber Madigan hielt sich tadellos und als er eine Minute vor der Pause wieder zum Kick antrat, setzte er solide den 15: 5 Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte war das Spiel ein Kampf um jeden Meter, und die Chancen auf Punkte selten, da beide Abwehrreihen gut standen. So versuchte sich sogar #15 Rob Kearney an einem Drop Goal, welches aber daneben ging. Es war wieder Ford, der für die Gäste den entscheidenden Moment einleitete, als er in der 47. Minute erneut einen langen Pass antäuschte und so wieder eine Lücke aufriss. Als er dann fünf Meter vor der Mallinie gestoppt wurde, passte er den Ball nach innen auf den mitlaufenden #4 Stuart Hooper, der die letzten Meter überbrückte und den Versuch legte. Die einfachere Erhöhung gelang Ford und mit dem Stand von 12:15 war für die Gäste noch alles drin. In der 53. Minute konnte Madigan aber den Vorsprung wieder ausbauen. Bath mühte sich um einen weiteren Versuch, bis ihnen bewusst wurde, dass ja zwei Straftritte reichen, ein Unentschieden würde Bath weiterbringen, da sie im Gegensatz zum Heimteam zwei Versuche gelegt hatten! So versenkte Ford in der 74. Minute einen Straftritt zwischen die Stangen zum 15:18. Allerdings ließ die Abwehr von Leinster in den verbleibenden sechs Minuten keine Chance mehr zu und spielten diszipliniert das Ergebnis von 18:15 nach Hause...

Spannende Marcelo Boschs Straftritt in der Nachspielzeit zerstörte alle Träume von Racing Metro!
(photo: © planetrugby.com)

Somit stehen die Halbfinalpaarungen wie folgt fest:

Am 18.04. treten Clermont Auvergne  gegen Saracens im 'Stade Geoffroy-Guichard' in St. Etienne an und am 19.04. spielen Toulon im 'Stade Velodrome' (Marseille) gegen die Iren aus Leinster.