Dienstag, 25. August 2015

Das Mädchenopfer - James Oswald

Rezension zu 'Das Mädchenopfer' von James Oswald



Erscheinungsjahr: 2014 (Original: 2012)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 473
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3-442-48030-2
Preis: 9,99 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Trotz - oder gerade wegen - seiner frischen Beförderung zum Detective Inspector bekommt Anthony McLean nur die eher langweiligen Fälle zugeschoben, wie diesen, bei dem bei Bauarbeiten die mumifizierte Leiche eines jungen Mädchen entdeckt wurde - nach Funden diverser Innereien in symmetrisch zur Leiche ausgerichteten Wandnischen weist alles auf einen Ritualmord von vor über 50 Jahren hin. All zulange kann sich McLean mit seinen Kollegen DS Bob Laird und DC Stuart MacBride nicht damit befassen, denn aufgrund des öffentlichen Interesses müssen sie auf Anweisung von Chief Superintendent Jayne McIntyre den oberflächigen Chief Inspector Charles Duguid unterstützen, da der Mordfall von dem Investor Barnaby Smythe zuviel Aufsehen erregt. Allerdings findet sich durch den Selbstmord von dem Asylanten Jonathan Okolo schnell der Täter und CI Duguid lässt sich schon feiern. McLean zweifelt allerdings an einem abgeschlossenem Fall, was mit einem weiteren Mord an Buchan Stewart bestätigt wird, denn beiden Leichen wurden eigene Körperteile in den Mund gesteckt. Langsam eröffnen sich dem Detective Inspector Verbindungen zu seinem Ritualmord-Opfer, doch niemand mag davon etwas hören wollen - was nichts Gutes nach sich ziehen kann!

KOMMENTAR:
'Das Mädchenopfer' ist der erste Roman aus der Feder des schottischen Autors James Oswald. Nach einigen Versuchen in Online-Magazinen und auf der Fantasy-Welle surfend, wagte sich Oswald durch Anregung seines Mentors Stuart MacBride dem Kriminal-Genre zu und erschuf aus einer der veröffentlichten Kurzgeschichten um DI Anthony McLean diesen kompletten Roman. Durch den weitaus größeren Raum gibt der Autor seinen Charakteren und damit insbesondere der Hauptfigur Tony McLean jede Menge Tiefe, welche in den beiden Kurzgeschichten des zu Werbezwecken zeitgleich erschienen eBooks 'Das Böse im Verborgenen' (Rezension siehe HIER), noch vollkommen vermisst wurde. McLean hat nun eine Vergangenheit, Empfindungen und vor allem Meinungen. Das macht die Figur um vieles sympathischer. Natürlich bekommen auch die anderen Charaktere um den Detective Inspector nun mehr Background und auch die Huldigung an seinen Mentor in Gestalt des DC Stuart MacBride bleibt dem Leser weiterhin erhalten. Nicht lösen konnte Oswald sich von seiner phantastischen Neigung und lässt dem Roman etwas dämonisches einfließen. Ich fürchte, das wird einige Thriller-Puristen abschrecken, finde es persönlich aber ganz okay. Dieser Einfluss passt in diese Handlung, da Ritualmorde ja schon immer etwas von Glauben, Aberglauben und Beschwörungen haben. Sehr gelungen ist der Aufbau des Romans; es macht Spaß, mit Oswalds Schützling die anfangs scheinbar gar nicht passenden Puzzle-Teilchen zusammen zu setzen. Und auf eine spannende Art und Weise wird am Ende das Bild perfekt. 'Das Mädchenopfer' ist ein gutes Debüt, was zwar schon einige Querverweise zu Stuart MacBrides' Romane besitzt, aber die Charaktere hier doch etwas bodenständiger und sittsamer wirken. Beides hat seine Reize und somit seine Daseinsberechtigung. In diese Richtung kann weitergemacht werden...
8 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- erstes Buch um Detective Inspector Anthony McLean
- Danksagung des Autors
- Erklärung zum Einführungskapitel
- Das ursprüngliche Kapitel 1