Mittwoch, 2. September 2015

ENTSTAUBT ... im ... AUGUST

...Die 'ENTSTAUBT'-Rubrik ist ein Tribut an Alben, 
die mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben...


THE CLASH - The Clash



Im Sommer höre ich am liebsten guten, alten Punk. Wieso das? Nun, irgendwie gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen der Jahreszeit und der Mucke zu dieser Lebenseinstellung. Grundsätzlich geht es um die Freiheit und Unbeschwertheit, welche dir die Sommerferien vermitteln und welche sich die einstigen Punks ersehnten. Dass eine Anarchie weniger unbeschwert würde, lassen wir mal dahingestellt - und auch die Sommerferien sind nicht ewig. So habe ich mir den ungeschliffenen Rohdiamanten von THE CLASH aus dem Regal gezogen. Das selbstbetitelte Album aus dem Jahre 1977 strotzt mit seinen vierzehn Tracks nur vor eben jenen Attitüden. Textlich total sozial-kritisch gegen England und deren Regierung wie in Londons' Burning; das Machtbestreben der Vereinigten Staaten wie in I'm So Bored With The U.S.A.; sowie allem anderen, was nicht gefiel; vorzugsweise natürlich dem Krieg, wie in Hate & War unschwer zu vernehmen ist, ballern die Jungs um Gitarrist und Sänger Joe Strummer kurz und knackig die Songs herunter. Dabei gelingt es ihnen großteils sogar, den Songs eine Melodie einzuhauchen, was sie so auch für die Plattenbosse interessant machte und die Menschen begeisterte. Beste Beispiele sind hierfür Remote Control oder Career Opportunities. Ansonsten droschen die Briten klassische Punk-Songs zum Mitgröhlen herunter. What's My Name oder White Riot wurden Vorbilder für Hunderte von Punkbands. THE CLASH zeigten mit dem letzten Song Garage Land, wie man dies alles unter einen Hut bekam und so recht salonfähig wurde. Ich denke, einer der größten Verdienste der Band war es unter anderem, wilderen Rock 'n' Roll oder halt Punk genannt mit der Unbefangenheit des Reggae zu vermengen. Sie coverten den gerade ein Jahr alten Song von JUNIOR MURVIN, einem bekannten Reggae-Musiker, und verpassten ihm ein flotteres, raueres Gewand - das Ganze wurde dann in einen über sechs Minuten langen Track gepackt. Somit entstand mit Police & Thieves ein musikalischer Meilenstein, dem viele Bands folgten. Ein Parade-Album für ungeschliffenen und spannenden Punk - ideal für Sommertage eben...

Erscheinungsdatum: 1977
Format: CD, LP, MC
Label: CBS
Tracklist:
  1. Janie Jones
  2. Remote Control
  3. I'm So Bored With The U.S.A
  4. White Riot
  5. Hate & War
  6. What's My Name
  7. Deny
  8. Londons' Burning
  9. Career Opportunities
  10. Cheat
  11. Protex Blue
  12. Police & Thieves
  13. 48 Hours
  14. Garage Land
Caaceeeeeeeeeer ... Caaceeeeeeeeeer