Montag, 5. Oktober 2015

Der erste Tropfen Blut - Stuart MacBride

Rezension zu 'Der erste Tropfen Blut' von Stuart MacBride



Erscheinungsjahr: 2008 (Original: 2007)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 508
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3-442-46574-3
Preis: 8,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Als PC Jackie Watson den mutmaßlichen Vergewaltiger in sechs Fällen stellt, glaubt die Grampian Police, einen riesigen Fang gemacht zu haben. Allerdings stellt sich heraus, dass dieser Rob Macintyre ist, der Star des Fußballvereins FC Aberdeen. Der gewiefte Anwalt Sandy Moir-Farquharson vertritt dessen Rechte und als dann DC Logan McRae mit seiner Vorgesetzten DI Roberta Steel während der Fahndung nach dem Mörder eines unbekannten Opfers, das vor dem städtischen Krankenhaus abgelegt wurde, bei einem registrierten Exhibitionisten den Schlüpfer eines Opfers findet, lässt Sandy, die 'Schlange' die Polizei in der Öffentlichkeit dumm da stehen. Somit ensteht ein großer interner Zwist zwischen DI Steel und DI Insch. Logan versucht es - scheinbar aussichtslos - beiden Vorgesetzten recht zu machen, und müht sich diesen als auch den Fall des unbekannten Opfers zu klären, als der Fußball-Star übelst zusammengeschlagen wird. Logan verdächtigt seine Freundin Jackie, da diese zum fraglichen Zeitraum außer Haus war und ihre Sachen nach ihrer Heimkehr äußerst gründlich reinigte. Immer mehr sitzt der Detective Constable zwischen den Stühlen und weiß nicht, wie lange er diesen Spagat noch ausüben kann. Soll er seine Freundin verpfeifen oder ordentlich seiner Arbeit nachgehen?

KOMMENTAR:
Mit 'Der erste Tropfen Blut' geht die Serie von Autor Stuart MacBride um seinen Detective Logan McRae schon in die dritte Runde. Die Hauptcharaktere sind dem Leser der Reihe nun bestens vertraut und kommen problemlos in der Materie zurecht. Das sollte aber für Neueinsteiger auch kein Problem sein, denn diese Materie, die Hauptfälle des Romans, sind in deren Handlung recht einfach gestrickt, was nicht bedeutet, dass MacBride sie nicht spannend und fesselnd aufbereitet. Hierzu schickt er seine Hauptfiguren sogar in die Sado/Maso-Szene, was automatisch für einige Anekdoten sorgt. Wie auch schon in den vorherigen McRae-Büchern ist die Gangart der Polizei etwas überraschend ruppig, was allerdings auch seinen Anreiz hat, denn niemand wird wirklich einen Krimi oder Thriller im deutschen Bürokraten-Schreibstil lesen wollen, oder? Was die meisten Leser fesselt, ist aber der gewisse Touch einer 'Daily Soap', so einer täglichen Endlos-Serie, die gerne in die Tiefe der Bindungen, Verhältnisse und Bedürfnisse der Hauptcharaktere hineinblickt und diese immer wieder neu verwebt. Und genau das zieht MacBride in seinen Büchern auch durch. Trotz des leichten Negativ-Images solcher 'Soaps' meine ich das hier keinesfalls abwertend; auch ich möchte nun wissen, wie es zum Beispiel mit der Beziehung von Logan und Jackie weiter geht oder ob Isobel ihre berufliche Auszeit überstehen wird ... aber ich will nicht zuviel verraten. Stuart MacBride ist im Begriff, sich eine eigene Nische in diesem Sektor zu schaffen und das garantiert doch mindestens weiteren guten Lesestoff...
8 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- drittes Buch um Detective Sergeant Logan McRae
- Danksagung des Autors