Donnerstag, 5. November 2015

Rugby World Cup 2015 Viertelfinale


Die Ergebnisse des Viertelfinales vom 'Rugby World Cups'...





Südafrika - Wales 23:19

Ein wahnsinnig schnelles und intensives Spiel lieferten sich Südafrika und Wales im Twickenham Stadium in London. Von Beginn an versuchten beide Mannschaften, durch Schüsse Feldvorteile oder Fehler der Gegner zu erreichen. Diese gab es dann auch oft und so konnte #10 Handre Pollard durch Straftritte in der 9. und 13. Minute die Südafrikaner mit 6: 0 in Führung bringen. Es ging dann punktemäßig Schlag auf Schlag. In der 15. Minute zahlten die 'Springboks' für ihre Fehler den ersten Straftritt durch #10 Dan Biggar zum 3: 6, im Gegenangriff konnte Pollard die Führung wieder auf sechs Punkte ausbauen, doch schon beim Wiederankick war dies schnell Geschichte. Biggar nahm den Ball auf, schoss ihn bis nahe an die 22 der Gegner, konnte diesen dort selber erobern und passte nach zehn Metern während des Tacklings zum mitlaufenden #9 Gareth Davis, der den Ball ins Malfeld brachte. Biggar erhöhte zur erstmaligen Führung von 10: 9. Durch ein Fehlverhalten beim Wiederankick gab es direkt wieder ein Straftritt für Südafrika, mit dem Pollard die Führung zurück holte. Die Waliser hatten in der letzten Minute die Chance auf die Führung, doch diesmal verzog Biggar. Allerdings machte er noch in der auslaufenden ersten Hälfte dies wieder gut, als Wales nach einem Gedränge nochmals den Ball bekam, Biggar per Drop Kick den Ball zwischen die Stangen drückte und Wales so mit 13:12 in die Pause ging. Pollard nahm eine gewisse Nervosität mit in die zweite Hälfte, denn er verschoss einen machbaren Straftritt in der 43. Minute. Sein Gegenüber Biggar hingegen baute vier Minuten später die Führung auf 16:12 aus. An dessen Leistung zog sich Pollard nun hoch und legte in der 52. Minute nach zwei längeren Phasen der Südafrikaner ein Drop Goal nach. Allerdings konnte er in der 56. Minute nach einem Abseits der Waliser wieder einen machbaren Straftritt nicht verwandeln. Immerhin waren die Gegner undiszipliniert genug, um Pollard in der 62. Minute eine weitere Chance zu geben. Diese nutzte er zur 18:16 Führung. Diese hielt allerdings nur zwei Minuten, da nach einem Vergehen gegen das Paket der Waliser Biggar das 19:18 schoss. Südafrika drückte nun immer stärker, doch die Abwehr der Waliser hielt. Es bedurfte schon eines Genie-Streichs von #8 Duane Vermeulen und #9 Fourie du Preez, um sich den Einzug von Südafrika in das Halbfinale zu sichern: nach einem Gedränge innerhalb der 22-Meter-Linie nahm Vermeulen den Ball auf und stürmte in die kurze Seite des Feldes, wo er alle Abwehrspieler auf sich zog und dann den Ball hinter dem Rücken zu du Preez pitchte, der in die frei Ecke der Malzone hechtete. Zwar ging die Erhöhung daneben, doch Wales erholte sich nicht mehr von diesem Versuch und musste sich schließlich mit 19:23 geschlagen geben sowie sich aus dem Turnier verabschieden. Südafrika hingegen darf sich auf das Halbfinale vorbereiten...




Neuseeland - Frankreich 62:13

Die Neuauflage des Endspiels von 2011 wurde im Millenium Stadium von Cardiff ausgetragen. Neuseeland spielte von Beginn an wie auf Speed, während die Franzosen lediglich auf das Abwehren konzentrierten. Dass es nur zu einem Straftritt der 'All Blacks' in der 7. Minute durch #10 Daniel Carter reichte, und - obwohl nicht einmal im gegnerischen Territorium gewesen - durch einen über fünfzig Meter langen Straftritt von #15 Scott Spedding gar zum 3: 3 ausgleichen konnte, war das Ergebnis der Abwehrarbeit. Doch nur kurz darauf kam es, wie es kommen musste: ständig unter Druck setzte #10 Frederic Michalak zum Befreiungskick an, den #4 Brodie Retallick blockte, den Ball auffangen und in das Malfeld tragen konnte. Carter erhöhte zum 10: 3. #9 Morgan Parra verkürzte zwar drei Minuten später durch einen Straftritt, doch zwei weitere Minuten darauf ging sein Kick daneben. Carter versuchte sich dann an einem Drop Goal, was aber misslang. Weniger tragisch, denn sobald die 'All Blacks' wieder den Ball hatten, fand der junge #14 Nehe Milner-Skudder nach einigen Pässen eine Lücke in den Abwehrreihen der Franzosen und stürmte unaufhaltsam in das Malfeld. Carter erhöhte zum 17: 6. Nur kurz darauf gelang dies #11 Julian Savea auf der anderen Seite, als er mit einem beeindruckenden Rückhand-Paß von Carter angespielt wurde. Nach der gelungenen Erhöhung von Carter stand es 24: 6 und Frankreich musste etwas machen. Und tatsächlich arbeiteten sie sich an das gegnerische Malfeld, in das schließlich #8 Louis Picamoles hinein tauchte. Parra erzielte das 13:24. Die darauffolgende Antwort der Neuseeländer entschied schließlich das Spiel: nach einem Befreiungskick eroberten die 'All Blacks' den Ball wieder, #9 Conrad Smith passte weit raus zu Retallick, der den Ball direkt an Savea weiter gab. Dieser warf auf dem Weg in das Malfeld drei Abwehrspieler der Franzosen einfach um - unaufhaltsame Titelverteidiger! Die Erhöhung ging daneben, doch es ging mit 29:13 in die Pause. 'Les Bleus' war gebrochen, sie versucht in der zweiten Hälfte weiter mitzuspielen, doch mit jedem Versuch wurde die Abwehr geringer. Und davon legte Neuseeland noch fünf Stück. Zuerst war es #6 Jerome Kaino, der in der 50. Minute nach schnellem Angriffsspiel das Malfeld fand. Nach Ballverlust und schnellem Konter machte Savea in der 59. Minute seinen Hattrick perfekt. Carters Erhöhung war schon das 41:13. in der 65. Minute war #8 Kieran Reed an der Reihe, zwei Minuten später gelangte der eingewechselte #21 Tawera Kerr-Barlow in das Malfeld und er schloss die Punkteflut in der 71. Minute dann auch ab. Neuseeland gewinnt überwältigend mit 62:13 und zeigt an, dass der Titel nicht so einfach abgegeben wird!



Irland - Argentinien 20:43

Die vielleicht größte Überraschung des Viertelfinales war der deutliche Sieg von Argentinien über Irland. Von Beginn an drängten die Argentinier in die Spielhälfte der Iren, teils durch Kicks, teils durch schnelle Ballübergaben. So kreierten sie in der 3. Minute ein Überzahlspiel an der rechten Außenseite, an der #13 Matias Moroni in das Malfeld stürmte. #10 Nicolas Sanchez zeigte sich bei der schweren Erhöhung souverän und stellte die 7: 0 Führung her. In der 10. Minute überraschte #14 Santiago Cordero die irische Abwehr bei einem schnellen Angriff mit einem Kick in Richtung Malfeld. #11 Juan Imhoff lief am schnellsten hinterher und konnte den Ball Zentimeter vor Ende des Malfeldes zu Boden drücken. 14: 0 führten die 'Pumas' plötzlich in Sanchez legte drei Minuten später auch noch drei weitere Punkte per Straftritt drauf. Er wagte kurz darauf sogar noch ein Drop Goal, welches aber misslang. Irland mühte sich nun sehr, doch erst als Argentinien wegen eines späten Angriffs von #3 Ramiro Herrera in Unterzahl war, konnte #10 Ian Madigan die ersten drei Punkte erzielen. Und sie nutzten das Überzahlspiel in der 26. Minute nochmals, als der schon früh eingewechselte #23 Luke Fitzgerald zu einem Sprint ansetzte, der erst im Malfeld endete. Madigan erhöhte zum 10:20, was auch schon den Halbzeitstand darstellte, da er sieben Minuten vor der Pause einen machbaren Straftritt nicht zwischen die Stangen setzen konnte. Irland rief in der zweiten Hälfte nochmal alle Kräfte ab und Fitzgerald war es wieder, der in der 45. Minute durch Argentiniens Abwehr brach und den Ball beim Tackle zu dem mitlaufenden #6 Jordie Murphy passte, der unter den Malstangen zum Versuch hechtete. Madigan erhöhte und Irland war mit 17:20 wieder im Spiel. Die 'Pumas' antworteten mit einem Straftritt in der 51. Minute, den Madigan aber 120 Sekunden später egalisieren konnte. Das Spiel war in der Phase hart umkämpft. Sanchez konnte seine Farben in der 64. Minute per Straftritt zum 26:20 etwas absetzen, aber erst als durch einen Angriff mit schnellen, kurzen Pässen plötzlich #15 Joaquín Tuculet eine kleine Lücke fand und den Ball aus der Drehung heraus auf den Boden des Malfeld drücken konnte sowie Sanchez die schwere Erhöhung zum 33:20 verwandelte, sahen die Argentinier ihr Ziel greifbar vor Augen. Imhoff machte in der 73. Minute mit einem Versuch nach einem weiteren Durchbruch den Sack zu und Sanchez legte neben der Erhöhung in der 77. Minute einen Straftritt zum Endstand von 43:20 drauf. Die 'Pumas' ziehen zum zweiten Mal in das Halbfinale eines World Cups ein, was den Iren weiter verwehrt blieb!



Australien - Schottland 35:34

Nachdem alle Teams der nördlichen Hemisphäre rausgeschossen wurden, lag es an den Schotten, deren Ehre zu wahren. Die ersten Minuten schenkten sich beide Teams nichts und es musste schon ein Patzer her, damit ein Team in einen Vorteil geriet. Und es war #11 Mark Bennett, der einen Tackle an dem Australier #13 Tevita Kuridrani verpasste, dieser so durch die Abwehr brach und im rechten Zeitpunkt den Ball zu #14 Adam Ashley-Cooper passte. Der konnte in der 9. Minute ungehindert in das Malfeld tauchen. #10 Bernard Foley verzog die Erhöhung, trotzdem führte Australien erstmal 5: 0. Schottland kam in der 14. Minute durch ein Straftritt von #9 Greig Laidlaw auf die Anzeigetafel. Dies beflügelte die Nordeuropäer dermaßen, dass sie nach einigen Phasen in der 18. Minute sogar durch einen Versuch von #12 Peter Horne in Führung gingen, als dieser nach einem Tackle die Riesenlücke am Kontaktpunkt sah, da jeder der 'Wallabies' auf den Pass von Laidlaw wartete. Horne legte recht mittig ab, dass Laidlaw bei der Erhöhung keine Probleme hatte und das 10: 5 markiere. Nur zwei Minuten später erhöhte der Kicker den Spielstand sogar auf 13: 5. Australien war nun gefordert und konnte in der 30. Minute nach mehreren Phasen in der schottischen 22 links Außen eine Überzahl kreieren, die #11 Drew Mitchell nutzte. Wieder konnte Foley die Erhöhung nicht zwischen die Stangen setzten, doch Australien war mit 10:13 wieder heran gekommen. Laidlaw baute die Führung in der 34. Minute wieder per Straftritt aus, doch Australien legte noch vor der Pause den dritten Versuch, als das Team nach einer Gasse ein kräftiges Paket bis in das Malfeld wuchten konnte. Foley konnte wieder die Erhöhung nicht verwerten, aber Australien war zur Halbzeit mit 15:16 auf einen Punkt heran. Die zweite Hälfte fing äußerst ungünstig für die Schotten an, da #13 Sean Maitland schon nach zwei Minuten die gelbe Karte sah, weil er angeblich absichtlich einen Ball niedergeschlagen hatte. Australien nutzte diese Chance und wie vor der Pause marschierten sie mit einem wuchtigen Paket in das Malfeld. Wieder war es Mitchell, der den Versuch legte und Foley zeigte sich nun auch gefestigter - 22:15 für die Australier. Laidlaw konnte in der 47. Minute per Straftritt wieder auf 19:22 anschließen. Allerdings egalisierte Foley diesen Straftritt sechs Minuten später nach einem Abseits-Spiel der Schotten. Das Spiel blieb auch zwanzig Minuten vor dem Ende eng, als #11 Tommy Seymour das Twickenham Stadium aus den Sitzen riss, als er den schnellen Pass von #10 Finn Russell annahm, der einen Kick der 'Wallabies' blocken konnte. Laidlaw konnte die Erhöhung nicht verwandeln, aber das Ergebnis war wieder auf einen Punkt geschmolzen. Australien baute in der 64. Minute die Führung wieder aus, als Kuridrani sich nach einigen Attacken aus zwei Metern über die Mallinie tankte. Foley war nun im Spiel und erhöhte auf 32:24. Schottland musste sich nun etwas strecken. Immerhin gab es zehn Minuten vor dem Ende einen weiteren Straftritt, mit dem Laidlaw den Spielstand auf 27:32 verkürzte. Das kleine Wunder geschah in der 74. Minute, als Bennett seinen Patzer aus der ersten Halbzeit wieder mehr als gut machte. Er fing einen Pass der Australier ab, die tief in der eigenen Hälfte spielen wollten - und so fast alles verloren, denn Laidlaws Erhöhung war die 34:32 Führung der Schotten. Der leichte Regen, der anfangs der zweiten Hälfte begonnen hatte, wurde nun immer stärker. dies sollte in der letzten Spielminute mit die Entscheidung bringen. Nach einem Vorball der Schotten bei einer unkontrollierten Gasse warf sich der eingewechselte #18 Jon Welsh auf den Ball, was Abseits war. Schiedsrichter Craig Joubert erkannte darin einen Straftritt - was falsch, aber nun mal eine Tatsachenentscheidung war. Damit waren die Würfel gefallen, da der Straftritt nahe der Malstangen war. Foley verwandelte und schickte Australien mit dem 35:34 in das Halbfinale ... und den letzten Vertreter der nördlichen Hemisphäre nach Hause...


Auch David Denton musste für jeden Ballgewinn hoch hinaus...
(photo: ©scottishrugby.org)


Somit ergeben sich folgende Halbfinal-Begegnungen, welche am 24. & 25. Oktober ausgespielt werden...

Südafrika - Neuseeland
Argentinien - Australien