Freitag, 18. Dezember 2015

Blinde Zeugen - Stuart MacBride

Rezension zu 'Blinde Zeugen' von Stuart MacBride



Erscheinungsjahr: 2012 (Original: 2009)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 621
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3-442-47785-2
Preis: 9,99 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Mit dem neuem Vorgesetzten DCI Finnie muss sich Detective Sergeant Logan McRae nicht großartige vom Vorgänger umstellen, ist dieser zwar weniger aufbrausend, dafür umso fordernder in Sachen Arbeitserledigung. So muss Logan in dem Fall 'Ödipus' allen Diensteifer aufbringen, was den Vorgesetzten trotzdem nicht befriedigt, denn immer wieder werden in Aberdeen polnischen Landsleuten die Augen ausgebrannt, gefolgt von einem klassisch aus Zeitungsartikeln zusammengestellten Drohbrief und warnenden Anrufen, in denen davon geredet wird, dass die Pflicht getan werden muss und Schottland von dieser Einwanderungsplage aus dem Osten Europas befreit werden soll. So will der Täter diese allesamt 'blenden'. Eigenartigerweise ist das siebte Opfer Simon MacLeod, ein Clans-Führer in der nördlichen Stadt in Schottland, der in Sachen Drogenverkauf und anderen Verbrechen ganz vorne steht. Wie konnte dieser auch zu einem Opfer werden? Ist hier ein Drogenkrieg im Gange, bei dem polnische Dealer den Markt von Aberdeen erobern wollen? McRae und seine andere Vorgesetzte DI Roberta Steel versuchen Licht in das Dunkel zu bringen, was dem DCI Finnie überhaupt nicht gefällt, agieren die beiden in seinen Augen doch wie dilettantische Dorfpolizisten...

KOMMENTAR:
Ich muss zugeben, dass ich ein wenig besorgt mit dem fünften Band um die Hauptfigur DS Logan McRae zu Lesen begonnen hatte, da ich nicht wusste, ob Autor Stuart MacBride es wie in dem Vorgängerband 'Blut und Knochen' an Beleidigungen und Provokationen innerhalb McRaes Kollegium wieder weit übertreiben würde. Doch schon nach einigen Seiten war klar: nein, der Roman 'Blinde Zeugen' läuft wieder in vertraute Bahnen. Klar ist der neue Vorgesetzte hart und fordernd, aber so ist nun auch jedermanns Alltag, auch wenn MacBride dies etwas auf die Spitze treibt – allerdings in erträglichem Maße. Der Fall mit den geblendeten Opfern ist düster und hart zugleich, so das auch Freunde des in meinen Augen knallharten Vorgängerbands nicht nörgeln sollten. Eine besondere Würze verleiht Logans Reise nach Polen dem Thriller - Charaktere wie Lesern tat dieser Tapetenwechsel sehr gut. Dazu wurde diese actiongeladen, was der Autor eigentlich eher dosiert anbringt. Durchgehend ist dies auch bei den Auftritten von DI Steel so, die Figur wird mit jedem Roman interessanter. Steels Kommentare sind einfach herrlich. Gedanken muss man sich allerdings um Logan machen, ihn scheint der Beruf, seine Beziehung und das ganze Drumherum so langsam zu entgleiten - ein frustrierter, zweifelnder Detective Sergeant hält den Leser bei der Stange, so wird er gespannt auf den nächsten McRae-Roman warten - ich mache es auf jeden Fall!
7,8 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- fünftes Buch um Detective Sergeant Logan McRae
- Danksagung des Autors
- Leseprobe zu 'Knochensplitter'