Mittwoch, 9. Dezember 2015

Blut und Knochen - Stuart MacBride

Rezension zu 'Blut und Knochen' von Stuart MacBride



Erscheinungsjahr: 2009 (Original: 2008)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 541
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3-442-47029-7
Preis: 8,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Als im Aberdeener Hafen auf einem Zulieferschiff für die Bohrinseln der Nordsee Stücke von Menschenfleisch gefunden werden, denken alle Polizisten an die Rückkehr von Ken Wiseman, dem 'Fleischer', welcher vor zwanzig Jahren das gesamte britische Königreich in Schrecken und Angst versetzte. bis er verhaftet wurde. Allerdings kam er wegen einem formalen Fehler wieder auf freien Fuß. Das Verschwinden des Ehepaares Inglis und die Attacke auf das Ehepaar Leith, bei der Ehemann William schwer verletzt wurde, er aber den 'Fleischer' in seiner Margaret-Thatcher-Maske erkannt zu haben glaubt und seine Frau in der Küche zerstückelt wurde, scheint den Verdacht auf die 'Fleischer'-Rückkehr zu bestätigen. Als sich Wiseman, welcher mittlerweile flüchtig ist, bei der BBC meldet, um seine Meinung kundzutun, beginnt eine Hetzjagd auf den Mörder, von dem aber niemand weiß, ob er es tatsächlich ist...

KOMMENTAR:
'Blut und Knochen' heißt der vierte Roman um Detective Logan McRae aus der Feder von Autor Stuart MacBride, und das nicht zu Unrecht - beides ist hier auf über fünfhundert Seiten Programm. Leider muss ich sagen, dass ich mich mit diesem Werk sehr schwer getan habe. Das hat mehrere Gründe, auf die ich gleich eingehe. Gut gefallen hat mir natürlich, das MacBride im gleichen Stil weiter agiert hat und man den Roman somit sehr flüssig lesen konnte. Dies ist natürlich auch ein Verdienst von dem Übersetzer Andreas Jäger, der alle Werke von dem schottischen Autor übersetzt hat und mit dessen Art und Weise des Schreibens vertraut ist. Die Charaktere sind so dem Stammleser sehr nahe und er fühlt sich direkt wieder unter den Kollegen um DS Logan McRae wohl. Allerdings – und hier startet meine Kritik – sind diese noch verbissener und jähzorniger untereinander und gehen sich wirklich derbe an, dass es nun wirklich weit über dem Grenzmaß an Beleidigungen im Umgangston ist. Es wirkt hier mehr als überzogen und aufgesetzt. Da hatte der Autor in den bisherigen Büchern die Obergrenze gefunden gehabt, hier aber noch einen dicken Batzen draufgelegt. Das Thema um den 'Fleischer' an sich sagte mir persönlich nicht zu; die Art von Gewalt und Zerstückelung wirkte schon recht abstoßend - und ich bin eigentlich im Grusel/Horror Genre groß geworden. Ich weiß nicht, ob es gerade daran lag, dass ich manches mal als Leser glaubte, nicht richtig mitgenommen zu werden und irgendwie meinte, dem Handlungsfaden hinterher zu hängen. Trotzdem hielt mich MacBride an der Stange, und dies geschah, als das tragische Schikasal um DI Insch begann, der bis dato auf den vorherigen Seiten bei mir durch eine absolut überzogene Handlungsweise und Provokation an Bonuspunkten verloren hatte. Doch dann musste ich arg mit ihm fühlen – mehr möchte ich hier aber nicht verraten. Von diesen Seiten an war der Roman auch wieder für mich thematisch nachvollziehbar und ich folgte dem Werk bis zum Ende. Dieses und der Epilog ließ mich aber wieder mit vielen Fragezeichen zurück und ganz allein gelassen. Ich verstehe irgendwie nicht, wie es der Autor meinte. Hier bleibt nur zu hoffen, dass in dem nächsten Roman um Detective Sergeant McRae hier noch einiges geklärt wird … vermutlich wird dieses Thema um den 'Fleischer' aber erst in einem späteren Roman nochmal aufgerollt. Wir Leser werden sehen...
6,7 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- viertes Buch um Detective Sergeant Logan McRae
- die Handlung wurde mit bezüglichen Zeitungsausschnitten ergänzt
- Anmerkung des Autors
- Danksagung des Autors