Sonntag, 7. Februar 2016

Six Nations 2016 Week 1


1. Spieltag 2016




Frankreich - Italien 23:21 

Im Eröffnungsspiel der diesjährigen 'Six Nations' kamen die Gäste der Begegnung Frankreich und Italien anfangs besser zurecht. Der Lohn war in der 8. Minute ein überraschendes Drop Goal von #9 Carlo Canna zum 3: 0. Erst dann schienen die Franzosen auch im Spiel und kamen auch mal tiefer in die gegnerische Hälfte. Es dauerte nicht lange und das Heimteam konnte in Gestalt von #11 Virini Vakawara den ersten Versuch legen, nachdem sie die Abwehr auseinander gezogen hatten und Vakawara mit einem Sidestep auf der linken Aussenseite den letzten Mann aussteigen lies. #9 Sebastian Bezy verzog die Erhöhung, nachdem er zwei Minuten zuvor einen einfachen Straftritt nach einem Vergehen der Italiener im Gassespiel neben die Stangen schoss. Die Teams spielten nun auf gleichem Level, doch wieder machten die Gäste die nächsten Punkte. Nach einem Einwurf in der 26. Minute konnten die Südeuropäer ein starkes Paket bilden und #8 Sergio Parisse legte den Ball in der gegnerischen Malzone ab. Doch auch Canna war nicht mehr treffsicher und verschoss die Erhöhung. Frankreich konnte sich die Führung in der 33. Minute zurück holen, als sie eine Strafe schnell ausführten und durch schnelle Pässe nach außen die Verwirrung der italienischen Abwehr ausnutzten. #7 Damien Chouly drang schließlich in das Malfeld ein. Bezy war bei der Erhöhung erneut glücklos. Das 10: 8 war auch der Halbzeitstand, obwohl Italien noch einen Straftritt hatte, den Canna allerdings vergab. Sekunden vor der Pause kamen sie nochmals dem Malfeld nahe, doch der Ball fiel nach vorne. Dieses Momentum nahmen die Gäste aber in die zweiten vierzig Minuten mit und Canna erzielte in der 44. Minute erst die Punkte eines Straftritts und legte dann nur zwei Minuten später einen Versuch, als Parisse durch die Abwehrreihen brach, kurz vor der Mallinie aufgehalten wurde und nach kurzen Pässen Canna eben die Lücke in der unorganisierten Abwehr der Franzosen fand. Auch seine Erhöhung war diesmal souverän. Das Heimteam brauchte einige Zeit, um bei diesem Spielstand von 10:18 wieder in die Partie zu kommen. In der 60. Minute konnte dann aber #14 Hugo Bonneval einen weiteren Versuch für 'Les Bleus' legen und der nun kickende #10 Jules Plisson erledigte die Erhöhung zum 17:18. Er war es auch neun Minuten später, der per Straftritt die 20:18 Führung holte. Italien gab sich aber nicht geschlagen und der eingewechselte #22 Kelly Haimona holte nach einem Vergehen gegen ein Gedränge die Führung für die Gäste zurück. Die hielt aber nicht lange an. Parisse ließ sich zu einem hohen Tackling verleiten und auch diesen langen Straftritt verwandelte Plisson mustergültig zum 23:21. In der Endphase arbeiteten sich die Italiener Meter für Meter nach vorne und in der Nachspielzeit versuchte sich dann Parisse an dem Drop Goal. Der Schuss ging aber weit an den Stangen vorbei und Frankreichs neuer Trainer Guy Novès kann seinen ersten Sieg feiern, während Italien sich eingestehen muss, einen Sieg verschenkt zu haben ...




Schottland - England  9:15

Im Murrayfield wurde der diesjährige 'Calcutta Cup' - die Partie zwischen Schottland und England - hart umkämpft. Die Schotten hatten im Gegensatz zu den Gästen einen guten World Cup hingelegt und hofften nun auf weitere Erfolge, während Englands neuer Head Coach Eddie Jones einen Wiederaufbau startete. Und das sah nach sehr kräftezehrenden 15 Minuten sehr gut aus, in denen es lediglich einen Drop-Goal-Versuch von #9 George Ford gab, welcher aber misslang. Dann aber hatten die Engländer ein Gedränge nahe der Malzone der Schotten und #5 George Kruis wühlte sich über die Mallinie. #10 Owen Farrell verwandelte die Erhöhung zum 7: 0. Die Antwort kam schnell, als sich #6 Chris Robshaw nicht vom Tackling löste und #9 Greig Laidlaw den Straftritt sicher zum 3: 7 durch die Stangen setzte. Einen recht einfachen Kick in der 29. Minute nach einem weiteren Halten nach dem Tackling verzog Laidlaw allerdings. Erst zwei Minuten vor der Pause konnte er wieder seine gewohnte Schussstärke zum 6: 7 zeigen. Schottland hatte in auslaufender Spielzeit der ersten Hälfte noch eine Gelegenheit zu Punkten, aber der Drop-Goal-Versuch von #10 Finn Russell war ebenso erfolglos wie Fords Kick früh im Spiel. Farrell zeigte sich in der 49. Minute auch ungewohnt schuss-unsicher, als er einen relativ machbaren Straftritt vergab. Allerdings konnten die Engländer zwei Minuten später die Abwehr der Gegner knacken und #11 Jack Nowell legte den zweiten Versuch für die Gäste. Die Erhöhung war nicht genau genug von Farrell getreten und so blieb es beim 12: 6. Das Spiel wurde nun etwas zäher, Schottland vergab seine besten Gelegenheiten immer unnötig und England agierte über-engagiert. Ein Beispiel war der abgefangene Ball von Russel in der 58. Minute, den er tief in die gegnerische Hälfte ins Seitenaus kickte. Hätte er allerdings nach links geschaut, wäre ihm der mitlaufende #15 Stuart Hogg aufgefallen, der mit seinem unglaublichen Speed kaum noch von einem Engländer eingeholt worden wäre. So machen die Engländer nach einem Fehler im Gedränge die nächsten Punkte, da Farrell den Straftritt in der 63. Minute zwischen die Malstangen setzte. Schottland konnte sich im Spielaufbau nicht entfalten. Immerhin bekamen sie in der 69. Minute einen Straftritt zugesprochen und Laidlaw holte den Dreier zum 9:15. Allerdings war nicht mehr drin, zumal England in den letzten zehn Minuten sehr sicher und sauber spielte, womit den Schotten die Zeit gnadenlos davonlief und sie die Niederlage schlussendlich hinnehmen mussten. Ein Arbeitssieg für die Engländer unter dem neuen Trainer und wieder mal leere Hände für die Schotten...



Irland - Wales 16:16

Der Titelverteidiger Irland eröffnete seine Kampagne gegen Wales im heimischen Aviva Stadium. Mit fast zwanzig Phasen zeigten die Iren, dass sie sehr gewillt waren, den Titel zu verteidigen. Ergebnis nach einer Behinderung durch die Gäste war der Straftritt von #10 Jonathan Sexton zum 3: 0 in der 5. Minute. So entstand auch der zweite Straftritt in der 14. Minute, den Sexton ebenfalls verwandelte. Wales spielte ein ähnliches System, leisteten sich allerdings immer kleine Fehler. Als sie dann aber in der 19. Minute ein Gedränge gewannen, verzog #10 Dan Biggar den machbaren Straftritt. Das Heimteam bekam dadurch mehr und mehr Übergewicht und nach einem weiteren langen Phasenspiel täuschte #9 Connor Murray kurz vor dem Malfeld einen Pass an, tauchte jedoch selber über die Mallinie. Sexton erhöhte sicher zum 13: 0. Nach einem gefährlichen Tackling in der 32. Minute übernahm der für den verletzten Biggar eingewechselte #22 Rhys Priestland das Kicken und brachte die ersten Punkte für Wales auf die Anzeigetafel. Damit ging auch ein Ruck durch das Team in den roten Jerseys und wurde im Angriff gefährlicher. Nach einem Gedränge in der 38. Minute drang nach schnellen Pässen #8 Taulupe Faletau in das Malfeld ein und legte den Ball ab. Priestland erhöhte zum 10:13 Halbzeitstand und die Gäste waren wieder im Spiel. Mit guten Selbstbewusstsein ging Wales in die zweite Hälfte und hatten nun mehr von der Begegnung. Priestland versuchte sich in der 43. Minute an einem Drop Goal, was aber daneben ging. Dafür konnte er nach einer Strafe an dem Kontaktpunkt gegen die Iren in der 47. Minute den Ausgleich erzielen. Das Heimteam tat sich nun schwer, ihren gewohnten Angriffsrugby zu spielen und war mehr mit der Abwehr bemüht. In der 73. Minute war es wieder ein Fehlverhalten der Iren, die Priestland auf den Plan rief und er holte mit dem Straftritt zum 16:13 die erste Führung für die Waliser. Diese hielt nur kurz; wegen Abseits-Spiel konnte Sexton nur zwei Minuten später das 16:16 kicken. Wales war in den letzten fünf Minuten näher am Sieg und Priestland wagte einen weiteren Drop Kick. Doch der Druck war zu groß und der Schuss ging daneben. Irland und Wales trennten sich mit einem seltenen Unentschieden zum Auftakt...


Tabelle: 

1. England    (+ 6) 2
2. Frankreich (+ 2) 2
3. Irland     (+ 0) 1
3. Wales      (+ 0) 1
5. Italien    (- 2) 0
6. Schottland (- 6) 0


Die Schotten fanden im 'Calcutta Cup' keine Lücken zur Spielentfaltung...
(photo:planetrugby.com)