Freitag, 25. März 2016

Der zehnte Heilige - Daphne Niko

Rezension zu 'Der zehnte Heilige' von Daphne Niko



Erscheinungsjahr: 2015 (original 2012)
Format: eBook
Seitenanzahl: ca. 400 Seiten; 2069 kb
Verlag: Luzifer Verlag
ISBN: 978-3-95835-066-3
Preis: 2,99 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Die Archäologin Sarah Weston erhält in Äthiopien ihre erste leitende Ausgrabung. Sie soll in der Nähe der Stadt Aksum in Äthiopien im Auftrag der Cambridge Universität nach Grabkammern aus dem alten Königreich forschen, jedoch scheinen die Ausgrabungen erfolglos zu Enden. Eines Tages spricht sie ein verarmter Einheimischer namens Ejigu an und weist sie auf einen weitaus interessanteren Ausgrabungsort nahe des Klosters Debre Damo hin, wo sie ein Gebilde in Form eines koptischen Kreuzes findet. Sarahs Instinkt lässt sie dort weiter forschen und graben, obwohl dies weder die Cambridge Universität als auch das äthiopische Kulturministerium mit Begeisterung sieht. Allem Anschein nach ist dieser Fund das Grab eines ominösen zehnten Propheten, von dem nur in verschlossenen Pergamenten und Überlieferungen die Rede ist und keine offizielle Stelle Interesse an der Wahrheit zu haben scheint. Lediglich der bekannte Dokumentar-Filmer Doktor Daniel Madigan, den Sarah anfangs skeptisch einstuft, scheint Sarahs Vermutungen zu glauben. Als die Ausgrabungen dann gestoppt und Sarah wie auch Daniel des Landes verwiesen werden, arbeiten sie auf eigene Faust weiter, was sie in eine lebensbedrohliche Gefahr bringt. Währenddessen wird in der äthiopischen Wüste von Nomaden ein halbtoter, weißhäutiger Mensch gefunden, den Hairan und sein Stamm wieder gesund pflegen. Gabriel, so heißt der Mann, erinnert sich nur langsam an seine Vergangenheit, welche nicht nur ihm selber mehr und mehr Schrecken verbreitet...

KOMMENTAR:
Über den Kleinverlag Luzifer stolperte ich letztens beim Stöbern im Internet. Bot dieser von der Aufmachung einige ansprechende Titel wie auch Serien an, waren die Rezensionen zu den Romanen ebenso befürwortend gut! Also wagte ich mich an einen Titel und wählte 'Der zehnte Heilige'. Um es in einen Satz zu packen: ich wurde gefesselt und war begeistert! Die Autorin Daphne Niko (mit vollem Namen Nikolopoulus) schafft es in ihrem Debütwerk locker mit der Speerspitze des mysteriösen Abenteuer-Romans, die auf den meisten Listen mit dem Namen 'Dan Brown' betitelt wird, mitzuhalten. Startet ihre Heldin Sarah Weston mit einfachen Ausgrabungsarbeiten, nimmt das ganze sprunghaft Ausmaße an, die weltbedrohlich erscheinen. Dabei steigert Frau Niko die Spannung mit jeder Seite und setzt ihre Heldin gleichzeitig mehr und mehr unter Druck. So beginnt das vertraute 'auf-die-Lippe-beißen', wenn man mit der sympathischen Charaktere mitleidet und einem Ausweg entgegen fiebert. Sarah Weston ist im Gegensatz zu Indiana Jones keine Super-Heldin, sie muss immer wieder Rückschläge einstecken, was sie sehr menschlich herüber bringt. Die zwei unterschiedlichen Handlungsstränge wurden von der Autorin genial zusammen gebracht - hatte der Leser bei dem Faden um die Archäologin klare Aussagen und eine definierte Richtung, war bei der Geschichte um den gedächnislos in der Wüste gestrandeten Unbekannten keinerlei Halt zu finden und es kristallisierte sich erst langsam heraus, um was es bei diesem Handlungsfaden ging. Ersterer wiederum verließ im Laufe der Buchseiten die gefestigten Strukturen mehr und mehr. Faszinierende Autorenarbeit! 'Der zehnte Heilige' ist ein toller Roman für Freunde, die gerne auch mal zu einem mysteriösen Spannungsroman außerhalb des Vatikans, der Freimaurer oder ähnlich vertrauten Themen greifen und tief in die Handlung tauchen möchten...
8,1 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- erster Roman um die Archäologin Sarah Weston