Mittwoch, 16. März 2016

Six Nations 2016 Week 4


4. Spieltag 2016




Irland - Italien 58:15 

Nach drei Spieltagen war auf jeden Fall schon klar, dass Irland dieses Jahr mit zu den Verlierern gehörte. Diesen Frust ließen die in grün spielenden Iren an den Italienern aus. Sie überrannten die Italiener regelrecht und hatten schon zur Pause vier Versuche legen können. Dabei hatten die Gäste in der 3. Minute als erstes die Chance, allerdings trat #12 Gonzalo Garcia zwei Meter vor dem Malfeld auf die Auslinie. So war es #14 Andrew Trimble, der in der 7. Minute den ersten Versuch für das Heimteam legte, nachdem #10 Jonathan Sexton den Ball von der Mittellinie in das freie Feld kickte und die Italiener den Ball praktisch in die Hände pitchten. Zwei schnelle Pässe und Trimble tauchte links außen ein. Sextons Erhöhung ging daneben, doch das war nicht so schlimm. Der nächste Versuch kam in der 15. Minute durch #1 Jack McGrath, der sich in das Malfeld tankte und Sexton diesmal souverän zum beruhigenden 12: 0 erhöhte. Die Italiener kamen in der 24. Minute nach einem späten Tackling von Sexton zu ihren ersten Punkten, als #10 Edoardo Padovani den Straftritt verwandelte. Der 'Übeltäter' Sexton egalisierte diesen aber nur drei Minuten später. Die Iren waren einfach überlegener und so konnte sich #6 C.J. Stander in der 30. Minute aus kurzer Distanz durch mehrere Abwehrspieler zum Versuch wühlen. Sexton hatte nicht seinen besten Tag als Kicker, aber dies sollte in diesem Spiel keinerlei Rolle spielen. Die Iren kamen nämlich in den letzten Sekunden der ersten Hälfte nochmal zu einem Versuch, nachdem sie von dem eigenen Malfeld aus attackierten, immer einen mitlaufenden Spieler fanden und schließlich #8 Jamie Heaslip auf 25: 3 erhöhte, was gleichzeitig der Pausenstand war. Spätestens mit dem Versuch von #13 Jared Payne in der 43. Minute, als er einen Pass der Italiener abfing und ungehindert über 30 Meter in das Malfeld laufen konnte, war das Spiel entschieden. Sexton erhöhte zum 32: 3. In der 49. Minute holte sich Heaslip seinen zweiten Versuch; fünf Minuten später legte der eingewechselte #16 Sean Cronin nach einem schnell ausgeführten Straftritt den nächsten Versuch und der eingewechselte #22 Ian Madigan erhöhte zum 46: 3. Irgendwie kamen die Gäste in der 58. Minute doch noch zu weiteren Punkten, als ein langer Pass nach rechts außen von #15 David Odiete zum Versuch gelegt werden konnte und #10 Kelly Haimona zum 10:46 erhöhte. Madigan legte in der 66. Minute den nächsten Versuch, konnte diesen allerdings selber nicht erhöhen. #14 Leonardo Sarto konnte fünf Minuten vor Ende noch einen Versuch für die Gäste legen, allerdings hatten die Iren sogar darauf noch eine Anwort, als #21 Kieran Marmion mit einem schnellen Pass #23 Fergus McFadden bediente, der eine Lücke in der Abwehr fand und zum neunten Versuch für Irland stürmte. Madigans Erhöhung setzte dann einen Schlussstrich unter die Punkteflut zum 58:15. Eine deftige Klatsche für die 'Azzuri'...





England - Wales 25:21

Im Vorfeld war nach den bisherigen Ergebnissen klar: der Sieger des Spiels England gegen Wales im Twickenham Stadium hatte die allerbesten Voraussetzungen, den diesjährigen Titel des Turniers einzufahren. Das Heimteam legte feurig los, wollten sie doch die Schlappe gegen Wales an gleicher Stelle im letztjährigen World Cup wettmachen. Doch erst in der 10. Minute konnten sie nach einem Fehler der Waliser beim Gedränge auf die Anzeigetafel kommen, als #12 Owen Farrell den Straftritt zwischen die Stangen setzte. Zweimal wurden die Engländer bis zur zwanzigsten Minute nach der Videoanalyse nicht mit einem Versuch belohnt und so war es wieder Farrell, der die Punkte nach erneutem Fehler beim Gedränge holte - und das direkt zweimal in kurzer Folge. In der 32. Minute gelang der Heimmannschaft der längst fällige Versuch, als #4 Majo Itoje durch die Abwehrreihen brach, auf den mitlaufenden #15 Mike Brown passte, der den Ball sofort nach außen auf #14 Anthony Watson abgab, welcher ungehindert in das Malfeld sprinten konnte. Farrell blieb auch bei der Erhöhung fehlerfrei zum 16: 0. Mit diesem Halbzeitstand konnten sich die Waliser noch glücklich schätzen und hätten in der zweiten Hälfte nun etwas bewegen müssen, doch wieder waren die Engländer jene, welche die Punkte holten. Erneut setzte Farrell in der 46. Minute den Ball zwischen die Stangen, nachdem #11 George North den Ball regelwidrig auf dem Boden spielte. Aus dem Nichts kamen die Gäste zu ihren ersten Punkten, als #10 George Ford einen Befreiungskick wagte, #10 Dan Biggar diesen blockte und im Malfeld ablegte. Er erhöhte selber zum 7:19. Es war allerdings noch nicht der richtige Schalter, der umgelegt werden musste, denn wieder war es Farrell, der per Straftritt in der 66. Minute die nächsten Punkte auf die Tafel brachte. Die Zeit lief Wales langsam davon, zumal Farrell nur zwei Minuten später den Spielstand auf 25: 7 schraubte. Der Schalter war dann eine gelbe Karte gegen #3 Dan Cole, der sich regelwidrig am offenen Gedränge verhielt. In Überzahl konnte ein Doppelpass von #13 Jonathan Davies und #15 Liam Williams die Abwehr durchbrechen und nach Pass zu North stürmte dieser sechs Minuten vor dem Ende in das Malfeld. Der eingewechselte #22 Rhys Priestland erhöhte schnell zum 14:25. Mit nur noch drei Minuten auf der Uhr schlug es wieder in dem Malfeld der Engländer ein, als die Gäste mit schnellen Pässen wichtige Meter machten, bis #8 Taulupe Faletau durchbrach und den Versuch legte. Priestland erhöhte erneut zum 21:25. Alles in allem kamen diese Bemühungen - gefördert durch Überzahlspiel - aber zu spät. England setzte sich in der Tabelle ab und konnte mit dem Sieg zumindest schon mal die 'Triple Crown' feiern, also Siege gegen drei britische Teams. Und nur Frankreich konnte jetzt noch den Turniersieg verhindern...




Schottland - Frankreich 29:18

Eben jene Franzosen spielten im Murrayfield gegen die Schotten. Trotzdem das Heimteam am Anfang mehr Spielanteile hatte, punkteten die Gäste zuerst, als sie in der 5. Minute erstmalig in die gegnerische Hälfte kam und mit schnellen Pässe nach rechts außen, wo #2 Guilhem Guirado ein Überzahlspiel nutzte und in die Malzone tauchte. #10 Francois Trinh-Duc verzog die Erhöhung, doch der Titelaspirant führte 5: 0. Auch die nächste Chance per Straftritt in der 11. Minute vergab der Kicker. So war es #9 Greig Laidlaw in seinem 50. Länderspiel, der fünf Minuten später die nächsten Punkte auf die Anzeigetafel brachte, als der französische Tackler sich nicht vom Kontaktpunkt entfernte. Und auch in der 22. Minute war der Jubilar beim Straftritt erfolgreich, nachdem die Gäste das Gedränge hatten zusammenbrechen lassen. Beflügelt von der Führung spielten die Schotten sicheren und schnellen Angriffsrugby und nach einigen Phasen vor dem gegnerischen Malfeld passte Laidlaw auf den heranstürmenden #15 Stuart Hogg, der zwei Franzosen mit einem schnellen Richtungswechsel ausschaltete und den Ball über die Mallinie drückte. Laidlaw verfehlte die Stangen bei der Erhöhung knapp, doch nun führte Schottland 11: 5. Eigentlich lebte Frankreich in dieser Phase nur von Einzelaktionen, während das Heimteam als Einheit auftrat. Doch eine Einzelaktion von #13 Duncan Taylor in der 37. Minute brachte den nächsten Versuch für Schottland. Bei einer Strafe gegen die Gäste schaltete Taylor schnell, kickte den Ball wieder an und stürmte von der eigenen 10-Meter-Linie aus durch die unorganisierte französische Abwehr, schüttelte dabei einen Tackler ab und dran schließlich unter riesigem Jubel der Fans in das Malfeld. Bei der schweren Erhöhung zeigte Laidlaw wieder sein Können und erhöhte auf 18: 5. Die Franzosen hatten vor der Pause noch einmal den Ball und konnten endlich auch mal mehrere Phasen hintereinander bringen, was schließlich #13 Gael Fickou nutzen konnte und in das Malfeld gelangte. Die Erhöhung schoss diesmal #9 Maxime Machenaud, der sich als zielsicherer erwies. Mit 12:18 gingen die Mannschaften in die Pause. Beide Teams bemühten sich im zweiten Abschnitt anfangs redlich, doch kleine Fehler und Missgeschicke verursachten etliche Gedränge, welche die Schotten zumeist gewannen. Nach einem solchen wagte Hogg einen Straftritt aus der eigenen Spielhälfte, welcher sicher gelang. Nach diesem 21:12 kam die stärkste Zeit der Franzosen, die nun öfters mit dem Ball vorwärts kamen. Allerdings erbeuteten sie nur zwei Straftritte, die Machenaud in der 52. und 58. Minute verwandelte und die Gäste auf drei Punkte heran brachte. Schottland antwortete mit Stil: ein phasenstarker Angriff wurde in der 67. Minute mit einem langen und hohen Pass von Laidlaw beendet, den Hogg hoch in der Luft allerdings nicht annahm, sondern blindlings in seinen Rücken weiter pitchte, genau in die Arme des links außen laufenden #11 Tim Visser, der nur noch in das Malfeld hechten musste. Laidlaw bekam auch diese Erhöhung nicht zwischen die Stangen, aber er setzte mit seinem Straftritt nach einem weiteren zusammengebrochenen Gedränge in der 75. Minute den Schlusspunkt und den Endstand von 29:18. Schottland besiegt nach 10 Jahren nochmal die Franzosen und schenkt England gleichzeitig den Turniersieg bei den diesjährigen 'Six Nations'...


Tabelle: 

1. England    (+52) 8
2. Wales      (+ 9) 5
3. Schottland (+17) 4
4. Frankreich (-17) 4
5. Irland     (+31) 3
6. Italien    (-92) 0


Der Spieler des Spiels Stuart Hogg beim ersten Versuch für Schottland...
(photo:scottishrugby.org)