Donnerstag, 8. September 2016

Sieg der Freibeuter - Patrick O'Brian

Rezension zu 'Sieg der Freibeuter' von Patrick O'Brian



Erscheinungsjahr: 2003 (Original: 1988)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 410
Verlag: Ullstein
ISBN-13: 978-3-548-25643-6
Preis: 8,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Durch das Gerichtsurteil wegen angeblicher Börsenmanipulation aus der Royal Navy entlassen, kann Jack Aubrey trotzdem weiter zur See fahren, da sein Freund Stephen Maturin die Fregatte 'Surprise' gekauft hat und sie mit Jack als Kapitän zur einem Freibeuter verwandelt. Stephens Beziehungen als Agent weisen Jack mit den nötigen Papieren aus, so dass er ungehindert Seemänner anheuern und für das Königreich Aufträge entgegen nehmen kann. Und damit kommt auch das Glück zu dem so genannten 'Lucky Jack' zurück, kann er doch die amerikanische 'Spartan' dingfest machen, welche ihm vor dem Prozess entkam und seitdem schrecklich auf den Weltmeeren wütete. Dieser Erfolg und der mit diesem gekommene Reichtum ist Jack Aubrey aber nicht so wichtig; er verfolgt sein größtes Ziel: die Wiederberufung in die königliche Seeflotte...

KOMMENTAR:
'Sieg der Freibeuter' ist ein ziemlich positives Buch. Nachdem in den vorherigen Bänden der Hauptperson Jack Aubrey doch schon arg mitgespielt wurde, ist er in diesem zwölften Band zurück auf den Pfaden des 'Lucky Jack'. Und das steckt sogar den Leser an! Außerdem darf dieser erfahren, was wahre Freundschaft bedeutet, denn was Stephen Maturin alles ohne groß zu Überlegen für seinen Weggefährten möglich macht, ist schon eine Verneigung wert. Diese Charaktere überrascht übrigens auch in diesem Roman wieder einmal; ich habe glaube in noch keinem Roman gelesen, dass er sich kaltblütig an einer Enterung des gegnerischen Schiffes beteiligt. Und umso schöner zu Lesen ist es, dass auch der Schiffsarzt in dieser Geschichte von Fortune gesegnet wird. Patrick O'Brian hat mit diesem maritimen Buch einen wirklich guten Lesestoff erschaffen. Schiffsschlachten halten sich hier übrigens mit den weiteren Werdegang um die beiden Freunde in der Waage. Und mit dem sehr glatten Ende begibt sich der Autor in dieser Serie auf eine 'Nullstellung'. Es sind keinerlei dringliche Fragen offen und den Protagonisten geht es blendend. Natürlich denkt sich ein Fan der Serie schon, was denn nun aus Samuel Panda, dem unehelichen Sohn von Aubrey geworden ist, aber solche sind bis hierhin alles Randerscheinungen, die allerdings vielleicht noch einmal in den nächsten Büchern aufgenommen werden könnten. Man darf sich nach 'Sieg der Freibeuter' einfach mit einem guten Gefühl auf die weiteren Bände freuen...
8,2 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- zwölftes Buch um Jack Aubrey und Stephen Maturin
- Erklärung der seemännischen Fachausdrücke  (u.a. anhand einer Zeichnung der HMS Victory)
- Aubreys Vater wird tot aufgefunden
- erster Auftritt von Jacks sehr jungem Halbbruder Philip
- Philip wird in einem Internat großgezogen
- Jack nimmt einen Parlamentsitz an, was ihn zu seinen Erfolgen als Freibeuter wieder für die Navy interessant macht
- Jack wird wieder in die Royal Navy aufgenommen
- Stephen trifft auf Diana und versöhnt sich mit ihr