Sonntag, 5. Februar 2017

Six Nations 2017 Week 1


1. Spieltag 2017



Schottland - Irland 27:22 

Irland hatte nach dem Sieg gegen die 'All Blacks' im Herbst ein erklärtes Ziel: sie wollten sich den Titel des diesjährigen Six-Nations-Turnier holen. Allerdings spielten die heimischen Schotten im Auftaktspiel eher so, als wäre dies ihr erklärtes Ziel. Sie agierten viel offensiver und verteidigten mit aller Härte. So war es keine Überraschung, dass diese auch in der 9. Minute nach schnellen Pässen auf die rechte Außenseite #15 Stuart Hogg den Ball aufnehmen und in das Malfeld sprinten ließ. #9 Greig Laidlaw erhöhte zum 7: 0. Die beiden Spieler waren auch in der 21. Minute für die nächsten Punkte im Murrayfield Stadium verantwortlich, als Schottland einen schnellen Konter über die linke Seite startete, Hogg mit einem angetäuschten Pass seine Gegner aussteigen ließ und erneut das Malfeld fand. Zum erstaunen aller führten die Schotten nach Laidlaws Erhöhung 14: 0. Nun wurden die Iren ebenfalls offensiv aktiver und ein weiter Pass nach links Außen innerhalb der gegnerischen 22, welche fast noch abgefangen wurde, fand #14 Keith Earls, der in der 26. Minute zum Versuch tauchte. Die Erhöhung von #10 Paddy Jackson misslang allerdings. Schottland antwortete jedoch schnell; eine Gasse in der gegnerischen 22 warf #16 Ross Ford kurz auf #12 Alex Dunbar und der nutzen den Überraschungseffekt und tauchte in das Malfeld. Nach Laidlaws Erhöhung führte Schottland 21: 5. In der 34. Minute nahmen die Iren wenigsten noch die Punkte eines Straftritts mit, den Jackson zwischen die Stangen kickte. Schottland war Sekunden vor dem Pausenpfiff nahe am vierten Versuch, was ihnen einen Bonuspunkt eingebracht hätte, wird das Turnier doch dieses Jahr erstmalig nach dem internationalen Punktemodus ausgespielt. Die Iren verhinderten dies aber und gingen mit dem 8:21 in die Halbzeit. Umgedrehtes Spiel dann im zweiten Abschnitt. Die Iren attackierten so, wie man es von Beginn an erwartet hatte. Sie nagelten das Heimteam in der eigenen 22 fest und so gelang ihnen nach endlos scheinenden Phasen der Versuch, als #4 Ian Henderson aus einem Meter den Ball über die Linie drückte. Jackson brachte seine Farben auf 15:21 heran. Und so spielten die Iren weiter, bis sie in der 62. Minute wiederum erfolgreich waren. #9 Conor Murray fand mit seinem Pass Jackson genau in einer Lücke und dieser kämpfte sich über die letzten Meter zum Versuch, den er selber erhöhte und mit dem 22:21 die erstmalige Führung für die Gäste erzielte. Nun endlich kamen aber auch die Schotten aus der gegnerischen Umklammerung heraus. Nach einem Stören im offenen Gedränge bekamen die Schotten einen Straftritt zugesprochen und Laidlaw holte mit dem 24:22 die Punkte zurück. Das Selbstvertrauen war nun wieder da und die Schotten attackierten kontrolliert weiter. Irland konnte nur mit einer weiteren Strafe im offenen Gedränge dagegen halten und Laidlaw fixierte in der auslaufenden Spielzeit das 27:22 und den ersten Sieg für die Schotten in einem Eröffnungsspiel seit zehn Jahren!




England - Frankreich 19:16

Eine zerfahrene Partie boten die Engländer gegen die Gäste aus Frankreich im Twickenham Stadium. Sehr viele Fehler und Unterbrechungen zerstörten oftmals den Spielfluss. Die Franzosen machten dabei gerade in der ersten Hälfte einen besseren Eindruck, konnten aber ihre Chancen nicht optimal verwerten. Immerhin verwandelte #10 Camille Lopez in der 7. Minute einen Straftritt, welchen #10 Owen Farrell allerdings nur drei Minuten später egalisierte. Ein großer Vorteil ergab sich durch das gefährliche Tackling von #14 Jonny May in der 13. Minute, der daraufhin die gelbe Karte sah und sich für zehn Minuten auf die Bank begeben musste. In dieser Zeit addierte Lopez zwei weitere Straftritte zum 9: 3. Kaum wieder komplett verkürzte Farrell auf 6: 9 und ein langer Straftritt von #11 Elliot Daly glich zwei Minuten vor der Pause den Spielstand aus. Frankreich hätte mit einer Führung in die Halbzeit gehen können, doch der Straftritt wegen Abseitsspiels konnte von Lopez nicht zwischen die Stangen getreten werden. Verbissen ging es auch in den zweiten 40 Minuten weiter. Farrell konnte in der 55. Minute die erstmalige Führung für die Engländer holen, welche zu dem Zeitpunkt ein wenig besser spielten. Frankreich schlug aber ganz überraschend und eindrucksvoll zurück. Nach guter Vorarbeit brach in der 60. Minute plötzlich der eingewechselte #18 Rabah Slimani durch und legte den ersten Versuch des Spiels. Lopez erhöhte zum 16:12. England benötigte einige Minuten, um diesen Schlag zu verdauen, fand aber in der 71. Minute, nachdem sie endlich mal einige Phasen hintereinander bringen konnten ebenfalls ihren eingewechselten #22 Ben Te'o, der im richtigen Winkel zu den Gegnern lief und nach dem Passempfang ungehindert das Malfeld fand. Farrell markierte das 19:16 und die Engländer hielten diesen Spielstand bis zum Abpfiff. Mit viel Glück konnte so die Titelverteidigung gestartet werden... 



Italien - Wales  7:33

Wie stark sind die Waliser in diesem Jahr, war nach den vielen verletzungsbedingten Ausfällen eine der großen Fragen vor dem Turnier. Die in Rot spielenden Briten kamen gegen die Italiener gut zurecht und schon in der 4. Minute hatten sie eine Chance auf die ersten Punkte, doch #15 Leigh Halfpenny verschoss den Kick. Der immense Druck der Gäste verpuffte im Laufe der ersten Hälfte immer mehr, besonders nachdem die Waliser statt Straftritten immer wieder zur Gasse gingen, um einen Versuch zu erarbeiten, was allerdings misslang und Italien kam im Stadio Olimpico immer besser zurecht. Immer weiter arbeiteten sie sich in die gegnerische Hälfte, bis sie schließlich vor dem Malfeld gelangten. Mit kräftigen Attacken war es schließlich #9 Edoardo Gori unter die Malstangen tauchte. #10 Carlo Canna erhöhte den Versuch in der 30. Minute zum 7: 0. Wales mühte sich, um wieder in das Spiel zu finden und nachdem ein Spieler sich nach dem Tackling nicht entfernte, erhielt Halfpenny seine zweite Chance, die er drei Minuten vor der Pause zum Halbzeitstand von 3: 7 nutzte. Und der Kicker machte dort in der zweiten Hälfte weiter. In der 47. Minute drückte er den ersten Kick durch die Stangen und ein weiterer folgte nach gefährlichem Tackling fünf Minuten später zur erstmaligen Führung der Waliser. Italien konnte kaum noch Paroli bieten und nur vier Minuten später baute Halfpenny nach Abseitsspiel auf 12: 7 aus. Als es in der 60. Minute wegen regelwidrigem Spiel im Gedränge eine gelbe Karte gegen #1 Andrea Lovotti gab, war es um die Südeuropäer geschehen. Nur eine Minute später legte #13 Jonathan Davies den Versuch, als die Waliser den Ball nach rechts Außen passten und er dann freie Bahn hatte. Ähnlich war der Versuch von #11 Liam Williams, der sechs Minuten später folgte. Halfpenny erhöhte beide Versuche zum 26: 7. Italien wollte es gegen Ende des Spiels nochmal wissen, doch ein schlechter Kick wurde von den Walisern schnell nach rechts Außen gepasst, wo der eigentlich angeschlagene #14 George North stand und dieser trotz allem über gute 70 Meter nochmal den Turbo zündete und den letzten Versuch des Spiels legte. Halfpenny fixierte den Endstand von 33: 7. Kein Bonuspunkt für beide Teams, doch Wales übernimmt erstmal die Tabellenspitze...


Tabelle: 

1. Wales      (+26) 4
2. Schottland (+ 5) 4
3. England    (+ 3) 4
2. Frankreich (- 3) 1
3. Irland     (- 5) 1
6. Italien    (-26) 0



Stewart Hogg schlug zweimal in dem Malfeld der Iren ein...
(photo:scottishrugby.org)