Donnerstag, 23. März 2017

Des Teufels Gebetbuch - Markus Heitz

Rezension zu ' Des Teufels Gebetbuch' von Markus Heitz



Erscheinungsjahr: 2017
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 672
Verlag: Knaur
ISBN-13: 978-3-426-65419-4
Preis: 16,99 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Nur noch 24 Monate muss Tabeus Boch seine Schulden ab bezahlen, um dann aus seiner privaten Insolvenz zu kommen, in welche ihn die Spielsucht, die Drogen und das ausschweifende Leben getrieben hatten. Im Spielkasino von Baden-Baden stellt er sich als Security-Mann jeden Abend jeden Abend seinen alten Schwächen. Als er eines Abends von einem neureichen Russen in ein illegales Kasino geladen wird und er zum ersten Mal von dem Spiel Supérior hört, wird sein in die richtigen Bahnen geführt geglaubtes Leben auf den Kopf gestellt. Mehr durch Zufall gelangt Tadeus in den Besitz einer sehr alten Spielkarte, welche nicht nur faszinierend ausschaut, sondern auch etwas magisches an sich hat und den ehemaligen Spieler kräftig beeinflusst. Allerdings wird ihm schnell auf brutale Art und Weise klar gemacht, dass er diese antike Karte nicht lange behalten kann, scheinen doch gar zwei oder drei Parteien hinter diesen raren Karten hinterher zu sein. Boch ahnt nicht, welche Macht tatsächlich im Hintergrund agiert und deren weitreichenden Beziehungen schon Jahrhunderte gefestigt sind! Eine dramatische Jagd nach den Karten über den ganzen Weltball beginnt...

KOMMENTAR:
Der deutsche Autor Markus Heitz hat sich mit dem Roman 'Des Teufels Gebetbuch' eines Themas angenommen, welches eher selten als Dreh- und Angelpunkt in einem Buch auftaucht: dem Kartenspiel. Dabei ging es ihm in seinem jüngsten Werk nicht nur um einen wertvollen wie mystischen Kartensatz, sondern er kreierte direkt noch ein Spiel dazu, welches in seiner alten Variante sogar einen tödlichen Ausgang haben kann. Damit schuf er die Grundlagen für eine aufregende, weltumfassende Jagd auf ein begehrtes Kartendeck, bei der die Jäger keinerlei Skrupel kennen und über Möglichkeiten verfügen, von welchen die Gegenspieler Tadeus Boch und Hyun Poe nur träumen können. Mit diesen ungleichen Paar des auf der einen Seite geläuterten Spielers und auf der anderen der nach Rache sinnenden Medizinerin packte der Autor direkt noch zwei Charaktere in die Geschichte, welche durch ihre jeweiligen Eigenheiten den Leser weiter fesseln. Hinzu kommen gelegentliche Zeitreisen, um die dubiose Geschichte des Kartendecks näher zu bringen. Zusammengefasst entstand so in Verbindung mit der sehr eingängigen und einnehmenden Schreibe von Heitz ein regelrechter Pageturner, dem ich mich auch spät Abends, wenn es eigentlich Zeit zur Bettruhe war, nicht entziehen konnte. Und das heißt bei mir schon was! Zu keiner Zeit war man sich sicher, ob die jeweiligen Protagonisten auf der nächsten Seite noch am Leben sind oder sich die Gesamtsituation nicht wieder einmal geändert hat. Und trotz all den spektakulären Szenarien sowie den rückblickenden Kapitel in die tiefe Vergangenheit gibt das Buch dem Leser niemals das Gefühl, überfordert oder irgendwo stehengelassen zu sein. Besonders reizvoll ist dann auch die Herkunft und die allgemeine Geschichte um das Kartenspiel, dem die verschiedensten Gestalten nachjagen. Sehr erwähnenswert finde ich noch den äußerst informativen Anhang, in dem Heitz so ziemlich alles zusammengefasst hat, was man über das Kartenspiel allgemein und im speziellen wissen muss ... oder vielleicht besser nicht. Auch wenn erst ein Viertel des Jahres ins Land gegangen ist, der Roman 'Des Teufels Gebetbuch' ist definitiv eines der Besten in diesem!
9,3 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- Nachwort des Autors
- Anhang über die Thematik Spielkarten


Buchtrailer