Freitag, 2. März 2018

Six Nations 2018 Week 3


3. Spieltag 2018



Frankreich - Italien 34:17 

Erstmalig wurde eine Partie des 'Six Nations' Turnier in Marseille ausgetragen und die Gäste aus Italien wollten dort direkt ihre Spuren setzen. Allerdings war es doch das Heimteam, welches zuerst punktete, als #4 Paul Gabrillagues nach einer Gasse in der 6. Minute hinter seinem Paket her schob und den Ball im Malfeld ablegen konnte. Die Erhöhung von #9 Maxime Machenaud ging jedoch daneben. Die Italiener konnten nur fünf Minuten später aus gleicher Ausgangssituation einen Versuch legen, es war jedoch nicht klar nachzuweisen, ob der Ball regelkonform abgelegt worden war. Da allerdings die Franzosen etliche Vergehen bei dieser Situation aufwarfen, blieb Schiedsrichter Wayne Barnes keine andere Möglichkeit, als einen Straf-Versuch auszusprechen. #10 Tommaso Allan erhöhte diesen zum 7: 5. Beide Mannschaften spielten auf demselben Level, jedoch leisteten sich die Italiener einige Fehler, welche Machenaud in der 29. und 40. Minute zu Straftritten nutzte und den Halbzeitstand von 11: 7 markierte. Machenaud setzte auch in der zweiten Hälfte die ersten Punkte, als er in der 45. Minute den nächsten Straftritt verwandelte. Nur weitere fünf Minuten später egalisierte Allan diesen Kick. Sollten die Italiener diesmal die Chance auf einen Sieg bewahren. Leider nein, es zeigte sich fast pünktlich mit der 60. Minute, dass die Gäste wieder einmal einbrachen. #13 Mathieu Bastareaud kam durch die Abwehr und passte zu #15 Hugo Bonneval, der im Doppelpass mit #11 Remy Grosso die verbleibenden Gegner ausspielte und den Versuch legte. Machenaud erhöhte auf 21:10 und legte vier Minuten später noch einen Straftritt wegen Abseitsspiel nach. Als die letzten zehn Minuten angebrochen waren, zirkelte der Kicker den nächsten Straftritt zwischen die Stangen und in der 74. Minute war es Bastareaud, der seinen Abend perfekt gestaltete, als er sich zum Versuch tankte. Nach der Erhöhung zum 34:10 war der Sieg sicher. Italien gab sich aber nicht ganz geschlagen und konnten immerhin noch einen Versuch in der 79. Minute nach einem Konter, den #15 Matteo Minozzi vollendete. Mit 17:34 mussten sie sich jedoch dem Heimteam geschlagen geben...




Irland - Wales 37:27

Gegen die Waliser wollten sich die Iren den dritten Sieg im laufenden Turnier holen. Diese mussten aber durch die Niederlage gegen England ebenfalls gewinnen. Das Heimteam setzte dem Spiel aber früh seinen Stempel auf, doch #15 Leigh Halfpenny markierte die ersten Punkte für die Gäste, als er er in der 3. Minute wegen Abseits einen Straftritt verwandelte. Doch dann waren die Iren am Zug und obwohl #10 Jonathan Sexton in der 5. Minute einen Straftritt an den Pfosten hämmerte, erzielten die Iren daraus nur zwei Minuten später einen Versuch, als eben Sexton einen Überpass auf den links außen sprintenden #11 Jacob Stockdale warf und der vollstreckte. Sexton verschoss aber auch die Erhöhung sowie einen weiteren Straftritt in der 15. Minute. Als die Waliser dann in der 21. Minute erstmalig in der gegnerischen 22 befand nutzte #9 Gareth Davies dies sofort aus, tauchte in eine Lücke und gelangte in das Malfeld. Halfpennys Erhöhung brachte das 10: 5. In der 27. Minute wollte dieser per Straftritt von der Mittellinie den Vorsprung ausbauen, doch der Kick geriet zu kurz. Vier Minuten später aber holte er dies mit einem weiteren Straftritt nach. Nun fingen die Iren aber an, ihre Überlegenheit auch in Punkte umzumünzen: in der 36. Minute verwandelte Sexton einen Straftritt wegen Abseits und in der Nachspielzeit war es nach massiven Druck #12 Bundee Aki, der sich lang machte und den Ball im Malfeld ablegte. Sexton sorgte mit der Erhöhung dafür, dass die Iren mit einem 15:13 in die Pause gingen. Im zweiten Spielabschnitt bestätigte das Heimteam seine Überlegenheit direkt, indem sie schnell nach vorne spielten und in der 45. Minute #7 Dan Leavy die letzten Meter überbrückte. Sexton erhöhte zum 22:13. Und die Iren machten weiter und fraßen sich in der gegnerischen 22 fest. Nach einigen Gedrängen war es in der 54. Minute, dass #1 Cian Healy sich in das Malfeld wuselte und den vierten Versuch für seine Farben legte. Sexton konnte die Erhöhung von außen aber nicht verwandeln. Wales zeigte in der 62. Minute, dass sie sich noch nicht aufgegeben hatten und vor allem, dass sie punkten konnten. Ein schneller Angriff und plötzlich war #6 Aaron Shingler links außen völlig frei und konnte den Versuch legen. Halfpenny verkürzte auf 20:27. Es war alles offen. Die Iren nahmen das Heft aber wieder in die Hand und ließen die Waliser wenig Ballzeit. Nach einem Vergehen im Gedränge in der 76. Minute schien #9 Conor Murray das Spiel mit einem Straftritt zu entscheiden - Sexton war gerade ausgewechselt worden. Doch direkt nach Wiederankick spielte Wales schnell und #11 Steff Evans gelangte nur sechzig Sekunden später in das Malfeld. Halfpenny verkürzte auf 27:30. Wales konnte hier noch siegen - wäre da nicht Stockdale gewesen, der in der Nachspielzeit das Vorhaben der Gäste erahnte und in deren eigenen Hälfte einen Pass abfing und ungehindert über 40 Meter ins Malfeld bringen konnte. #22 Joey Carbery setzte mit der Erhöhung den 37:27 Endstand fest und ließ die Waliser mit leeren Händen nach Hause ziehen...



Schottland - England 25:13

Eine Standortbestimmung sollte das Spiel zwischen England und Schottland werden. Die Schotten starteten vorbildlich und setzten die Gäste im Murrayfield ziemlich unter Druck. So konnte #9 Greig Laidlaw nach einem Halten beim Tackling in der dritten Minute die ersten Punkte per Straftritt manifestieren. Dasselbe Vergehen kostete aber in der 14. Minute den Ausgleich, als #12 Owen Farrell den Straftritt verwandelte. Dieser hielt jedoch nur gerade zwei Minuten, denn nach einem Paket spielten die Schotten den Ball und #10 Finn Russell kickte den Ball quer in die gegnerische 22, wo dieser wie beim Flipper-Automaten hin und her sprang. #13 Huw Jones behielt jedoch den Überblick, fischte sich den Ball und tauchte in das Malfeld zum Versuch. Laidlaw erhöhte zum 10: 3. Unnötig war die Abgabe des Straftritts nach dem Ankick, da ein Spieler ohne Ball geblockt wurde. Farrell verkürzte auf 6:10. Danach leistete sich das Heimteam aber keine Fehler mehr, im Gegenteil: es zeigte guten Rugby. Russell zeigte seine Brillanz in der 31. Minute in der eigenen Hälfte, als er einen sehr langen Pass warf, der genau die Lücke in der englischen Abwehr und den aus der Tiefe des Raumes stürmenden Jones traf, welcher erst an der gegnerischen 22 gestoppt werden konnte. Mit schnellen Pässen arbeitete sich das Team vorwärts und schließlich gelangte der Ball zu #11 Sean Maitland, der links außen in das Malfeld hechtete. Laidlaw konnte zwar die Erhöhung nicht verwandeln, dafür passte er in der 37. Minute punktgenau auf Jones, der knapp hinter der Mittellinie zwischen zwei Abwehrspieler huschte und in Richtung Malfeld sprintete. Auch #14 Anthony Watson  und #15 Mike Brown konnten den willensstarken Jones nicht aufhalten, der sich mit beiden im Schlepptau zum Versuch tankte. Laidlaw markierte den Halbzeitstand von 22: 6. Der Titelverteidiger musste nun handeln und kam auch gut in die zweite Hälfte. Nach mehreren Phasen warf #9 Georg Ford in der 45. Minute einen langen Pass in die Lücke zu Farrell, der ungehindert aus fünfzehn Metern zum Versuch kam, den er selber erhöhte. Schottland kam dann auch wieder im Spiel an und wagte vier Minuten später einen langen Straftritt, welchen #15 Stewart Hogg trat. Der Schuss zog aber an den Stangen vorbei. Es sah fast so aus, als kämen die Gäste in der 54. Minute zum nächsten Versuch, doch Schiedsrichter Nigel Owens deutete in der Zeitlupe den nach vorne geschlagenen Ball richtig und erkannte den Versuch nicht an. In der 66. Minute drehte sich das Blatt dann wieder gänzlich, als #20 Sam Underhill den balltragenden #17 Ryan Wilson ohne Gebrauch seiner Arme zu Boden brachte und dafür die gelbe Karte sah. #!0 Finn Russell nahm sich des Straftritts an und baute die Führung auf 25:13 aus. England versuchte noch trotz Unterzahl etwas zählbares aus dem Spiel mitzunehmen, doch die schottische Abwehr stand und das Heimteam holte sich nach zehn Jahren nochmal den 'Calcutta Cup', der Trophäe dieser ältesten Rugbybegegnung!


Tabelle: 

1. Irland     (+49)14
2. England    (+25) 9
3. Schottland (- 9) 8
4. Wales      (+11) 6
5. Frankreich (+ 9) 6
6. Italien    (-85) 0


Huw Jones war von England nicht aufzuhalten...
(photo:scottishrugby.org)