Donnerstag, 12. Februar 2026

Feuer und Schwert (Die Napoleon Saga 1804-1809) - Simon Scarrow

 Rezension zu 'Feuer und Schwert (Die Napoleon-Saga 1804-1809)'

von Simon Scarrow


Erscheinungsjahr: 2020 (Originalausgabe: 2009)
Format: Klappcover
Seitenanzahl: 816
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3-453-47169-6
Preis: 11,99 €


KURZBESCHREIBUNG:
Gestützt vom Volk krönt sich Napoleon Bonaparte im Jahre 1804 selbst zum Kaiser von Frankreich. Außerdem setzt er sich kurz darauf die Königskrone von Italien auf und wird uneingeschränkter Herrscher des europäischen Festlands. Mit seiner großen Armee wehrt der immer machtgierig werdende Napoleon alle Aufbegehren ab; schlägt die Österreicher und stutzt Preußen sowie Russland mit seinen Zar. Nur zur See kann er den verhassten Engländern im wahrsten Sinne des Wortes nicht das Wasser reichen. So scheitert eine Invasion auf der Insel schon im Ansatz und als Sahnehäubchen schlägt Lord Nelson bei Trafalgar die Franzosen vollends. Arthur Wellesley kann dies alles nach seiner glorreichen Rückkehr aus Indien nur aus der Ferne beobachten, während er sein Versprechen seiner großen Liebe Kitty hält und sie heiratet; obwohl diese regelrecht knorrig geworden ist und keine ansehnliche Partie mehr darstellt; von ihrem psychischem Zustand ganz zu schweigen. Seine politische Karriere trägt in Dublin jedoch langsam Früchte. Allerdings brennt Arthur regelrecht darauf, mit einer Armee auf das Festland zu gelangen und den Kampf gegen den augenscheinlich übermächtigen Bonaparte aufzunehmen. Und es soll tatsächlich so sein, dass England endlich gegen Frankreich operieren will...

KOMMENTAR:
Mit der glorreichen Selbstkrönung Napoleons startet das dritte Buch der Napoleon-Saga sehr dekadent. Allerdings war Napoleon wirklich ein unglaublich großer Egozentriker. So führt uns der Autor Simon Scarrow auf den folgenden Seiten durch die Jahre nach diesem grandiosen Ereignis der französischen Geschichte, die Bonaparte sehr schwer auf den Schultern liegen werden. Denn nicht nur alle Länder scheinen sich gegen ihn und seiner Philosophie verschworen zu haben, sondern auch im Land begehrt Volk und Politik nach Frieden. So muss er mit seinen Spionen eigentlich alles und jedem im Auge haben. Dazu gelingt es seiner Frau Josephine nicht, ihm einen Nachwuchs und somit Thronfolger zu schenken und die Ehe hängt auch nur noch an einem seidenen Faden. Es scheint so, als ziehen sich mehr und mehr dunkle Wolken über seinem Land zusammen, obwohl er mit Inbrunst an allen Fronten kämpft. Scarrow gelingt es wunderbar, die Entwicklung des selbsternannten Kaisers zu beschreiben; der sich von einem aufrichtigen Mann mit Werten zu einem jähzornigen Tyrannen entwickelt. Gleichzeitig wird Arthur Wellesley ein mehr und mehr ehrenhafter Mann - alleine dass er seine Jugendliebe Kitty heiratet, obwohl sie nicht mehr das ist, was man wohl eine tolle Frau nennen kann, ist einfach respekterweisend. Wunderbar chronologisch erzählt Scarrow die weiteren Geschehnisse, die nun wirklich auf den abschließenden Band hinsteuern, in dem es dann wohl zu dem Kräftemessen zwischen Napoleon und Arthur kommt. Man darf sich also weiter freuen über gelungene, geschichtliche Spannung...
9,3 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN:
- dritter Roman der Napoleon-Saga
- Landkarten von den europäischen Mächten 1805; von Napoleons Feldzug gegen Österreich und Russland 1805 und gegen Preußen und Russland 1806-1807 sowie der iberischen Halbinsel 
- Anmerkungen des Autors 
- Danksagung des Autors

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