Rezension zu 'Blutdurstig' von Robert McCammon
Erscheinungsjahr: 1988 (Original: 1981)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 496
Verlag: Knaur
ISBN-13: 3-426-01809-9
Preis: 9,80 DM (vergriffen)
KURZBESCHREIBUNG:
Die Morde von Kakerlak setzen Detective Captain Andy Palatazin sehr zu, da die Medien einen ungeheuren Druck aufbauen und seine Einheit immer noch keine richtige Spur aufweisen kann. Dies schlägt sich mittlerweile auch auf seine Ehe mit Jo nieder, die mehr und mehr durch die Situation anspannt. Als dann in Los Angeles und deren Umgebung mehrere Friedhöfe verwüstet und die Särge der Bestatteten entwendet werden, sucht auch noch die Vergangenheit den eh schon gestressten Palatazin heim. Seine Wurzeln liegen nämlich in Ungarn und leider wurde dort vor Jahrzehnten sein Vater Opfer von Vampiren. Dort fing die Vampir-Plage ebenso an und als in den ersten Häusern von L.A. Leichen gefunden werden, die sich dem Tod trotzend noch regen, ist dem Detective Captain klar: die Stadt der Engel wird von Vampiren überrollt. Allerdings will ihm niemand glauben und dieser Unglaube ist tödlich! Zur selben Zeit wird der albino-häutige Rocker Kobra von irgendetwas Herrschaftlichem in die Großstadt an der Westküste gerufen. Scheinbar kommen diese Rufe aus dem Castle Kronsteen, dass eben jener Schauspieler Orlon Kronsteen Stein für Stein in Europa abgetragen und am Rande der Stadt an der Westküste wieder aufbauen lassen. Dies hat einen neuen Besitzer, welcher sich als Prinz Conrad Vulkan ausgibt und selbst auf die Maklerin Paige LaSanda eine unheimliche Anziehung hat. Was haben die Geschehnisse miteinander gemeinsam und kann Palatazin irgendetwas bewegen, um möglichst viele Menschen zu retten?
KOMMENTAR:
Ich liebe Vampir-Romane, aber ich hasse diese süßholzraspelnden Blutsauger, die sich irgendwann in den Neunzigern in den Büchern dieser Welt breit machten. Der Vampir ist und bleibt eine Bestie – basta. Diese sehr verweichlichte Gattung durfte ich nun in dem 1981 erschienen Roman des amerikanischen Autors Robert McCammon nicht erwarten; denn klar war, dass ‚Blutdurstig‘ ganz gewiss Vampire beinhaltet. McCammon macht den Einstieg in das Werk nicht gerade einfach, denn er startet einen Handlungsstrang nach dem anderen. Überraschenderweise zeigt sich, dass keiner dieser ins Leere läuft – allesamt haben ihren Zweck und geben teilweise der Geschehnisse eine kräftige Ladung Dramatik. ‚Blutdurstig‘ ist ein dunkles Werk, bei dem gewiss der berühmte Roman ‚Dracula‘ als kleine Inspiration gedient hat; denn im Grunde möchte auch hier ein Blutsauger die Weltherrschaft übernehmen. Dazu nutzt der amerikanische Autor die klassischen Waffen gegen Vampire; also die Sonne, Weihwasser, Kreuze und so weiter. In der Optik sind die Bestien ein bisschen eigenständig mit je Reißzähnen oben wie unten und einer Haut über den Pupillen. Seine geschaffenen Charaktere sind sehr eigen und manche faszinieren sehr, wie zum Beispiel der junge Außenseiter Tommy Chandler oder die geheimnisvolle Solange. Ja, die Dame heißt wirklich so und da sind wir bei einem Nachteil des Romans; die Namen sind im Deutschen teilweise schrecklich. Ich kann allerdings nicht sagen, ob das an einer schwachen Übersetzung liegt oder nicht. Ansonsten liest sich der gut 500 Seiten starke Horror-Roman mit steigender Seitenzahl immer besser und erklimmt vom Handlungsverlauf her nahezu epische Ausmaße. Ganz klar eine Empfehlung für Freunde des gepflegten Horrors der klassischen Machart.
8,5 von 10 Punkte
BESONDERHEITEN:
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