Rezension zu 'Kampf und Tod (Die Napoleon-Saga 1809-1815)'
von Simon Scarrow
Format: Klappcover
Seitenanzahl: 896
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3-453-47170-2
Preis: 11,99 €
KURZBESCHREIBUNG:
Die Abneigung von Napoleon Bonaparte gegenüber den Engländern ist groß und seiner Meinung nach der größte Störfaktor für einen Frieden in Europa. Da sich aber die anderen Länder nicht wirklich um das Embargo gegen die Engländer hält, werden aus Drohungen des Kaisers von Frankreich schnell eine Kriegserklärung gegen Österreich, die Preußen und den Russen. Diese wissen aber mittlerweile besser gegen die große Armee zu kämpfen, dass die Siege für Frankreich seltener und vor allem aufwendiger werden. Gleichzeitig wächst der Druck in der Hauptstadt: die Menschen möchten den Frieden und erwarten außerdem einen Thronfolger von Napoleon. Seine Kaiserin Josephine ist jedoch nicht mehr in der Lage, Kinder zu gebären – er muss sich von ihr trennen und eine fruchtbare Gemahlin finden! Bonaparte hat also viele Probleme, die zu lösen sind, um Herr der Dinge zu bleiben. Dabei nimmt er die Lage auf der Iberischen Halbinsel nicht richtig ernst, obwohl der jüngst zum General ernannte Arthur Wellington – er wählte nach einigen Erfolgen und dem schlechtgeredeten Ruf des Namens Wellesley im eigenen Land wieder diesen Nachnamen – viele Siege einheimsen kann. Da dies die Politiker und die Armeen von Portugal und Spanien überzeugt, gibt es immer mehr Unterstützung für die Briten. Und Wellington nutzt dies geschickt aus, um die Franzosen in die Schranken zu weisen und hoffentlich bald Bonaparte aus dem Kaiserstuhl zu stoßen...
Das vierte und letzte Buch der Napoleon Saga zeigt detailliert den Niedergang von Napoleon und der Grande Armee auf. Der Autor Simon Scarrow zeigt hier ganz klar auf, dass fehlendes Einschätzungsvermögen, der unbändige Hass auf die Engländer und letztlich die besser gewordene Taktik seiner Gegner zum Fallbeil wurden. Spannend wie in den vorherigen Bänden beschreibt Scarrow, wie Napoleon sich nur noch unter Mühen gegen die Preußen und Österreicher behaupten kann und wie groß am Ende der Brocken Russland war. Auch der Zwiespalt von Bonaparte mit seinen Verwandten und Beratern wird hier in tollen Worten klar gemacht. Der selbstgekrönte Kaiser wird zu einer tragischen Figur, während sein Gegner Wellington überlegt und kühn gegen die Franzosen aus dem Westen her angeht. Scarrow erklärt hier deutlich in dem Roman, dass diese beiden Strategen wirklich nur für den Krieg geboren waren. Nur dort schienen sie sich wirklich berufen gefühlt zu haben. Chronologisch bereitet Scarrow sehr unterhaltsam die Gegebenheiten von vor über zweihundert Jahren auf; besonders dem großen Finale in und um Waterloo widmet er einen sehr ausführlichen Ablauf der Ereignisse auf dem Schlachtfeld. So steht dieser vierte Band mit dem passenden Titel 'Kampf und Tod' seinen Vorgängern in nichts nach und macht die Napoleon-Saga zu einem lebendig gewordenen Geschichtsunterricht, den man besser nicht schreiben kann. Eine Menge Lesestoff sind die vier Romane - zugegeben, aber das Leben der beiden Kontrahenten Bonaparte und Wellington haben dies einfach zu bieten und waren bei Simon Scarrow in den allerbesten Händen!
9,3 von 10 Punkte
BESONDERHEITEN:
- vierter Roman der Napoleon-Saga
- Landkarten der iberischen Halbinsel, der Schlacht von Wagram, den Kampfschauplätzen in Russland und dem Waterloo-Feldzug im Juni 1815
- Anmerkungen des Autors







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