Manche Konzerte bekommt man trotz der heutigen Möglichkeiten immer noch kaum mit. Mehr durch Zufall erfuhr ich von den beiden Konzerten der britischen Mod/Punk-Rock Band THE CHORDS, die aus rechtlichen Gründen noch ein UK drangehangen haben. Einige Jahre unter dem Namen CHRIS POPE AND THE CHORDS agierend entstand die Band in den späten Siebzigern innerhalb der neuen Mod-Bewegung, welche zumindest musikalisch nahe dem Punk-Rock war. Leider entstand in der Zeit neben einigen Singles nur ein Album, was mittlerweile einen kleinen Kultstatus besitzt. Chris Pope und Kollegen haben allerdings noch einige Scheiben veröffentlicht und man durfte sich auf eine gut gemischte Setlist freuen.
Weniger erfreulich war, dass die Vorband THE MOVIEMEN sehr kurzfristig absagen mussten und dementsprechend auf die Schnelle kein anderer Support aufgetrieben werden konnte. So war es nur das Quartett, was im wiederbelebten 'Ratinger Hof' auf die Bühne stieg...
Ohne großen Schnickschnack legten die vier Herren, welche da wären: Chris Pope an Gitarre und Mikrophon, Sandy Michie an der zweiten Gitarre, Kenny Cooper an den Drums und Mic Stoner am Bass, unmittelbar mit dem Song Nowhere Land los. Schnell merkte man, dass der Fokus der Setlist im ersten Abschnitt eher den neueren Werken der Band gewidmet war; was nicht ganz verwunderlich; war erst vor einigen Monaten ein Best-Of Album der jüngeren Phase von THE CHORDS UK erschienen. Somit folgten Lieder wie das melodiöse Man On The Northern Line oder Hey Kids! Come The Revolution, was das Publikum mit ins Spiel brachte. Mitsingen war angesagt, was auch trotz nicht gerader üppig erschienenen Menschen ganz gut mitgemacht wurde. Die angereisten Leute genossen die Energie der Band sehr, welche sich sehr bemühte, den Flair zu den Songs, die einfach in die Endsiebziger oder Frühachtziger passen, dementsprechend beizusteuern. Etwa die Hälfte der Setlist war gefüllt mit jüngerem Material, bevor der Track Dreamdolls den gesamten Ratinger Hof komplett zurück in die erwähnte Epoche beamte. Das einzige Album 'So Far Away' versprüht musikalisch tiefgehend diesen Charme, den Chris und Co. bestens transferierten.
photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com
Und es war eine wahrhaftige Freude, Lieder wie Something's Missing oder Breaks My Heart live und lebendig vorgetragen zu bekommen. In dieser Phase stellte der Sänger als einziges verbleibendes Mitglied des Originalbesetzung vor; wobei man fairerweise sagen muss, dass Chris mit diesen Musikern weitaus länger aktiv ist, als je mit der alten Truppe von THE CHORDS. Der Titeltrack des erwähnten Albums wurde dann nochmal lauthals mit den Fans zelebriert, bevor das gigantische Maybe Tomorrow und ein live kaum zu überragendes British Way Of Life den kurzen Abend auch schon musikalisch beendete. Es war ein Genuss, THE CHORDS UK live zu erleben, nur wäre eine bessere Werbung für solche Konzerte im Vorfeld wirklich sinnvoller, um dies nochmals in Deutschland erleben zu dürfen - letztlich hat der ganze Spaß auch so seine Kosten. Vielen Dank an Chris und Co. - ein kurzweiliges und emotionales Erlebnis war dieser Auftritt allemal...
Datum: 11.09.2026
Ort: Düsseldorf
Location: Ratinger Hof
Spieldauer: ca. 75 min.
Setlist:
01. Nowhere Land
02. In My Street
03. Somewhere Beyond The Rainbow
04. Man On The Northern Line
05. Now It's Gone
06. One More Minute
05. Now It's Gone
06. One More Minute
07. Hey Kids! Come The Revolution
08. Dreamdolls
09. She Said, She Said
09. She Said, She Said
10. Something's Missing
11. Tumbling Down
12. Breaks My Heart
13. So Far Away
14. Maybe Tomorrow
15. British Way Of Life












