Es ist schon wunderbar, dass sich auch im 50. Jubliäumsjahr des Punk-Rock-Schiffs etliche Bands noch auf den Weltmeeren herumtreiben – so auch das britische Trio RUTS DC, welche in den Anfangsjahren unter THE RUTS Aufsehen erregten; mit dem Herointod ihres Frontmannes Malcolm Owen jedoch einen herben Rückschlag erlitten. Doch sie sind noch da, bringen gelegentlich neue Werke raus und touren recht rege in der Gegend umher. So machten sie auch 2026 eine kleine Europa-Tour mit dem Titel 'Live + Electric'. Der Gig im Essener ‚Don’t Panic‘ hatte dabei die Besonderheit, dass er schon am Spätnachmittag starten sollte. Also reiste man schon frühzeitig ins Ruhrgebiet, um das Trio live erleben zu können...
Die mittlerweile auch gereiften verbliebenen Mitglieder Dave Ruffy an den Drums, Paul Fox an der Gitarre und Bassist Vince Segs aka John Jennings, der ebenfalls den Gesang übernahm, ließen sich ein wenig Zeit, um auf die überschaubare Bühne zu steigen; immerhin war dies vorteilhaft für das Publikum, welches bis dahin die Location sehr gut gefüllt hatte. Ohne großen Schnickschnack legten die allesamt mit Kopfbedeckung auftretenden Briten mit The Vox Teardrop los und reisten samt dem Publikum musikalisch durch die Zeit. Natürlich ist das Debütalbum ‚The Crack‘ aus dem Jahre 1979 Hauptlastträger der Gigs – wen wundert’s bei der Anhäufung von wunderbaren Punk-Rock Songs auf diesem Werk. Lieder wie S.U.S. oder West One (Shine On Me) mussten einfach in der Setlist stehen, es wäre sonst ein Reinfall geworden, denn die Fans vergöttern dieses Album. Allerdings hat die Band ja auch unter RUTS DC auch einige tolle Scheiben ans Tageslicht gebracht und gerade vom jüngsten Werk 'Counterculture?' waren etliche Songs auf der Setlist zu finden, wie erwähnter Opener, der Knaller Born Innocent oder auch Too Much. Spielfreudig zeigte sich das Trio allemal, denn scheinbar war es doch ein wenig überraschend, dass der Laden trotz früher Startzeit sehr voll war. Leider gab es den kleinen Wehmutstropfen, dass die Briten keines der Songs von ihrem ersten Album ohne Malcolm im Programm hatten; ich finde, dass 'Animal Now' sehr gut die Reggae-Einflüsse. Umso mehr wurde das Lied Jah War abgefeiert. Der wohl bekannteste Song von RUTS DC namens Babylon's Burning bildete dann auch schon den Abschluss des kurzweiligen Spätnachmittags.
photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com
Lange mussten die Fans jedoch nicht auf den Nachschlag warten, der mit dem jüngeren Track Pretty Lunatics startete und mit Staring At The Rude Boys eine Granate nachfolgen ließ. Das Trio beherrscht ihr musikalisches Handwerk bestens. Mit dem schon etwas betagteren Lied Psychic Attack wurde dann auch der wunderbare Gig beendet. RUTS DC sind auf jeden Fall immer wieder einen Konzertbesuch wert und bleiben uns hoffentlich noch viele Jahre lang erhalten!
Datum: 17.05.2026
Ort: Essen
Location: Don't Panic
Spieldauer: ca. 80 min.
Setlist:
01. The Vox Teardrop
02. S.U.S.
03. Mighty Soldier
04. Too Much
05. West One (Shine On Me)
06. It Was Cold
05. West One (Shine On Me)
06. It Was Cold
07. Demolition Dancing
08. Born Innocent
09. Faces In The Sky
08. Born Innocent
09. Faces In The Sky
10. Jah War
11. Poison Games
12. Kill The Pain
13. Bound In Blood
14. Counterculture?
15. In A Rut
16. Babylon's Burning
Zugabe:
17. Pretty Lunatics
18. Staring At The Rude Boys
19. Psychic Attack



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