Freitag, 9. Januar 2026

Die Geburt einer Stahlratte - Harry Harrison

  Rezension zu 'Die Geburt einer Stahlratte' von Harry Harrison


Erscheinungsjahr: 1988
Originalausgabe: 1987
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 285
Verlag: Heyne
ISBN-10: 3-453-02499-0
Preis: vergriffen; als eBook erhältlich


KURZBESCHREIBUNG: 
James diGriz ist ein talentierter Verbrecher. Schon in der Kindheit war ihm auf dem trostlosen Planeten Bißchen-Himmel bewusst, dass er eine solche Karriere anstreben muss, damit er zum einen ein gutes Auskommen hat ohne sich dafür tagtäglich krumm zu machen und zum anderen, um von eben jenem Planeten, der nur durch seine Stachelspeckschwein-Zucht bekannt worden ist, zu entkommen. Da ihn seine Eltern so früh wie möglich loswerden wollten, eignete sich Jim schnell alle nötigen Eigenschaften für einen erfolgreichen Verbrecher an. Allerdings fehlt ihm die erfahrene Hand, die ihn in diesen zweifelhaften Beruf einführt. So schmiedet er einen tollkühnen Plan, der ihn ins Gefängnis – und damit zu den erfahrenen Verbrechern – bringen soll. Doch alles hat der angehende Verbrecher in seinen Ideen nicht bedacht und so landet er schließlich irgendwie vom Regen in der Traufe. Aber der junge diGriz gibt sein Ziel nicht auf: er benötigt die Erfahrung eines etablierten Gesetzesbrechers. Schließlich findet er die richtige Person: der 'Läufer'; ein Verbrecher, der nie geschnappt wurde, sich allerdings zur Ruhe gesetzt zu haben scheint. Jim, der später die Stahlratte genannt werden soll, muss also aus dem Gefängnis ausbrechen und den 'Läufer' reaktivieren. Dass dieser Plan viele Haken hat, ist der Stahlratte klar; allerdings ahnt er nicht, wie viele Haken ihm das Leben schwer machen...

KOMMENTAR:
James diGriz ist die Hauptfigur in dem Stahlratten-Zyklus, den der amerikanische Schriftsteller Harry Harrison im Jahre 1961 an den Start brachte. Erst in den Achtzigern, als die Romane mit einer Sci-Fi Welle ebenfalls weitere Aufmerksamkeit erhielten, brachte Harrison zwei Romane auf den Weg, welche die Geschichte um diGriz von Beginn an erzählen sollten. Somit ist der 1985 erschienene Roman ‚Die Geburt einer Stahlratte‘ der erste Band des gesamten Zyklus, in dem berichtet wird, wie die Hauptcharaktere zur Stahlratte wurde. Auch in diesem Buch besticht die Schreibe von Harrison durch seinen Witz, seiner Ironie und seiner faszinierenden Ideen, welche gerade die Stahlratten-Romane so interessant machen. Der Autor macht sich nicht all zu viele technische Gedanken, vermengte das tagtägliche mit seinem ausgedachten futuristischen Universum ohne dabei kleine Kritik- oder Sarkasmus-Spitzen zu hinterlassen. In Anspielung auf eine bekannte Fast-Food-Kette fand ich in der deutschen Übersetzung von Thomas Schlück das Schnellrestaurant McSchweins wirklich amüsant. Ein wenig schade finde ich jedoch, dass gerade der Titel der Serie nicht ordentlich übersetzt wurde - James diGriz ist nämlich eine Edelstahlratte. Ansonsten macht dieser Ideenreichtum, die teils abstrusen Gegebenheiten und die überraschenden Wendungen in der Handlung die Stahlratten-Romane zu einem leichten Sci-Fi Lesevergnügen. Immerhin ist die weit über fünfzig Jahre alte Serie immer noch gefragt - alle Romane sind als eBook erhältlich. Steigt ein in die Welt der Stahlratte...
8,0 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
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