Sonntag, 16. Februar 2020

Six Nations 2020 Week 2


2. Spieltag 2020



Irland - Wales 24:14

Die beiden Sieger der Vowoche trafen im Aviva Stadium aufeinander und lieferten sich von Beginn an eine hektische Partie. Irland drängte dabei den Titelverteidiger Wales in ihre Hälfte, doch die Abwehr der Gäste stand solide. Allerdings bekamen in der 19. Minute gleich vier Spieler #15 Jordan Lamour nicht aufgehalten, der sich nach einem Pass aus einem offenen Gedränge über 12 Meter in das Malfeld tankte. #10 Jonathan Sexton verschoss die Erhöhung jedoch kläglich. Da Irland bis dato mehr drückte war es in der 28. Minute eine Überraschung, dass die Waliser per schnelle Pässe durch die Abwehr brachen, #5 Alun Wyn Jones auf #10 Dan Biggar passte, welcher den mitlaufenden #9 Tomos Williams bediente, der zum Versuch tauchen konnte. Biggar erhöhte zum 7: 5. Allerdings machte dies das Heimteam ein wenig wütend; diese konterten nun schnell und #3 Tadhg Furlong wühlte sich schließlich nach einem Gedränge in das Malfeld. Diesmal war Sexton bei der Erhöhung souverän zum 12: 7, was auch der Halbzeitstand der kurzweiligen Partie war. Irland kam dementsprechend beflügelt in die zweite Hälfte und mit der klassischen Variante von Gasse und Paket kamen sie durch #7 Josh van der Flier zum nächsten Versuch, den Sexton sicher erhöhte. Die Gäste mussten sich nun ins Zeug legen und drückten kräftig in Richtung Malfeld der Iren. Es war jedoch glücklose Kunst, selbst als sie in der 56. Minute dem Malfeld sehr nahe waren, gelang der Versuch wegen eines Vorwurfs von #12 Hadleigh Parkes, der sich zum Versuch streckte, nicht. Irland indessen setzte nochmal zum Angriff an und mit schnellen Pässen wurde der Ball nach rechts außen zu #14 Andrew Conway gebracht, der in das Malfeld tauchte. Die schwere Erhöhung ging zwar daneben und Wales gelang in der Nachspielzeit noch ein Versuch durch #7 Justin Tipuric, aber dann war die Partie beendet und die Iren schlagen den Titelverteidiger mit 24:14...




Schottland - England  6:13

Im ‚Calcutta Cup‘ trafen zwei Vetlierer des ersten Wochenendes aufeinander. Die frühen Angriffsbemühungen machten sich die Schotten durch Strafen und Handlingsfehler schnell wieder kaputt - was sich schon im Spiel gegen Irland den Sieg kostete. Und die Engländer konnten bald daraus Kapital schlagen; #12 Owen Farrell verwandelte einen Straftritt in der 11. Minute; allerdings verschoss er aufgrund des schlechten Wetters und der starken Winde im Stadion zwei weitere Kicks in der 9. und 27. Minute. Diesem zu Trotzen wagte xx George Ford in der 39. Minute ein Drop Goal, welches den Winden aber ebenfalls nicht gewachsen war. So blieb es zur Halbzeit beim 3: 0 für die Gäste. In der zweiten Hälfte konnte Schottland endlich ihre ersten Punkte einfahren, als #10 Adam Hastings den Ball bei einem Straftritt in der 46. Minute wegen eines Vergehens der Gegner zwischen die Stangen schoss. Schottland nutzte die gebotenen Chancen nicht und dann kam auch noch Unvermögen hinzu, als #15 Stuart Hogg den Ball im eigenen Malfeld ablegen wollte, dieser ihm jedoch aus der Hand flutschte und er Glück hatte, das dem Gegner ähnliches widerfuhr. Aus dieser Situation heraus gab es ein Gedränge, was die Engländer mit Kampf um jeden Meter zum Versuch in der 70. Minute durch #xxx Ellis Genge ausnutzten und Farrell diesen zum 10: 3 erhöhte. Schottland wollte zu viel und bestrafte sich sieben Minuten später mit einem Straftritt, welcher England den Sieg brachte. Schottland konnte eine Minute vor Schluss diesen zwar noch zum 6:13 egalisieren und einen Bonuspunkt einheimsen - das Spiel und der 'Calcutta Cup' waren jedoch verloren...



Frankreich - Italien 35:22

Auch gegen die Gäste aus Italien legten die Franzosen, die in der letzten Woche immerhin die Engländer schlagen konnten, unbefangen los. Schon nach zwei Minuten war per Straftritt die Führung eingefahren, den #10 Romain Ntamack nach einem hohen Tackling der Italiener verwandelte. Und nur vier Minuten später war es der Kicker, der den ersten Versuch einleitete, als der mit einem Lupfer die Abwehr narrte und der Ball im Malfeld günstig in die Hände von #14 Teddy Thomas sprang, welcher ihn nur noch ablegen brauchte. Die Erhöhung wie auch den Straftritt in der 15. Minute versemmelte Ntamack jedoch. Es war allerdings nicht so tragisch, da Frankreich in der 18. Minute nach mehreren Phasen den nächsten Versuch legte, als #7 Charles Ollivon den Ball die letzten Zentimeter über die Mallinie drückte. Die Erhöhung traf nur die Querstange und so kam Italien wegen den verpassten Punkten nochmal heran, da sie selber mal ein Phasenspiel hinlegen konnten und schließlich den Ball nach links außen zu #11 Matteo Minozzi passten, der in das Malfeld kam. #10 Tommaso Allan erhöhte nicht nur den Versuch, sondern konnte sein Team vier Minuten später noch per Straftritt auf 10:13 heranbringen. Die derzeit starken Franzosen ließen sich davon aber nicht beeindrucken und holten in der 32. Minute selber einen Straftritt und legten eine Minute vor der Pause den nächsten Versuch, als #9 Antoine Dupont links außen den freistehenden #8 Gregory Alldritt sah, der ungehindert zum Versuch kam. Die Erhöhung von Ntamack brachte den 23:10 Halbzeitstand. Rückblickend war die zweite Hälfte recht ausgeglichen, denn die zumindest optisch überlegenden Franzosen machten in der 59. Minute durch Ntamack den Bonuspunkt, da er an der 22 der Gegner eine Lücke sah und lossprintete. Seine Erhöhung misslang erneut. Die Italiener konterten ihrerseits mit einem Versuch, den #16 Frederico Zani nach mehreren Phasen erzielte, als er den Ball an dem gegnerischen Malfeld einfach gegen den Torpfosten drückte. Allan erhöhte zum 17:28. Der eingewechselte #22 Baptiste Serin mache in der 74. Minute alles klar, als dieser einen Straftritt an der Mittellinie direkt ankickte, durch das halbe Feld der Italiener sprintete, den Ball dann Richtung Malfeld kickte, zwischendurch diesen verlängerte und im Malfeld den Ball aufnahm und als Versuch zu Boden presste. #23 Matthieu Jalibert erhöhte zum 35:15. In der letzten Minute zeigte Italien einen schönen Versuch, als sie per Doppelpass von #15 Jayden Hayward und #14 Mattia Bellini durch die Abwehr preschten und letzterer den Versuch legte, welcher allerdings nicht erhöht werden konnte. Mit dem 35:22 Sieg gehen die Franzosen an die Tabellenspitze und hoffen nun nach zehn Jahren auf einen erneuten Six Nations Titel... 

Tabelle: 

1. Frankreich (+21) 9
2. Irland     (+17) 9
3. Wales      (+32) 5
4. England    (  0) 5
5. Schottland (-14) 2
6. Italien    (-56) 0


Zerfahren wirkte das Spiel der Schotten gegen die Engländer...
(photo:sixnationsrugby.com)

Freitag, 14. Februar 2020

Flavia de Luce: Todeskuss mit Zuckerguss - Alan Bradley

Rezension zu 'Flavia de Luce - Todeskuss mit Zuckerguss' von Alan Bradley




Erscheinungsjahr: 2019
Originalausgabe: 2018
Format: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 352
Verlag: Penhaligon
ISBN-13: 978-3-7645-3114-0
Preis: 20,00 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Es sollte der schönste Tag im Leben von Flavias Schwester Feely sein, doch ein abgetrennter Finger in der Hochzeitstorte verdarb diesen ganz gewaltig. Allerdings ein Grund für das noch junge Detektivbüro 'Arthur W. Dogger & Partner', die Ermittlungen aufzunehmen. Gleichzeitig werden Flavia und Dogger, dem ehemaligen Weggefährten ihres Vaters, mit einem weiteren Auftrag betreut. Mrs. Anastasia Prill vermisst einen Stapel Briefe, welche ihrem Vater, dem bekannten Homöopathen Dr. Augustus Brocken, gehörte und die mit seiner Arbeit zu tun hatten. Die junge Hobby-Detektivin nimmt sofort die Spur auf, doch bei Rückfragen stößt sie mit ihrem detektivischen Kollegen auf die Leiche von Mrs. Prill. Was für ein Spiel wird hier in Bishop's Lacey gespielt? Hängen der Finger aus der Torte, der unter Umständen einer verstorbenen spanischen Gitarristin gehörte, und der Mord an ihrer Klientin zusammen? Ein großes Puzzlespiel wartet auf das ungleiche und doch so eingespielte Ermittler-Duo, welches sich jedoch noch mit den beiden Afrika-Missionarinnen Mrs. Pursemaker und Mrs. Stonebrook herumschlagen müssen, die auf Buckshaw für einige Zeit Unterschlupf finden. Doch zu viel Herausforderung gibt es für die junge Chemie-vernarrte Dame nicht. Unaufhaltsam folgt sie den vorhandenen Spuren - rutscht dabei jedoch immer tiefer in eine ungeheuerliche Verstrickung von Verbrechen in der Gegend!

KOMMENTAR:
Wie doch die Zeit vergeht! Ich erinnere mich noch sehr gut, als die junge Flavia de Luce ihren ersten Fall beackerte. Nun liegt mit 'Todeskuss mit Zuckerguss' schon der zehnte Fall der zwölfjährigen Hobby-Chemikerin sowie Detektivin vor. Vieles ist geschehen in der Zeit und es ist immer wieder schön, als Leser der Romane des kanadischen Autors Alan Bradley auf Buckshaw, dem Herrensitz der de Luces zurückzukehren. Mit dem gegründeten Detektivbüro, was logischerweise über den Diener Dogger läuft, wird nun ein neues Kapitel in dem englischen Örtchen aus den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgeschlagen, was Neuleser bestimmt erfreuen kann. Das zehnte Buch enthält zwei Haupt- und kleinere lose Handlungsfäden, welche der Autor routiniert mehr und mehr zusammenfügt und den Leser in der Spannung hält. Natürlich ist dem Altleser die komplette Umgebung sowie die mehr oder minder eigenwilligen Charakteren vertraut, was mit ein Hauptreiz der Romane um Flavia de Luce ist. Aber auch dieser Kriminalfall ist fast gewohnt spannend aufgebaut und findet untermalt mit den teils lustigen, teils sarkastischen Gedanken der Hauptfigur ein packendes Finale. Es ist jedoch schwer auszumachen, ob dieser Band nun besser oder schlechter als die vorherigen sind. Mir persönlich fehlte dem Fall an sich ein klein wenig mehr Pfiff und diese einleitende Geschichte mit dem Finger in der Torte erschloss sich mir letztendlich nicht gänzlich. Jedoch wie erwähnt fühlt es sich wie ein Heimkommen nach Buckshaw an, was meiner Meinung nach nicht minder wert ist. Freuen wir uns jetzt schon auf das kommende Abenteuer der gewitzten Detektivin...
7,8 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- zehnter Kriminalfall mit Flavia de Luce
- Danksagung des Autors
- Danksagung der Übersetzer

Donnerstag, 13. Februar 2020

WHEEL - Moving Backwards

...neu in meinem CD-Regal....


WHEEL - Moving Backwards



Nach zwei hervorragenden E.P.s der finnischen Dark-Metaler WHEEL war es im Jahr 2019 Zeit für ein Full-Length Album; auch wenn ein Blick auf die Trackliste gerade mal sieben Lieder ausmacht. Allerdings bewegen sich alleine drei Songs um die jeweils zehn Minuten, was erahnen lässt, welch episches Werk hier vorliegt. Das dynamische Vultures zeigt auf, dass die vier Finnen ihrem Stil treu geblieben sind: melodische Songs mit schweren Gitarren untermalt - eine feine Mischung aus Bands wie TOOL und KATATONIA. Wheel ist einer der zehnminütigen Werke, welcher mit fast rituell wirkenden Drums startet und immer wieder von Gittarenwällen attackiert wird, während Sänger James Lascelles beinahe sanft den Gesang abarbeitet. Nach gut sechs Minuten wandert der Song in Strukturen des progressiven Metals. Ein sehr aufregendes Gebilde. So auch der teilweise bedrohlich bis melancholisch wirkende Song Tyrant, welcher mein persönlicher Anspieltipp ist - atmosphärisch und vertraut wirkend, einfach tiefgehender Bombast. WHEEL können aber auch dreckiger, was die abwechslungsreichen Up The Chain und Where The Pieces Lie klar zeigen. Volle Dröhnung pur! Hinweisen möchte ich noch auf den Track Skeletons, welcher eine düstere Atmosphäre aufbaut, welche dem Cover von 'Moving Backwards' einen musikalischen Hintergrund bietet. Das Quartett ist wirklich eine wunderbare Neuentdeckung in dem Dark-Metal Genre und man hört hoffentlich noch vieles mehr der Finnen! 

Erscheinungsdatum: 22.02.2019
Format: CD (digipack)
Label: Odyssey Music Network
Barcode: 4260341642796

Tracklist:
  1. Vultures
  2. Wheel
  3. Tyrant
  4. Up The Chain
  5. Skeletons
  6. Where The Pieces Lie
  7. Lacking
Video zu 'Vultures'

Six Nations 2020 Week 1


1. Spieltag 2020



Wales - Italien 42: 0

In der Partie gegen Wales war Italien sichtlich bemüht auf Sieg zu spielen. Die einzige Schwäche war zu Beginn das leicht übereifrige Spiel, was dem Titelverteidiger immerhin zu drei Straftritten brachte, die #10 Dan Biggar in der 4., 11. und 16. Minute jeweils zum 9: 0 Zwischenstand verwandelte. Als das Heimteam dann in der 18. Minute eine Strafe zur Gasse kickte, passten sie nach dieser einmal quer über das Feld und der pfeilschnell #11 George Adams arbeitete sich die letzten Meter zum Versuch. Die Erhöhung von links außen konnte Biggar jedoch nicht verwandeln. Echte Brillanz zeigte der Kicker jedoch in der 30. Minute, als er einen Pass aus dem offenen Gedränge an der gegnerischen Mallinie von #9 Tomos Williams bekam und diesen direkt durch die Beine zu Adams weiterspielte, der erneut links außen in das Malfeld tauchte. Diese Erhöhung verwandelte Biggar dann auch zum 21: 0 Pausenstand. Italien mühte sich nach Kräften, doch als in der 59. Minute #19 Cory Hill durch die Abwehr brach und nach einer weiteren Phase sich #23 Nick Tompkins durchtankte und zum Versuch sprintete, waren die tapferen Gäste gebrochen. Wales indessen war nach Biggars Erhöhung zum 28: 0 weiter heiß und holten sich in der 77. Minute nach einigen Phasen durch #13 George North den Bonuspunkt. Bitterer war noch, dass dann auch noch Adams in der Nachspielzeit für seinen Hattrick sorgte. Mit 42: 0 verloren die Italiener zwar eine Schippe zu hoch, doch Wales zeigte an, dass man den Titelverteidiger auch in diesem Jahr auf der Rechnung haben sollte!




Irland - Schottland 19:12

Die Schotten kamen sehr engagiert nach Irland, um einen guten Start in das Turnier zu haben. Es gelang den Gästen auch nach fünf Minuten, die ersten Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. #10 Adam Hastings verwandelte den Straftritt, nachdem die Iren sich nicht nach dem Tackling lösten. Trotz weniger Spielzeit mit Ballbesitz waren es die Iren, die nach einer Gasse und gut ein Dutzend Phasen den ersten Versuch legten, als der Ball in der 10. Minute zu #10 Jonathan Sexton gepasst wurde und dieser ungehindert in das Malfeld gelangte. Er selber erhöhte seinen Versuch zum 7: 3. Schottland zeigte immer wieder Undiszipliniertheiten wie unnötige Ballverluste, aber konnten immerhin in der 16. Minute nach einem Vergehen der Iren beim Gedränge durch Straftritt von Hastings auf einen Punkt heran kommen. In der 32. Minute hätte es sogar die Führung werden können, doch da ging der Kick von Hastings daneben. Zwei Minuten vor der Pause leisteten sich die Gäste erneut eine Strafe am offenen Gedränge und Sexton markierte per Straftritt den Halbzeitstand von 10: 6. Fünf Minuten konnte der irische Kicker dies sogar ausbauen, da Schottland auch in der zweiten Hälfte an den gleichen Problemen haderte. Ein Abseitsspiel der Iren in der 52. Minute stellte nach Straftritt von Hastings den alten Abstand wieder her; allerdings hätte es ebenso gut der Ausgleich sein können, weil Schottland im Vorteil den Angriff zu Ende spielte, #15 Stuart Hogg den Ball aber im Malfeld aus den Händen gleiten ließ. Trotzdem kam Schottland in der 66. Minute weiter heran, als Hastings den nächsten Straftritt verwandelte. Eine letzte Undiszipliniertheit brachte dann dem Heimteam den Sieg: nach einem Befreiungskick rempelte #12 Sam Johnson seinen Gegner #14 Andrew Conway aus dem toten Winkel um; das Ergebnis war ein Straftritt an der 22 Meter Linie, den Sexton zum Endstand von 19:12 verwandelte...



Frankreich - England 24:17

Ein junges französisches Team spielte gegen den Gast aus England sehr unbefangen auf und nach einer sehr wilden Anfangsphase konnten diese dann auch in der 6. Minute den ersten Versuch legen, als #11 Vincent Rattez unbehindert die letzten Meter in das Malfeld überbrückte. #10 Romain Ntamack erhöhte diesen und legte in der 16. Minute nach Abseits per Straftritt zum 10: 0 nach. Der Verlierer des World Cup Finales spielte stellenweise unbeholfen und so war es kein Wunder, dass die Franzosen bei einem Befreiungskick den Ball wieder in die Hände bekamen, nachdem der von einem englischen Spieler abprallte. Rattez fing den Ball auf, stürmte tief in die gegnerische Hälfte und passte dann zum mitlaufenden #7 Charles Ollivon, der die letzten dreißig Meter zum Versuch sprintete. Ntamack erhöhte zum 17: 0, was auch der Halbzeitstand war, da England weiter unglücklich agierte. Dies sah in der zweiten Hälfte schon besser aus, aber nach einer Gasse in der 54. Minute konnte #9 Antoine Dupont den Ball aus dem offenen Gedränge zu Ollivon passen, der seinen zweiten Versuch legte und die Erhöhung von Ntamack das 24: 0 markierte. Unter diesem Druck spielte England nun sehr offen - und dies erfolgreich. Eine starke Einzelaktion von #14 Jonny May brachte den Anschluss: er lupfte den Ball innerhalb des gegnerischen Feldhälfte in die 22, sprintete hinterher und verlängerte den Ball in das Malfeld, wo er sich auf diesen stürzte. #12 Owen Farrell erhöhte zum 7:24. Die Gäste wirbelten weiter, benötigten aber bis in die 65. Minute zu den nächsten Punkten. Von derselben Stelle aus, von der er zuvor einen Lupfer wagte, nahm May diesmal den Ball in die Hand und sprintete im Slalom durch die französische Abwehr sowie zu seinem zweiten Versuch den Farrell ebenfalls erhöhte. Allerdings lief die Zeit unbarmherzig gegen die Gäste, zumal die Franzosen in der Abwehr sehr konzentriert standen. Der Druck brachte immerhin noch einen Straftritt in der Nachspielzeit, der den Engländern mit dem 17:24 zwar nicht den Sieg, aber immerhin einen Bonuspunkt einbrachte. Jubeln konnten jedoch die Franzosen umso mehr!

Tabelle: 

1. Wales      (+42) 5
2. Frankreich (+ 7) 4
3. Irland     (+ 7) 4
4. England    (- 7) 1
5. Schottland (- 7) 1
6. Italien    (-42) 0


Irland war den Schotten am Ende ein Stück voraus...
(photo:sixnationsrugby.com)

Freitag, 7. Februar 2020

Super Bowl LIV

Das Ergebnis des NFL -Super Bowl LIV



Kansas City Chiefs - San Francisco 49ers 31:20

Wie in den gesamten Playoffs sah es auch im Super Bowl 54 so aus, als würden die Kansas City Chiefs den Start verschlafen, der erste Drive endete direkt und die San Francisco 49ers kamen unter der Leitung von Quarterback Jimmy Garopollo zu einem Field Goal von Kicker Robbie Gould aus 38 Yard. Aber nun waren auch die Chiefs im Spiel und Quarterback Patrick Mahomes trieb sein Team über das Feld und lief den letzten Yard allein in die Endzone. Auch die Abwehr war wach und fing im Anschluss einen Pass von Garopollo ab, was die Chiefs im zweiten Quarter zu einem Field Goal aus 31 Yard von Kicker Harrison Butker. Garopollo ließ den Fehler hinter sich und die 49ers antworteten mit einem Touchdown, als der Quarterback kurz zu Running Back Kyle Juszczyk warf, der ungehindert über 15 Yards in die Endzone zum 10:10 kam. Zeigten die Kalifornier bis kurz vor der Pause immer wieder überraschende Spielzüge, war es verwunderlich, dass sie in der letzten Minute nichts mehr wagten, hatten sie immerhin noch alle drei Auszeiten sowie bekamen sie den Ball zu Beginn des dritten Quarters. So blieb es bei dem Spielstand. Immerhin konnten sie im dritten Abschnitt erneut ein Field Goal zu ihren Punkten hinzufügen, als Gould aus 42 Yard den Ball zwischen die Stangen jagte. Das Blatt schien sich nun mehr für San Francisco zu drehen, denn Mahomes warf einen unglücklichen Pass, nachdem er im Spielzug zuvor schon von Rookie Defensive Liner Nick Bosa gesackt wurde und nun Linebacker Fred Warner den Ball abfing. Der Angriff der 49ers marschierte erneut und der bis dato ruhig gestellte Running Back Raheem Mostert überbrückte den letzten Yard zum 20:10. Kansas City arbeitete sich nun über das Feld, bis Mahomes erneut einen Fehlpass warf, den diesmal Defensive Back Tavarius Moore abfing. Allerdings konnte San Francisco daraus diesmal kein Kapital schlagen und so bekamen die Chiefs im vierten Quarter mit noch neun Minuten auf der Uhr den Ball. Zehn Spielzüge brauchte Kansas City, bis Mahomes über ein Yard auf Tight End Travis Kelce warf, was den Anschluss zum 17:20 brachte. San Francisco brachte hingegen nichts zustande und wie im Rausch jagten die Chiefs erneut über das Feld. Ein kurzer Pass auf Running Back Damien Williams, der über fünf Yard soeben in die Endzone zur 24:20 Führung gelangte. Der Motor von San Francisco kam nicht mehr richtig auf Touren, und im vierten Versuch kamen die 49ers nicht mehr zum First Down. Ein wenig Zeit blieb noch, doch beim zweiten Versuch der Chiefs brach Williams durch die Abwehrreihe und sein Lauf endete nach 38 Yard in der Endzone der 49ers. Die zweite Interception von Garopollo war in dieser Situation nicht gerade ungewöhnlich und die Kansas City Chiefs holten sich mit dem 31:20 nach genau fünfzig Jahren erneut die 'Vince Lombardi Trophy'!

Der 54. Super Bowl war eine spannende Begegnung, bei der jeder Punkt zählte...

(photo: nfl.com)

Montag, 3. Februar 2020

ENTSTAUBT ... im ... JANUAR

...Die 'ENTSTAUBT'-Rubrik ist ein Tribut an Alben, 
die mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben...


WALLS HAVE EARS - 
Die Abenteuer des Maschinisten Flux Garden


Im Januar hatte es mir nochmal eine ziemlich unbekannte Band aus deutschen Landen angetan, welche mich in den frühen Neunzigern ziemlich begeistert hatten. WALLS HAVE EARS kamen aus dem Süden des Ruhrgebiets und machten einen eigensinnigen Wave-Rock mit einem Hauch von Gothic und dominierenden Industrial-Elementen, was unweigerlich an dessen große Vorbilder EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN erinnerten. Ihr Debüt-Album mit dem aufregenden Titel 'Die Abenteuer des Maschinisten Flux Garden' konnten die Jungs 1990 auf den Markt bringen und schon der eingängige Opener Morgen öffnete Augen wie Ohren. Deutscher Text; eine dunkle und spannende Soundbreite sowie ein eingängiger Refrain - das packte mich als Hörer sofort. Unverkennbar wurde das Schlagzeug, was aus großteils aus Rohren und Metallboxen bestand und gerade Live wohl eine Offenbarung gewesen sein soll. Leider habe ich dieses Spektakel nie erleben dürfen. Die Gitarrenarbeit war es, welche die Gothic-Gemeinde gerne anlockte, sei es nun flotter wie in dem Song Bleed For Me, was auch aufzeigte, dass die Band sprachlich lingual agierte, oder nachfolgende Lieder wie das sehr aufregende und sich steigernde Flux Garden, in dem in Sachen Gitarre gerne an AND ALSO THE TREES gedacht werden darf. Abwechslungsreich war WALLS HAVE EARS dazu, hat Spoilt eine so wunderbare Mischung aus Dark Wave und dem Synthie-Sound von Bands wie DEPECHE MODE, was allerdings stellenweise in fast punkige Aggression ausartete. Auch das rockige Jack Rip Off packt den Zuhörer und schleift ihn gar auf die Tanzfläche, um die Gliedmaßen zucken zu lassen. Tiefgehend düster wirkt Slow Monday und mit Walls In Close, einem instrumentalen Klassik-Werk, welches sich in ein Industrial-Gebilde wandelt, endet ein auch heute noch faszinierendes Album. Die Zeit der Band war nicht die Längste, aber immerhin konnten sie noch zwei weitere Veröffentlichungen realisieren, deren Anschaffung eigentlich ebenfalls Not tut...

Erscheinungsdatum: 1990
Format: LP, CD
Label: Artlos
Tracklist:
  1. Morgen
  2. Bleed For Me
  3. Grade Of Our Spite
  4. Flux Garden
  5. Spoilt
  6. Something
  7. Jack Rip Off
  8. Slow Monday
  9. Walls In Close
Flux Garden

Sonntag, 2. Februar 2020

Doors !: Blutfeld - Markus Heitz

Rezension zu 'Doors !: Blutfeld' von Markus Heitz



Erscheinungsjahr: 2018
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 320
Verlag: Knaur
ISBN-13: 978-3-426-98389-6
Preis: 9,99 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Der verzweifelte Geschäftsmann Walter van Dam stellt eine ungewöhnliche Truppe zusammen, welche seine Tochter Anna-Lena retten soll. Diese ist nämlich verschwunden. Was erst wie eine Entführung klingt, überrascht die sechs Mitglieder der Rettungs-Mannschaft schnell, denn nach einem kurzen Kennenlernen werden unter Leitung des Höhlenforschers Dr. Wilhelm Rüdiger Friedemann die Free-Climber und Kletterkünstler Viktor Troneg und Dana Rentski, dem technisch versierten Carsten Spanger, der spirituellen Coco Fendi, dem Parapsychologen Dr. Ingo Theobald zu einem heruntergekommenen Haus kutschiert, unter dem sich eine scheinbar unendlich tiefe Höhle befindet. In dieser soll die zwanzigjährige junge Frau augenscheinlich verschwunden sein. Das ungleiche wie auch geheimnisvolle Sextett macht sich auf den Weg in die Tiefe - und stößt nicht nur auf einige Gefahren sondern auf fünf mit obskuren wie deutlichen Zeichen versehene Türen ... Das Team entscheidet sich für die mit dem Fragezeichen versehene Tür - und gelangt auf ein Schlachtfeld. Es bedarf einiger Zeit, bis sie feststellen, dass sie sich im Frankenreich des Jahres 841 befinden. Immerhin finden sie eine Spur von der vermissten Anna-Lena, stellen jedoch fest, dass ihr Wissen um diese Zeit aus der Geschichte nicht konform mit den laufenden Ereignissen läuft. Eine große Schlacht zwischen Kaiserin Judith und Kaiserin Irmingard bahnt sich an und diese Personen sind keinem der Gruppe auch nur annähernd bekannt. Leider ist das Portal beschädigt und der schnelle Rückweg somit erstmal versperrt. Doch in dem maurischen Greisen Aysun findet die Truppe Hoffnung, denn der alte Reisende scheint sich mit den Portalen auszukennen. Doch eines nach dem anderen muss geschehen - vor allem erstmal die Rettung von Anna-Lena. Doch wie gelangt man ungesehen in ein Lager von über hundert-tausenden von Kriegern und findet darunter die gesuchte Person?

KOMMENTAR:
Die neue Serie von dem deutschen Autor Markus Heitz mit dem schlichten Namen 'Doors' bietet nach der kostenlosen Vorgeschichte 'Doors: Der Beginn' drei Alternativen der fortlaufenden Geschichte der ersten Staffel. Als letztes Buch habe ich mich für 'Doors ?: Blutfeld' entschieden. Dieses Werk führt die Truppe, welche Anna-Lena retten soll, in das düstere Mittelalter. Und dort ist Heitz zuhause; geschult durch seine eigenen Fantasy-Romane wie der Zwergen-Reihe weiß er großartige Schlachten zu beschreiben mit allem, was dazu gehört. Ob nun die Lebensumstände oder die gesamte Kulisse - in diesem Roman fühlt man sich beim Lesen hinein verfrachtet. Es ist meiner Meinung nach der stärkste Roman der ersten Doors-Staffel, denn er wirkt neben seinen lebhaften Szenen einfach viel runder, als die anderen beiden Werke. Dabei hat der Autor nicht eine gewisse Härte missen lassen, noch sind die Szenenwechsel zu dramatisch oder einfach quantitativ zu viel. Auch wenn sich Markus Heitz hier einige (sehr interessante) Freiheiten der Geschichtsschreibung gegönnt hat, macht der Roman einen sehr authentischen Eindruck. Ein gelungenes Werk - allerdings frage ich mich nun nach dem Ende der ersten Staffel, was nun der Sinn hinter diesen drei Alternativ-Geschichten ist. Darf ich mich nun für die beste Variante entscheiden und bekomme für die anderen beiden Bücher das Geld zurück? Irgendwie verwirrt mich das Szenario immer noch. Ich habe begriffen, dass es sich in kommenden Staffeln weiter um eigenartige Tore gehen wird und auch die eine oder andere Person wird gewiss erneut auftauchen, doch birgt es die Gefahr, dass man die Romane dann nicht falsch aneinander setzt? Ich denke, ich werde mich bis zur zweiten Staffel gedulden müssen und dann auf ein wenig mehr Aufklärung hoffen... 
8,3 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- einer von drei Romanen zur ersten Staffel der 'Doors'-Serie
- enthält die auch kostenlose, einzeln erhältliche Geschichte 'Doors: Der Beginn'
- Vorstellung der Haupt-Protagonisten auf den Innenseiten von Vorder- und Rückendeckel


Buchserien-Trailer