Donnerstag, 21. Juni 2018

PINK TURNS BLUE - 30.05.2018, Frankfurt


Nach einigen Festival-Auftritten begab sich die deutsche Waver-Rock Band PINK TURNS BLUE erneut auf den Weg zur Club Tour, mit welcher sie schon 2016 aktuelle Album 'The Aerdt - Untold Stories' promotet hatten. Unter anderem ging es so am 30.05. in das Nachtleben in Frankfurt. Recht zeitig und ohne Vorband legte das Trio dann auch mit dem ersten Track des Werkes Something Deep Inside los und ließen mit Dirt auch den nächsten Songs folgen. Ganz ohne Geschnörkel und Brimborium konzentrierte sich PINK TURNS BLUE in dem gut besuchten Club ausschließlich auf die Musik und diese wurde recht gitarrenlastig vorgetragen. Dies überraschte vor allen bei den vielen Songs des Debütalbums 'If Two Worlds Kiss', von denen nahezu sämtliche Songs dargeboten wurden. Stilistisch passt das Werk schon ziemlich zu dem aktuellen Output. Diese rockige Note wirkte bei den Songs wie Walking On Both Sides oder I Coldly Stare Out ziemlich erfrischend und gab doch ein ganz anderes akustisches Bild ab, als wie man es gewohnt war. Natürlich wurden auch weitere jüngste Songs wie das starke Tomorrow Never Comes dem Publikum geboten; gemixt mit weiteren Tracks aus dem gesamten Schaffenswerk von PINK TURNS BLUE. Darunter waren Walk Away und Can't Be Love zu entdecken. Eine sehr direkte Nummer wurde aus dem Song Your Master Is Calling, welcher den Gig nach dann beendete.

PINK TURNS BLUE
photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com

Trotz steigender Hitze im Nachtleben - die Herrschaften auf der Bühne waren schon sichtlich durchgeschwitzt - trug das Trio eine Zugabe hinterher, bei der mit Michelle einer der großen Klassiker der Band dann abschloss. Mic Jogwer, Sänger und Gitarrist, sowie Bassist Ruebi Walter und Drummer Paul Richter hatten jedoch mächtig Bock auf Musik und legten noch When The Hammer Comes Down und If Two Worlds Kiss nach. Erst dann verließen sie erschöpft, aber auch ziemlich glücklich die Bühne vollends. Die angereisten Fans waren begeistert und hätten bestimmt gerne noch das eine oder andere Lied oder den persönlichen Favoriten - wenn denn nicht im Setlist vorhanden - gehört, aber bei den sommerlichen Temperaturen war es irgendwie auch verständlich, dass genug war. Es ist zum Glück so, dass PINK TURNS BLUE nun nicht vom Erdboden verschwinden werden. Ob Festivals, Clubs oder größere Saäle - die Band wird gewiss wieder in der Nähe auftauchen!

Mic Jogwer
photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com


Datum: 30.05.2018
Ort: Frankfurt
Location: Nachtleben
Spieldauer: ca. 95 min.

Setlist:
01. Something Deep Inside
02. Dirt
03. Walk Away
04. Walking On Both Sides
05. Give Me Your Beauty
06. The Clown
07. I Coldly Stare Out
08. After All
09. When It Rains
10. Missing You
11. Tomorrow Never Comes
12. State Of Mind
13. Can't Be Love
14. Your Master Is Calling
Zugabe I:
15. That Was You
16. A Moment Sometimes
17. Michelle
Zugabe II:
18. When The Hammer Comes Down
19. If Two Worlds Kiss

Scotland Rugby Union Summer Tests 2018 Game 2


U.S.A. - Schottland 30:29

Der zweite Gegner bei den diesjährigen 'Summer Tests' waren die U.S.A. Eagles. Die Gäste bekamen nach dreißig Sekunden erstmalig den Ball, passten ein paar mal, bis #15 Stuart Hogg durch die Abwehr brach, auf den mitlaufenden #14 Blair Kinghorn passte und dieser zum Versuch stürmte. Nach 59 Sekunden führten die Schotten mit 5: 0, was Kinghorn selber erhöhen konnte. Die Eagles antworteten im heimischen Houston mit einem Straftritt von #10 A.J. MacGinty, doch die Gäste legten zügig nach. Nahe am Versuch wurde #9 George Horne von #4 Samu Manoa hoch umgerissen, was ihm die gelbe Karte und den Schotten einen Straf-Versuch einbrachte. Die Vereinigten Staaten konnten immerhin in Unterzahl einen zweiten Straftritt nachlegen, aber auch Schottland nutzte diese Sequenz und legte in der 34. Minute nach einer Gasse und einem starken Paket den nächsten Versuch durch #2 George Turner. Kinhorn erhöhte auch diesen zum 21: 6. Die Eagles gaben aber nicht auf und konnten vor der Pause noch schnell einen Versuch legen. #2 Joe Taufete'e war der Punktelieferant und MacGinty erhöhte diesen noch. Kinghorn war es jedoch, der per Straftritt den Halbzeitstand von 24:13 markierte. Taufete'e schien unaufhaltsam, was er in der 43. Minute zeigte, als die Amerikaner nach einer Gasse überraschend viele Meter machten, er sich dann aus dem Paket löste und sich über die letzten zehn Meter durch die Abwehr tankte und zum Versuch streckte. MacGinty blieb mit der Erhöhung zum 20:24 tadellos. Er machte mit seinem Straftritt nur drei Minuten später das Spiel mit einem Punkt unterschied sehr eng gestalten. Das Heimteam überraschte nach einem Kick-Duell um Raum komplett, als MacGinty in der 59. Minute hinter dem Ball herlief und diesen eroberte, schnell zum mitlaufenden #7 Hanco Germishuys passte und dieser in der linken Ecke den Versuch legte. MacGinty erhöhte und die U.S.A. führte 30:24. Schottland drängte nun auf einem Versuch, war in der 69. Minute nahe dran, was aber der Videobeweis als nicht gültig aufzeigte. Es dauerte tatsächlich bis in die Nachspielzeit, dass die Schotten erneut die Abwehr der Gäste knacken konnte, als sie nach endlosen Phasen plötzlich auf die schwache Seite gingen, #10 Adam Hastings einen weiten Pass nach außen auf den eingewechselten #23 Dougie Fife war, der sich in das Malfeld zum 29:30 drückte. Die Erhöhung sollte die Entscheidung bringen. Warum Kinghorn anstatt den nun spielenden Routinier #21 Sam Hidalgo-Clyne von außen auf die Stangen schoss, wird ewig ein Rätsel bleiben, er verzog den Kick auf jeden Fall und die U.S.A. gewinnen erstmalig gegen Schottland sowie gegen eines der 'großen' Rugby-Vereine seit einem Sieg gegen Frankreich im Jahre 1924!


Dougie Fife legte den Versuch in der Nachspielzeit, doch die Erhöhung ging daneben...
(photo: © edinburghrugby.org)


Die Werbetrommel wurde kräftig gerührt!
(photo: © usarugby.org)

Mittwoch, 20. Juni 2018

ENTSTAUBT ... im ... Juni

...Die 'ENTSTAUBT'-Rubrik ist ein Tribut an Alben, 
die mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben...


TIAMAT - A Deeper Kind Of Slumber


Nach ihrem sehr hoch geschätztem Album 'Wildhoney', welches für die schwedische Band TIAMAT ein krasser Kurswechsel vom Gothic-Metal zu starken Einflüssen aus dem Progressive-Bereich bedeutete, machte man mit dem folgendem Album 'A Deeper Kind Of Slumber' einen weiteren Schritt. Die Musiker um Mastermind Johan Edlund nahm sich drei Jahre Zeit, um das Album schließlich im Jahre 1997 zu veröffentlichen. Dabei legten sie mit einem flotten wie melodiösen Song Cold Seed ambitioniert los. Schon hierbei sind die progressiven Ansätze zu erkennen. Facettenreich geht es dann in diesem Album weiter; mal düsteren und melancholischen Gothic-Rock wie bei Teonanacatl bis zu synthetischem Dark-Wave mit The Whores Of Babylon - auf der anderen Seite sphärischen Ambient mit Untermalung von Samples, was der Song The Desolate One aufweist und durch den hallend wirkenden Gesang von Edlund sehr tiefgründig klingt. Auch in dem beruhigenden Only In My Tears It Lasts ist eine große Tiefe aufzufinden, in der man sich verlieren kann. Einige Zwischenstücke, die wie Trillion Zillion Centipedes sogar bedrohlich wirken können, bereiten langsam auf die Folgetracks vor. Das ruhige Kite erinnert mit seinem Vogelgezwitscher schon stark an das Vorgänger-Album, was dann auch in dem Lied Phantasma De Luxe fortgeführt wird und sehr an die Progressive Rock Band PINK FLOYD erinnert. Besonders das Gitarrensolo am Ende des Songs weist in diese Richtung. Episch und wie an eine Mischung aus FIELDS OF THE NEPHILIM auf einem psychedelischen Trip erinnernd folgt mit Mount Marilyn ein nahezu epischer Track. Leicht vermischter Ambient mit Progressive Rock Elementen beendet mit dem Titeltrack A Deeper Kind Of Slumber ein Album, welches ich persönlich auf dieselbe Stufe wie 'Wildhoney' hebe - herausragend und zeitlos fesselnd.

Erscheinungsdatum: 1997
Format: LP, CD, MC
Label: Century Media
Tracklist:
  1. Cold Seed
  2. Teonanacatl
  3. Trillion Zillion Centipedes
  4. The Desolate One
  5. Atlantis As A Lover
  6. Alteration X 10
  7. Four Leary Biscuits
  8. Only In My Tears It Lasts
  9. The Whores Of Babylon
  10. Kite
  11. Phantasma De Luxe
  12. Mount Marilyn
  13. A Deeper Kind Of Slumber

Atlantis As A Lover

Montag, 18. Juni 2018

New Waves Day II - 26.05.2018, Oberhausen


Nach dem Erfolg der letztjährigen New Waves Day, welcher mit seinem Konzept die gefragten Bands der Achtziger und Neunziger zu einem Paket zu schnüren, genau die Bedürfnisse der Fans getroffen zu haben schien, war es schnell klar, dass es auch in 2018 einen New Waves Day geben wird. Dieser wurde am 26.05. in der selben Lokalität des Vorjahres abgehalten; der Turbinenhalle in Oberhausen. Und die Macher des Events hatten wieder ein feines Bündel geschnürt und mit HOLYGRAM einen spannenden Neuling, einen Wiederholungstäter mit THE CHAMELEONS VOX und als Headliner mit FIELDS OF THE NEPHILIM eine der markantesten Bands der Achtziger ein feines Händchen bewiesen. Doch der Reihe nach…

Mit HOLYGRAM wurde der wohl derzeit am meisten be- wie geachtetste Jungspund in der schwarzen Szene engagiert. Deren selbstbetitelte E.P. schoss regelrecht durch die Decke und so war es keine Überraschung, dass die 'Turbinenhalle' auch am frühen Nachmittag schon sehr gut gefüllt war. Und es lohnte die zeitige Anreise. HOLYGRAM füllten ihre halbe Stunde exquisit mit wunderbaren Songs wie Hideaway oder Still There. Ich habe die Band nun schon einige Mal auf Live sehen dürfen und muss sagen, dass sie auf der Bühne sehr gereift sind. Mit einem sehr nachhaltigem She’s Like The Sun verabschiedeten sich die Rheinländer fast schon viel zu früh und zeigten echt auf, dass sie auf dem Level der alten Hasen, die da nun noch kommen mochten, mitspielen können!

HOLYGRAM
(photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com)


Themenwechsel – als zweite Band des diesjährigen New Waves Day trat DER FLUCH auf die Bühne – das Quartett ist ein äußerst lebendiges Nebenprojekt der Punkband OHL, wobei DER FLUCH hauptsächlich textlich in düstere Gefilde abdriftet. Das wird auch mit Liedern wie Herr der Fliegen oder Die Nacht der Toten niemand abstreiten können. Musikalisch hingegen gab es ein rotziges Brett Punkrock. Bis auf Drummer Kalashnikov mit Sonnenbrillen bestückt nutzten die vier schwarz-gekleideten Burschen ihre halbe Stunde gnadenlos aus und gaben vieles an Energie herüber. Den eh schon seit dem Opener Ich bin der Fluch hin und her tigernde Sänger Deutscher W hielt es dann beim abschließenden Halb Mensch Halb Tier auch nicht mehr auf der Bühne und preschte durch das zahlreiche und begeisterte Publikum. Es bleibt stetig zu sagen: Punks Not Dead … und DER FLUCH auch noch lange nicht!

DER FLUCH
(photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com)


Der europäischen Gothic-Szene wird wohl die niederländische Band CLAN OF XYMOX als eine der beständigsten Erscheinung geläufig sein. Die Gruppe um Sänger und Gitarrist Ronny Moorings, welche sich über die letzten Jahre gewohnt als Quintett ohne Drums präsentierte, bezauberte auch direkt nach dem Intro, in welchem sich Ronny geehrt äußerte, an diesem Tag auf der Bühne zu sein, mit Songs wie Obsession oder einem der Klassiker Louise. Der Sänger vermutete schon, dass die meisten Fans wohl lieber etwas reifere Songs von CLAN OF XYMOX hören mochten. So gab es auch liebevoll dargebotene Songs wie Jasmine And Rose und natürlich der Alltime-Favorite A Day. Ich persönlich fand die nahezu durchweg eher dunkle Beleuchtung an diesem Tage bei den Niederländern übrigens am besten inszeniert. Die Elektro-Gothic-Rocker ließen es sich nicht nehmen, mit Your Kiss einen aktuellen Titel als Abschluss zu spielen und bewiesen damit, dass der Sound der Band zeitlos ist und wirklich auf dieses Tages-Festival gehörte wie eine schwarze Rose auf das Grab.

CLAN OF XYMOX
(photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com)


TRISOMIE 21 - der Name war schon in den Achtzigern ziemlich abschreckend und hinterlässt bestimmt nicht nur bei mir immer noch ein Schaudern – die Musik hingegen ist wirklich wunderbar zeitloser Elektro-Wave, den die drei Akteure dann auch mit Gesang, Bass und Gitarre auf die Bühne der 'Turbinenhalle' zauberten; unterstützt von einem Pult mit Synthies und Notebooks. Und wenn man den hymnen-artigen Liedern wie Glistering Like God, The Camp oder auch dem instrumental-minimalistischen La Fete Triste lauschte, war den Zuschauern schnell klar, dass TRISOMIE 21 eigentlich auf jeder Szene-Party oder in den jeweiligen Tanzschuppen immer zugegen sind. Manchmal einfach unterbewertet, zeigte das Trio in Oberhausen, dass sie auch eine anschauungswürdige Live-Band sind und darauf hatten sich nicht wenige angereiste Fans gefreut. So wurden die Tracks innerhalb der vierzig Minuten bis hin zu dem aufregenden The Last Song abgefeiert. Beeindruckender Auftritt der Franzosen, den man nicht verpasst haben sollte!


Mit THE YOUNG GODS kam nun erneut ein Trio auf die Bühne, welches zwar keine französischen Wurzeln hatten und eigentlich aus Freiburg stammen, doch da Sänger Franz Treichler in Lausanne seine Liebe zur Musik entdeckte, schlug sich das auf die Band nieder. Somit hatte der sehr stark industriale Sound von THE YOUNG GODS besonders bei unseren Landes-Nachbarn großen Erfolg. Aber auch in Deutschland gibt es immer noch eine starke Fan-Base und somit war die 'Turbinenhalle' bei den ersten Tönen des faszinierenden Openers La Fille De La Mort schon wieder kräftig gefüllt. Nicht zu Unrecht besitzt das Trio und ihre Musik Kultstatus, was sie mit Liedern wie dem wuchtigen Skinflowers oder dem stakkato-artigen Schlagzeug-Angriff von Envoye deutlich aufzeigten und die Menge in der mittlerweile recht warmen Halle begeisterten. Und das muss man erstmal mit nur Drums, Keyboards und einem Sänger hinbekommen. Ob nun das düstere L’eau Rouge oder dem klassisch für das Soundgebilde der Band mit massig Samples unterlegtem Kissing The Sun – die dreiviertel Stunde von THE YOUNG GODS wird allen Anwesenden in langer Erinnerung bleiben.


Dass es auf dem erst zweiten New Waves Day schon einen Wiederholungstäter gab, hatten bestimmt nicht viele vermutet – wenn auch aufgrund der Qualität der ersten Auflage gegebenenfalls erhofft. Die Wahl fiel auf CHAMELEONS VOX, welche dem Ruf auch sehr gerne gefolgt waren. Und ich denke, dass dies ein guter Griff war. Mit jede Menge Spielfreude und einer etwas gewandelten Setlist bewiesen die Jungs aus Manchester, das sie in Sachen Wave-Rock auf der Bühne schlicht die Referenzklasse darstellen. Beginnend bei dem flotten A Person Isn’t Safe Anywhere These Days zogen die Mannen um Mastermind Mark Burgess alle Register und präsentierten mit Liedern wie der Hymne Monkeyland, dem rockigen Perfume Garden oder dem einfühlsamen Less Than Human einen Klassiker nach dem anderen. Unglaublich spielfreudig und fordernd ging das Quartett auf der Bühne zu Werke und spätestens als die Halle bei Second Skin lauthals mitsang, war allen Beteiligten klar: CHAMELEONS VOX kann eigentlich auch jedes Jahr auf dem New Waves Day auftreten. Mit einem eher selten gespielten Nostalgia verabschiedeten sich die Briten nach einer Stunde, die sich wie gerade eine halbe angefühlt hatte. Mehr davon…

THE CHAMELEONS VOX
(photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com)


Die wirklich alten Herren des Abends in Oberhausen waren wohl die ehemaligen britischen Punkrocker THE DAMNED gewesen. Das sollte aber bei weitem nichts heißen, von Alterserscheinungen jeglicher Art keine Spur. Mit Elan ging das Quintett startend mit Streets Of Dreams zur Sache und jagten regelrecht durch die siebzig Minuten, die ihnen zu Verfügung standen. Ob nun die Smasher Standing On The Edge Of Tomorrow, I Just Can’t Be Happy Today oder der überzeugenden Coverversion von Barry Ryans Eloise, jeder Song war einem Highlight des Auftritts von THE DAMNED nahe. Ich denke, jeder wird hier bei der voluminösen Trackauswahl seinen Favoriten ausgemacht haben, ich möchte hier Dr. Jeckyll And Mr. Hyde nennen; seit Jahrzehnten mein Lieblingssong der Band – trotz vieler toller Juwelen. Die Herren mochten selber auch irgendwie kein Ende finden und legten nach dem flotten Neat Neat Neat noch ein kräftiges Smash It Up hinterher. Alte Herren – diese Worte finden durch THE DAMNED eine neue Bedeutung, die sich bestimmt viele männliche Zuschauer zu Herzen genommen haben.


Ich könnte jetzt wahnsinnig ausholen und erläutern, wie wichtig doch THE FIELDS OF THE NEPHILIM für die gesamte Gothic-Rock-Szene gewesen war. Das lasse ich nun aber, sondern zeige lieber auf, wie wichtig sie eigentlich noch sind. Ich bin mir schon ziemlich sicher, dass sich niemand, der nach Oberhausen angereist war, diese Ausnahmeerscheinung an Band entgehen lassen wollte! Und so konnte man sich direkt um mindestens fünfundzwanzig Jahre zurückversetzt fühlen, als der dichte Nebel aufkam und das Quintett auf der Bühne Platz nahm. Damit begann die Reise von THE FIELDS OF THE NEPHILIM. Dead But Dreaming läutete eine Aufreihung von Highlights des Gothic Rock aus, die Sänger Carl McCoy mit seinen Musikern irgendwo in dem Nebel und dem grünen Licht, was gelegentlich in Dunkelblau, Lila oder Rot variierte, sehr beeindruckend vortrug. Ob nun Love Under Will oder das wohl bekannteste Stück Moonchild; die Meute vor der Bühne war gefangen von der Performance. Selbst das junge und metallische Werk Prophecy überzeugte in der Darbietung, welche mit einer Zugabe von dem wohl von allen erwarteten Last Exit For The Lost nicht nur ein faszinierendes Konzert sondern einen wunderbaren Tag beendete. Hail To THE FIELDS OF THE NEPHILIM!

THE FIELDS OF THE NEPHILIM
(photo: © Ralf Michael Benfer - benfisworld.blogspot.com)


So ganz zu Ende war der Abend jedoch nicht; mit DJ Tuxedomoon, DJ Georg und DJ Zöller waren gleich drei Jockey-Inkarnationen am Werk, um die Gemeinde auf der After-Show-Party noch bis in die tiefe Nacht zappeln zu lassen. Viele werden sich aber erstmal den Getränke- und Essenständen zugewandt haben, denn durch das straffe Programm des Tages wurde es womöglich vielermaßen versäumt. Das wäre das einzige Manko des Festivals – ein Luxusproblem bei so einer hohen Qualität an Bands. Da musste Essen und Trinken sowie gepflegte Konversation mit den vielen wunderbaren Menschen, welche die Turbinenhalle besucht hatten, auch mal beiseitegeschoben werden, wenn man nicht verzichten wollte. Empfehlenswert war ein gesunder Mix! Denn wer weiß, welche Band im nächsten Jahr wieder auf den New Waves Day zurückkommt. Dass es eine dritte Auflage gibt, ist hoffentlich wohl selbstverständlich und ausdrücklich zu bejahen!

Diesen Konzertbericht ermöglichten:
Monkeypress und Headline Concerts ...
Vielen Dank, ihr Lieben!

Datum: 26.05.2018
Ort: Oberhausen
Location: Turbinenhalle
Spieldauer: Holygram 30 min. / Der Fluch 30min. / Clan Of Xymox 40min. / Trisomie 21 40min. / The Young Gods 45min. / The Chameleons Vox 50min. / The Damned 70min. / The Fields Of The Nephilim 70min.

Setlist HOLYGRAM:
01. Hideaway
02. Daria
03. Signals
04. Still There
05. Distant Light
06. She’s Like The Sun


Setlist DER FLUCH:
01. Ich bin der Fluch
02. Hexen leben länger
03. Betet für uns
04. Fürsten der Nacht
05. Herr der Fliegen
06. Das Grauen geht um heut Nacht
07. Die Nacht der Toten
08. Rattengift
09. Halb Mensch Halb Tier

Setlist CLAN OF XYMOX:
01. Intro
02. Obsession
03. Louise
04. Loneliness
05. Emily
06. Jasmine And Rose
07. A Day
08. Your Kiss

Setlist TRISOMIE 21:
01. Where Men Sit
02. Waiting For
03. The Camp
04. Hear Me Now
05. Glistering Like God
06. Le Fete Triste
07. Tender Now
08. The Last Song

Setlist THE YOUNG GODS:
01. La Fille De La Mort
02. The Irrtum Boys
03. Skinflowers
04. Criez Les Chiens
05. L’eau Rouge
06. Envoyé
07. The Night Dance
08. Kissing The Sun
09. L‘amourir

Setlist CHAMELEONS VOX:
01. A Person Isn’t Safe Anywhere These Days
02. Monkeyland
03. Perfume Garden
04. Less Than Human
05. Swamp Thing
06. Soul In Isolation
07. Second Skin
08. Singing Rule Britannia
09. Nostalgia

Setlist THE DAMNED:
01. Street Of Dreams
02. Wait For The Blackout
03. Plan 9 Channel 7
04. Standing On The Edge Of Tomorrow
05. Love Song
06. Machine Gun Etiquette
07. I Just Can’t Be Happy Today
08. New Rose
09. Eloise
10. Dr. Jekyll And Mr. Hyde
11. Ignite
12. The History Of The World (Part 1)

13. Neat Neat Neat
Zugabe:
14. Smash It Up

Setlist FIELDS OF THE NEPHILIM:
01. Dead But Dreaming
02. Dawnrazor
03. Endemoniada
04. Love Under Will
05. Moonchild
06. Prophecy
07. At The Gates Of Silent Memory
08. Psychonaut
09. Mourning Sun

Zugabe:
10. Last Exit For The Lost

Montag, 11. Juni 2018

Scotland Rugby Union Summer Tests 2018 Game 1


Kanada - Schottland 10:48

Die diesjährigen 'Summer Tests' führten die schottische Nationalmannschaft noch einmal nach Amerika. Der erste Gegner waren die Kanadier, welche leider nicht die Qualifikation für den Rugby World Cup 2019 erreichten, mussten sie sich der USA geschlagen geben.Somit galt dieser Test als Weiterentwicklung für die Zukunft. Schottland hatte erneut viele junge Spieler im Kader, um diesen mehr Tiefe zu verleihen. Und die Gäste aus Europa machten sofort Druck. #Sam Hidalgo-Clyne erzielte in der 4. Minute nach Abseitsspiel per Straftritt die ersten Punkte. Schottland drückte weiter auf die Tube und nach einigen Phasen ging der Ball weit raus nach links, wo #11 Byron McGuigan ungedeckt stand und den ersten Versuch legte. Die Erhöung von Hidalgo-Clyne ging jedoch neben die Stangen. Das Heimteam tat sich schwer und hatte nur seltene Möglichkeiten auf Punkte. Immerhin erzielte #10 Shane O'Leary die ersten Punkte für seine Farben in der 14. Minute. Schottland experimentierte ein wenig herum, um die Schwächen der Gegner auszumachen - auch in der Überzahl ab der 17. Minute, als #1 Noah Barker einen Gegner ohne Ball attackierte. So nutzten sie dann in der 34. Minute die Erkenntnisse. Nach einer Gasse schoben die Schotten ein starkes Paket nahe an das Malfeld; Hidalgo-Clyne warf den Ball zu #10 Ruaridh Jackson, welcher den Versuch legte, nachdem er Minuten zuvor schon einen Versuch gelegt zu haben glaubte, welcher aber nicht zählte. Hidalgo-Clyne markierte das 15: 3 und damit auch den Pausenstand. Im zweiten Abschnitt nutzten die Schotten direkt den erkannten Vorteil. Man ging auf die Gasse innerhalb der 22 und schob dann das Paket mächtig an. Der eingewechselte #16 George Turner legte dann den Ball zu Versuch ab und Hidalgo-Clyne erhöhte zum 22: 3. Ein wenig Freude gab es für die fast 13.000 kanadischen Fans in der 47. Minute, als Jackson irregulär den gegnerischen Angriff kurz vor dem Malfeld stoppte, die gelbe Karte sah und der Schiedsrichter dem Heimteam einen Straf-Versuch zusprach. O'Leary erhöhte diesen auf 10:22. Die Nordeuropäer zeigten in der Unterzahl aber Courage und legten in der 55. Minute durch #6 Magnus Bradbury den nächsten Versuch. #15 Blair Kinghorn übernahm nun die Kicks und erhöhte erfolgreich. In der 68. wie 72. Minute das selbe Bild: Gasse für Schottland innerhalb der gegnerischen 22, ein unaufhaltsames Paket und Versuch durch Turner, der somit insgesamt drei Versuche für seine Farben erzielte. Zwar ging Kinghorns Erhöhung beim ersten Versuch daneben, doch mit 41:10 gab es lange kein Zweifel mehr am Ausgang des Spiels. In der vorletzten Spielminute brach #19 Lewis Carmichael dann durch die Abwehr und kam unaufhaltsam über 25 Meter zum abschließenden Versuch. Kinghorns Erhöhung beendete mit dem 48:10 die Punkteausbeute und macht die Gäste klar zum Sieger im Commonwealth Stadium zu Edmonton...

Byron McGuigan eröffnete die Versuch-Sammlung der Schotten...
(photo: © scottishrugby.org)


Knapp 13.000 Menschen folgten dem Ruf nach...
(photo: © rugby.ca)

Freitag, 1. Juni 2018

DER HIMMEL ÜBER BERLIN - Emesys

...neu in meinem CD-Regal....


DER HIMMEL ÜBER BERLIN - Emesys


Dem Freund von dunklen Klängen mit starkem Hang zur Melancholie ist bewusst, dass Italien in den letzten Jahren die Talentschmiede des Post-Punk, Gothic Rock und Death Rock darstellt. Regelmäßig schießen neue Bands aus den Boden und genauso stetig fabrizieren diese auch wirklich erfrischende Musik. DER HIMMEL ÜBER BERLIN ist nun schon einige Jahre in Sachen Gothic unterwegs. Das Quartett aus Trieste hatte in Eigenproduktion trotz diverser Line-Up Wechsel immerhin zwei Studio-Alben veröffentlicht und wagte sich 2015 an das Mini-Album 'Emesys'. Dies wurde dann sogar von 'Cold Sanity Music' vertrieben. Die stete Steigerung erklärt sich, wenn man diesem Fünf-Track-Album einmal in Ruhe Gehör schenkt. Sehr rockiger Gothic im altbekannten Stil jedoch mit moderner Note versehen kommen Songs wie der melodiöse Opener The Chosen Ones oder der Folge-Track Kafka Motel daher. Die Gitarre schwirrt nur so durch den Raum, angetrieben von den Rhythmusinstrumenten. Der Gesang von Teeno Vesper ist eher rau bis dunkel, was musikalisch bei Poison On Your Tongue unterstützt wird, was somit den schwärzesten Track darstellt. Die beiden abschließenden Tracks Dead Cities und My Rubber Queen weisen etliche Spritzer Death Rock auf und erinnern doch etwas an die deutsche Band BLOODY, DEAD AND SEXY. Keine schlechte Referenz. 'Emesys' ist ein kurzweiliges Werk, was totale Lust auf mehr macht! 



Erscheinungsdatum: 23.10.2015
Format: CD-EP
Label: Eigenproduktion
Barcode: ---

Tracklist:
  1. The Chosen Ones
  2. Kafka Motel
  3. Poison On Your Tongue
  4. Dead Cities
  5. My Rubber Queen

Kafka Motel Clip

Donnerstag, 31. Mai 2018

Guinness PRO14 2017/18 Finale



Hier präsentiere ich das Ergebnis der Finales der Guinness PRO14 2017/18




Leinster Rugby - Scarlets 40:32

Mit den Scarlets spielte der Titelverteidiger aus Wales gegen den frischgebackenen 'Champions Cup' Sieger aus Leinster, welcher im Aviva Stadium erstmalig das Double klarmachen wollte. So tasteten sich beide Teams lange Zeit ab und kreierten eine Strafttritt-Duell zwischen #10 Jonathan Sexton, der in der 7. Minute nach Abseits der Scarlets die ersten Punkte auf die Anzeigetafel brachte und #15 Leigh Halfpenny, der nur zwei Minuten später wegen Halten das Spiel ausglich. in der 13. Minute holte Sexton die Führung zurück, die aber durch Halfpennys Straftritt nur vier Minuten hielt. Leinster kam allerdings immer besser mit dem Gegner zurecht und nachdem Sexton in der 25. Minute die Führung zurückgeholt hatte, bauten die Iren mehr Druck auf, welcher dann in der 30. Minute zum ersten Versuch durch #4 Devin Toner führte. Nach zuvor nicht tollen, aber erfolgreichen Schüssen war die Erhöhung dann der erste Fehlschuss von Sexton. Die Scarlets konterten schnell und wie aus dem Nichts legten sie nur fünf Minuten selber einen Versuch durch #14 Johnny McNicholl. Auch diese Erhöhung von Halfpenny ging neben die Stangen. Leinster war allerdings nun in Spielfreude und ging in der Nachspielzeit sogar aufs Ganze und gingen statt Straftritt zur Gasse. Ein weiter Pass auf die linke Flanke und dann war #11 James Lowe im Malfeld. Sexton erhöhte den schweren Kick zum 21:11 Halbzeitstand. Die Waliser waren bestimmt gewillt im zweiten Abschnitt aufzuschließen, doch sie kamen gar nicht richtig dazu. Nach einem hohen Tackling gingen die Iren erneut zur Gasse und schoben ein Paket in Richtung Malfeld, aus dem sich dann #2 Sean Cronin löste und zum Versuch tauchte. Sexton markierte das 28:11. Die Entscheidung kam nur sechs Minuten später in der 58. Minute, als #14 Jourdan Larmour den Ball bekam, diesen von der Mittellinie in das offene Feld der Gegner kickte, am schnellsten hinterher kam und den Ball in das Malfeld brachte. Die Erhöhung ging zwar daneben, aber mit 33:11 war die Entscheidung gefallen. Zwar konnte McNicholl in der 65. Minute den nächsten Versuch für die Scarlets legen und Halfpenny das Team auf 18:33 heranbringen, doch die Antwort der Iren war nur sechs Minuten später der nächste Versuch nach bezaubernden Angriffspiel, wo der Ball schnell durch die Hände ging und #8 Jack Conan in das Malfeld gelang. Der eifrige und eingewechselte #22 Joey Carbery, der den Versuch eingeleitet hatte, erhöhte zum 40:18. Es muss dem Titelverteidiger zu Ehren gehalten werden, dass sie nicht aufgaben und in den letzten beiden Spielminuten durch #18 Werner Kruger und erneut McNicholl noch zwei erhöhte Versuche legten, aber dies kam schlicht zu spät. Leinster gewinnt mit 40:32 und holt sich neben dem neben dem fünften Liga-Titel auch das erstmalige Double einer PRO 14 Mannschaft!

Glückwunsch nach Dublin!

Nur selten konnte sich der Titelverteidiger behaupten...

Sieger der Guiness PRO14 2017/18: 
LEINSTER RUGBY
(photos: © pro14rugby.org)