Rezension zu 'Der Fluch' von Richard Bachman
Erscheinungsjahr: 2011 (Original: 1984)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 384
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43578-0
Preis: 8,99 €
KURZBESCHREIBUNG:
Als der Anwalt William Halleck eine alte Zigeunerin überfährt und vor Gericht glimpflich davon kommt, nimmt das Zigeuneroberhaupt Tamuz Lemke die Gerechtigkeit selber in die Hand und verflucht den übergewichtigen Familienvater. Fortan wird dieser dünner und dünner. Was anfangs noch als angenehm erscheint wird bald nicht nur zu einer Nervenprobe – es geht ums nackte Überleben. Da weder seine Familie noch sein Arzt Dr. Houston an den Fluch glauben möchte, nimmt Billy die Spur des Oberhauptes der Zigeuner auf, um das Unaufhaltsame abzuwenden. Die erste erschreckende Erkenntnis, die der schwindende Mann macht, ist, dass er nicht als einziger Verflucht wurde und Richter Cary Rossington wie Sheriff Duncan Hopley ebenfalls dem Tod zusteuern. Billy wird klar: nur der alte Zigeuner wird ihn retten können – doch ist dieser mit seinen Rachegefühlen dazu bereit? Ein Wettrennen um die Zeit beginnt...
KOMMENTAR:
Das Buch ‚Der Fluch‘ war vorerst das letzte des Schriftstellers Richard Bachman; wurde kurz nach Veröffentlichung bekannt, dass hinter diesem Pseudonym niemand geringeres als der amerikanische Horror-Autor Stephen King steckt. Schnell stiegen die Absatzzahlen der Bachman-Bücher und King verlor den Reiz an dem heimlichen Schriftsteller-Treiben. Interessanterweise ist gerade dieser Roman von der Handlung her näher an dem üblichen Lesestoff von King; hat ein Fluch ja schon eine übernatürliche Eigenschaft inne. Das Werk erschien 1984 und verkaufte sich dann dementsprechend gut. Mit absteigendem Gewicht von Billy macht Bachman/King die Handlung spannender und spätestens als sich der immer dünner werdende Mann an den Ganoven Richard Ginelli wendet, nimmt der Roman richtig an Fahrt auf. Sehr gut bringt der Schriftsteller die steigende Verzweiflung in dem Verfluchten rüber, aber auch die Sichtweise von Lemke ist sehr gut niedergeschrieben. Da ich den Roman vor Jahrzehnten gelesen hatte, war mir das Ende nicht mehr ganz bewusst in Erinnerung geblieben und wirkte erneut sehr krass auf mich. 'Der Fluch' ist ein weiteres sehr starkes Buch aus den heutzutage Bachman-Reihe genannten Bund. Es erinnert an viele wunderbare Kurzgeschichten des amerikanischen Autors, die manchmal auch nur eher eine Prise Übernatürliches inne haben; hier hat er solch eine Geschichte zu einem Roman aufgebaut. Zu erwähnen bleibt noch, dass in der jüngeren Ausgabe aus dem Heyne Verlag beide Anmerkungen von Stephen King vorhanden sind; die erste wurde etwas frustriert kurz nach der Entlüftung des Bachman-Pseudonyms geschrieben - das zweite mit einem gewissen zeitlichen Abstand und der Verarbeitung des Ganzen in dem Roman 'Stark -The Dark Half'. Wie auch immer - 'Der Fluch' ist wie alle Bachman-Bücher eine große Empfehlung für Freunde von dunklen Fiktionen...
8,5 von 10 Punkte
BESONDERHEITEN:
- es ist der fünfte veröffentlichte Roman von Stephen King unter dem Pseudonym Richard Bachman
- Vorwort des Autors
- Anmerkung des Autors zum Pseudonym













