Rezension zu 'Der Geist in der British Library' von Ben Aaronovitch
Erscheinungsjahr: 2021 (Original: 2020)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 224
Verlag: dtv
ISBN-13: 978-3-423-21958-7
Preis: 10,95 €
KURZBESCHREIBUNG: Das Buch mit dem kompletten Titel 'Der Geist in der British Library und andere Geschichten aus dem Folly' ist eine kompakte Ausgabe aller bisher veröffentlichten Kurzgeschichten des englischen Autors Ben Aaronovitch um seine charakteristische Figur, dem Zauberlehrling Peter Grant und dessen Universum. So muss sich Peter wie der Titel schon erwähnt hier mit allerlei Geistern auseinandersetzen, aber auch andere Figuren wie zum Beispiel sein deutscher Pendant Tobias Winter hat hier in einer kurzen Geschichte eine Hauptrolle. Die Stories im einzelnen:'Heimspiel':
Peter Grant wird zu einem Cafe gerufen, in dem jemand mit Feuerbällen hantiert hat. Der Zauberlehrling trifft auf Antonin Bobet, einem Zauberer aus Frankreich, der bei den olympischen Spielen in London im Jahre 1948 mit seinem damaligen Meister Maurice Guillaume mit etwas Magie der französischen Basketballmannschaft zum Sieg verhelfen wollte. Allerdings hatte er damals Zweifel bekommen, die einen tödlichen Zwist mit seinem Meister ergab. Nun möchte er sich dem berüchtigten Nightingale stellen...
'Häusliche Gewalt':
Mehrfach wird die Polizei auf streitenden Lärm in der Wohnung von Mrs. Eugenia Fellaman aufmerksam gemacht. Da zwar auch deutlich Gespräche vernommen werden, allerdings nie eine andere Person außer Mrs. Fellaman angetroffen wird, wendet sich Sergeant Bill Crosslake an Peter. Dieser stößt zwar erst auf Widerstand; doch vermutet eine Art hinterbliebenen Geist, woraufhin er den wie ein Magiedetektor wirkende Hund Tobi aktiviert. Als dieser tatsächlich eines Abends anschlägt, weiß Peter, dass nun seine Zeit gekommen ist, dem unsichtbaren Störenfried das Handwerk zu legen und die Streitereien zu beenden...
'Hahnenkampf':
Als der Buchhändler Warwick Anderson in der Waterstones Filiale Convent Garden während seiner Nachtschicht mit Bückern beworfen wird, allerdings niemand sonst zugegen ist, landet der Fall bei Peter, der mit seiner Kollegin Lesley sowie dem Hund Toby, die zusammen eine Nacht in dem Bückerladen verbringen wollen. Schnell stoßen sie auf ein weiteres Phänomen; einer symmetrischen Bücherstapelung sowie auf den Verursacher; der schon seine Gründe für sein Handeln hat...
'Die Einsamkeit der Langstrecken-Granny':
Als Peter auf einem Parkplatz mit den eigenartigen Brüdern Phillips Bekanntschaft macht, wird ihm bald klar, dass hinter deren Panne Magie steckt. Wie stark deren Mutter Edna dort involviert ist, ahnt er da noch nicht im Geringsten...
'Der Rattenkönig':
Melvin Starkey glaubt, er sei eine Ratte und als diese stört er eine Feierlichkeit, die unter der Obhut der Göttinnen Fleet und Lady Ty steht. Diese rufen Peter Grant und er schnell merkt, dass hinter diesem scheinbar tief verwurzelten Glauben in Melvin Magie steckt. So klemmt er sich hinter diesen Fall
'Das rare Buch der vortrefflichen Apparatur':
Da in der British Library wohl unerklärlicherweise Dinge von hin und her bewegt werden, wendet sich Elsie Winstanley bei Peter, da sie dessen Mutter kennt. Es ist allerdings keinesfalls ein Poltergeist, der in der Bibliothek sein Unwesen treibt, sondern etwas wirklich ungewöhnliches...
'A Dedicated Follower Of Fashion':
Der Vater der Flussgöttin Wanda erzählt, wie wundersam diese in seinen wilden Zeiten als Drogendealer auf der Flucht vor einer organisierten Bande geboren wurde und ihm das Leben rettete...
'Der fröhliche Onkel':
Barbara Wilson wendet sich an Abigail, die sich doch mal ihren Onkel Stan anschauen soll. Dieser taucht nur zu Weihnachten auf und das wohl schon, als Barbaras Mutter noch jung war. Als Abi mithilfe einer Stammbaum-App beginnt nach diesem eigenartigen Onkel zu forschen , scheint es diesen gar nicht zu geben...
'Vanessa Sommers zweite Weihnachtsliste':
Kriminalkommissarin Vanessa Sommer plagt ihr Ehrgeiz: da sie nun weiß, dass es Flussgöttinnen gibt sowie die dazugeörige Magie, möchte sie gerne Wissen, ob das auch in ihrem Heimatort der Fall ist und baut einen Opfergabenort für eine eventuelle Göttin milde zu stimmen - und auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings bleibt in einem kleinen Ort wie Sommerscheid nichts geheim und so wird Vanessas alter Freund Fabian Gründewald neugierig, was zu Konflikten führen könnte...
'Drei Flüsse, zwei Bräutigame und ein Baby':
Nach ihrer Hochzeit finden Victor und Dominic Croft ein kleines Kind am Lugg und erkennen viel zu spät, dass sie von Miss Teifidiad und ihren Töchtern Corve und Lilly in eine Elternschaft geschoben werden...
'Moment 1: Nightingale':
Nightingales Gedanken zu einem Wandel im Jahre 1966
'Moment 2: Reynolds':
Reynolds Überlegungen zu den vielen Gefängnissen nahe Florence / Arizona im Jahre 2014
'Moment 3: Tobias Winter':
Tobias Winter unterrichtet seine Vorgesetzte im Jahre 2013, dass Nightingale nun einen Lehrling habe, was sie sehr ägerlich stimmt...
KOMMENTAR:Das Buch 'Der Geist in der British Library und andere Geschichten aus dem Folly' ist eine Zusammenfassung der Kurzgeschichten, die der britische Autor Ben Aaronovitch für diverse Veröffentlichungen geschrieben hatte. Anfangs etwas ungewohnt entwickelten seine Charaktere allesamt ein Eigenleben und wollten auch in einer Kurzgeschichte landen. Gerade wie die erste Geschichte 'Heimspiel' zeigt, wollten die Verleger manchmal auch etwas themenbezogenes an Text haben, was manchmal natürlich tückisch sein kann. Aber Aaronovitch fand mehr und mehr Gefallen an diesen kurzen Stories und löste die geforderten Aufgaben mit Bravour. So erhält der Leser hier viele sehr gute Geschichten um den Zauberlehrling Peter Grant, aber auch andere Charaktere aus Aaronovitchs‘ Universum. So zum Beispiel vom Lehrmeister Nightingale oder Peters Couine Abigail; welche ich persönlich sehr mag. Die Geschichten sind hier und da zeitlich eingeordnet, jedoch sind die Bezüge nicht nennenswert und so könnte ein unbefangener Leser auch in diese Kurzgeschichten einsteigen. Allerdings würde er die Hintergründe der Welt um und mit Peter Grant nicht kennen, was den Lesespaß mindern würde. Daher ist das Buch mit seinen 222 Seiten mehr ein Fan-Buch, denn alles andere. In Deutschland sind diese Kurzgeschichten meines Wissen noch gar nicht erschienen, somit ist die Gefahr, etwas doppelt zu Kaufen auch ausgeschlossen. Die Stories 'Die Einsamkeit der Langstrecken-Granny' und 'Der fröhliche Onkel' sind wohl meine Favoriten; aber wie schon erwähnt sind die gesamten Geschichten lesenswert. Allerdings sind die ‚Momente‘ wahrhaft schlichte Fragmente, mit denen ich persönlich nicht so viel anfangen konnte. Ein Buch, was also zum Peter-Grant-Universum gehört, allerdings kein Meilenstein ist...
7,7 von 10 Punkte
BESONDERHEITEN: - Vorwort von Charlaine Harris
- Vorbemerkungen zu den Vorbemerkungen
- Nachwort des Autors
- Inhaltsverzeichnis