Freitag, 1. März 2013

ENTSTAUBT ... im ... FEBRUAR


...Die 'ENTSTAUBT'-Rubrik ist ein Tribut an Alben, 
die mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben...


MYRNA LOY - Time Says Helay



Im Ende der Achtziger tauchte eine sehr ungewöhnliche Band in der Indie-Szene auf, die durch ihre sehr advangardistische und eigene Musikart sowie der recht femininen Stimme von Sänger Victor D. für Aufmerksamkeit sorgte. Die Rede ist von MYRNA LOY, einer Gruppe aus Bonn, die sich nach einer Schauspielerin aus der Zeit der Schwarz-Weiß-Filmkunst benannte. 1991 erschien ihr zweites Album mit dem Titel 'Time Says Helay'. Dieses kam mir eigentlich Aufgrund meiner letzten Ausflüge in diverse Musik mit französischen Texten wieder in den Sinn, denn mit dem Lied 'Lustine' hatte die Band MYRNA LOY ebenfalls ein ruhiges Musikwerk mit französischen Text auf dieser CD. Aber diese bietet noch viel mehr! Der Opener 'Hello, I Love The Way You Smile, Thus I Forgive You Anything' ist ein dunkles und sich steigerndes Lied, in dem die Band direkt zeigt, was sie bewirken kann. Track Zwei namens 'Corilo' ist ebenso dunkel gehalten, bleibt aber im Wesen etwas ruhiger. Danach folgt mit 'Time Says Helay' ein ungewöhnlicher Titelsong, der aus seinen ruhigen Elementen in ein recht psychedelisches Klangchaos driftet. 'Auch 'Cembalo' hat seine psychedelische Ader, bleibt musikalisch aber auf dem Boden. 'Burt' hat ein wirklich feines Saitengezupfe eingebaut, was immer wieder in ein Gitarrengeschrubbe hinein rutscht und irgendwie fasziniert. Nach dem schon erwähnten 'Lustine' folgt der flotte und rockige Song 'Kiss Me', der regelrecht zum Abzappeln aufruft und mein Favorit auf dem Album ist! Mit 'Reelrose' warten MYRNA LOY dann einen doch recht poppig angehauchten Song auf und bewiesen damit, wie vielseitig die Band doch sein konnte. Ein sehr ruhiges Lied folgt dann mit 'Rot', welches regelrecht zum Träumen einlädt. Das längste Lied der viel zu kurzen CD ist dann gleichzeitig der Abschluss. 'Myrna Doors' hat irgendwie mit seinen diversen musikalischen Varianten und Lärm-Höhen und Tiefen etwas von einer Art Medley. Insgesamt ein Album, dass nicht einfach in eine Schublade zu packen ist, da es teilweise 'noisig' erscheint, aber oftmals auch andere Spielarten einbaut. Hochinteressante Scheibe einer hochinteressanten Band!


Erscheinungsdatum: 1991
Format: CD, LP
Label: Normal

Tracklist:
  1. Hello, I Love The Way You Smell, Thus I Forgive You Anything
  2. Corilo
  3. Time Says Helay
  4. Cembala
  5. Burt
  6. Lustine
  7. Kiss Me
  8. Reelrose
  9. Rot
  10. Myrna Doors
...und tatsächlich 'Reelrose' mit bewegten Bildern... :-)