Sonntag, 22. Februar 2015

Gefährten des Todes - Barbara Hambly

Rezension zu 'Gefährten des Todes' von Barbara Hambly



Erscheinungsjahr: 1996 (Originalausgabe: 1995)
Format: Paperback
Seitenanzahl: 316
Verlag: Bastei-Lübbe
ISBN-13: 978-3-404-28234-0
Preis: 19,90 DM (vergriffen)


KURZBESCHREIBUNG: 
Als Professor James Asher bei der Rückkehr von der Beerdigung eines Cousins auf dem Londoner Bahnhof Charing Cross mehr durch Zufall sieht, dass sich der gefährliche ungarische Agent Ignace Karolyi gemeinsam mit dem Vampir Charles Farren, dem Earl of Ernchester, auf dem Weg nach Paris macht, schlagen bei ihm die Alarmglocken an, obwohl er vor einiger Zeit aus dem Dienst des 'Foreign Office', einer englischen Undercover-Organisation, getreten war. Ohne großartig zu zögern macht er sich auf die Verfolgung der beiden ungleichen Gestalten. Eine Fusion eines zwielichtigen Agenten, der für das starke Österreich arbeitet und eines Vampirs kann nichts gutes für ein Europa bedeuten, was in den Tagen des noch jungen 20. Jahrhundert schon in großer Unruhe lebt. Ein kurzes Telegramm seinerseits lässt Ashers junge Frau Lydia ebenfalls ruhelos, dass sie trotz aller tödlichen Gefahren beschließt, den Vampir Don Simon Ysidro in London aufzusuchen und um Rat zu bitten. Aber auch Anthea Farren, die Frau vom Earl of Ernchester und ebenfalls eine Untote folgt den Spuren ihres Mannes, der mit dieser Reise ziemlich ungewohnte Eigenschaften an den Tag legt. Was sie alle nicht auch nur annähernd ahnen, ist die Größe und Gefährlichkeit einer riesigen Intrige, welche alle Reisenden bis in den Orient nach Konstantinopel führt...

KOMMENTAR:
'Gefährten des Todes' ist nach 'Jagd der Vampire' der zweite Roman von Barbara Hambly um den Gelehrten James Asher. Allerdings lässt die Autorin in diesem Buch seine Frau Lydia mehr in den Hintergrund treten. Der Nachfolger des tollen Debüts knüpft lose an den Vorband an, jeder Roman steht grundsätzlich abgeschlossen für sich. Es ist jedoch schön zu den vertrauten Figuren wie eben James Asher, der eine Mischung aus James Bond und Sherlock Holmes darstellt, oder den sehr eigensinnigen Vampir Ysidro, welcher ebenfalls eine bedeutende Rolle spielt. Ich muss aber sagen, dass in diesem Roman Ashers Frau an Figur zu voller Blüte gelangt - eine moderne Frau in einer Zeit, welche sich gegen eben jene noch etwas verweigerte. Dieses Vampir-Abenteuer fängt die frühen Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts prima ein, was Gegebenheiten wie den Orient-Express nur prima unterstreichen. Und die Reise aller Protagonisten ist somit ein wahrhaftiges spannendes Abenteuer, was sich selbst Vampire wie Lady Anthea eingestehen. Und so ergeht es dem Leser ebenfalls. Vor dem furiosen Finale mit seinem tragischem Plot hat der Roman einen ganz leichten Hänger, wie die Ungeduld bei der Ruhe vor einem angekündigten Sturm. Insgesamt aber ein wunderbares Lesevergnügen, welches den Vampir-Romanen einer Anne Rice in nichts nachsteht. Begeisterte Leser dieser Autorin können bei Barbara Hambly ungehemmt zugreifen und mit Freuden schmökern! Übrigens hat sich die Autorin nach einigen Jahren Abstinenz seit 2011 dem guten James Asher wieder gewidmet und mittlerweile drei weitere Roman mit dieser interessanten Figur veröffentlicht. Leider haben die deutschen Verlagshäuser dies scheinbar nicht mitbekommen...
8,2 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN:
- zweiter Roman um James Asher