Freitag, 20. Februar 2015

Six Nations 2015 Week 2


2. Spieltag 2015



England - Italien 47:17

Italien wollte in seinem zweiten Spiel zeigen, dass es besser und gefährlicher ist, als in der Begegnung gegen Irland. Allerdings sollte dies im Twickenham Stadium nicht leicht werden. Trotzdem gingen die Gäste in der 4. Minute durch beeindruckendes Durchsetzungsvermögen von #8 Sergio Parisse, der sich durch die Abwehr der Engländer tankte und den Versuch legte. Die Erhöhung von #10 Kelly Haimona ging neben die Stangen, doch die 5: 0 Führung war geschaffen. Dies beflügelte die Südeuropäer so sehr, dass England erst in der 21. Minute durch ein Penalty-Kick von #10 George Ford Punkte auf die Anzeigentafel brachte. Allerdings ging es danach Schlag auf Schlag; #8 Billy Vunipola tankte sich nach einer Gasse innerhalb der italienischen 22 links außen in die Malzone. Der Versuch wurde durch Videobeweis bestätigt. Die Erhöhung ging ebenfalls daneben, doch nur zwei weitere Minuten später konnte #13 Jonathan Joseph nach einem Ballverlust der Italiener seine Geschwindigkeit nutzen und über den halben Platz zum Versuch sprinten. Diesmal klappte auch die Erhöhung zum 15: 5. Haimona hätte in der 32. Minute den Spielstand noch verkürzen können, doch sein Kick ging neben die Stangen und es blieb so bei diesem Ergebnis zur Halbzeit. In der zweiten Hälfte konnte England mit einem leichten Straftritt von Ford die Führung auf 18: 5 ausbauen, Aus dem Nichts konterte Italien, und nach einigen schnellen Pässen durchbrach schließlich #13 Luca Morisi die Abwehrreihen und legte den Versuch. Auch diese Erhöhung vergab Haimona. Dies weckte das Heimteam vollends; nach einer Strafe an der eigenen 5-Meter-Linie kickte #9 Ben Youngs den Ball sofort an und tauchte in die Malzone, ehe die Gegner überhaupt etwas mitbekamen. Ford erhöhte zum 25:10 und Italien schien geschockt. Nur zwei Minuten später konnte Ford drei weitere Punkte nach Straftritt markieren und wiederum zwei weitere Minuten danach zeigte Joseph erneut sein Talent und sprintete über vierzig Meter zu seinem zweiten Versuch. Nur eine Minute später zeigte sich, dass Italien nicht mehr im Spiel waren; #11 Jonny May stürmte in die gegnerische 22 und erst als drei Gegner an ihm hingen, passte er zum eben eingewechselten #22 Danny Cipriani, der nur noch in die Malzone auslaufen brauchte. Er erhöhte seinen Versuch selber zum 42:10. Nicht genug konnte #19 Nick Easter hinter einem offenen Paket in die Malzone marschieren. Trotz vergebener Erhöhung stand es nun 47:10. Ehrenhalber mühte sich Italien kurz vor dem Ende zu ihrem dritten Versuch, den Morisi legte. Der Endstand von 47:17 zeigt aber, wie groß die spielerische Qualität zwischen beiden Teams derzeit ist...




Irland - Frankreich 18:11

Der Titelverteidiger hatte in seinem ersten Heimspiel die Franzosen zu Gast, die sich in der ersten Runde soeben gegen die Schotten behaupten konnten. Ein enges Spiel entwickelte sich im Aviva Stadium. Beide Mannschaften bekämpften sich um jeden Meter und Irland punktete in der 13. Minute durch #10 Jonathan Sexton per Straftritt aus schwerem Winkel. Die Franzosen glichen jedoch nur drei Minuten später durch #10 Camille Lopez aus. Sexton konnte in der 18. Minute durch einen weiteren Straftritt die Führung zurück holen. Viele Fehler bremsten beide Teams und ergab gleichzeitig die Punkte, Sexton erhöhte die Führung in der 32. Minute auf 9: 3 und Lopez tat ihm in der 35. Minute gleich. Den Halbzeitstand festigte aber Sexton mit seinem vierten Straftritt zum 12: 6. #22 Ian Madigan markierte die ersten Punkte in der zweiten Hälfte anstatt Sexton, da dieser nach einem harten Kontakt mit dem Franzosen #13 Mathieu Bastareaud seine Platzwunde behandeln lassen musste. Aber auch Madigan ist für seine Schußstärke bekannt. Als in der 53. Minute #4 Pascal Pape wegen einem Schlag ins Gesicht des Gegners für zehn Minuten auf die Bank musste, hätte Irland ihre Führung ausbauen sollen. Die Abwehr der Franzosen stand aber sicher und so mussten die Iren ab der 60. Minute ebenfalls auf einen Spieler verzichten, da #2 Rory Best ein Tackling am Hals verübte. Die Gäste hätten dadurch per Straftritt verkürzen können, doch Lopez verzog den Schuss etwas. So war es wieder Sexton, der mittlerweile zurück auf dem Feld war und die nächsten Punkte erzielte. Irland ging mit einem 18: 6 in die letzten zwölf Minuten. Die Franzosen nutzen allerdings ihr Überzahlspiel noch und wühlten sich erst durch die Abwehr der Heimmannschaft und nach ein paar schnellen Pässen konnte der eingewechselte #19 Romain Taofifenua den Ball schließlich zum Versuch legen. Lopez konnte die Punkte für die Erhöhung nicht einsacken, so brauchte Frankreich nach diesem 11:18 noch einen Versuch samt Erhöhung zum Ausgleich, was zwischen den beiden Teams in letzter Zeit nicht selten war. Doch Irland verteidigte makellos und konnte schlussendlich den zweiten Sieg einfahren...




Schottland - Wales 23:26

Die Begegnung zwischen Schottland und Wales war eine zwischen zwei Verlierern des ersten Spieltages, also schon für beide Teams vorentscheidend. Die ersten Punkte gingen an die Gäste nach einer Strafe gegen Schottland. #15 Leigh Halfpenny verwandelte den Straftritt in der 7. Minute zum 3: 0. Wie gefährlich das Heimteam sein kann, zeigte sich nur drei Minuten später, als die Waliser den Ball verloren und Schottland direkt konterte. Der Ball ging an #15 Stuart Hogg, der diesen links Außen über 60 Meter in die Malzone trug. #9 Greig Laidlaw erhöhte zum 7: 3 und legte in der 18. Minute noch einen Straftritt drauf. Doch Wales antwortete umgehend; ein Abseitsspiel erlaubte Halfpenny einen leichten Straftritt zum 6:10. Schottland musste die letzten zehn Minuten in Unterzahl antreten, da #10 Finn Russell eine sehr fragwürdige gelbe Karte wegen Behinderung eines Spielers in der Luft erhielt. Wales schlug daraus direkt Kapital: Halfpenny trat seinen dritten Penalty-Kick und zwei Minuten später sprintete #11 Liam Williams an der linken Außenseite entlang und passte wenige Meter vor der Malzone zu dem mitlaufenden #9 Rhys Webb, der nur noch in diese eintauchen musste. Halfpenny holte die Extrapunkte zum 16:10. Eine gelbe Karte gegen #13 Jonathan Davies kurz vor der Pause ließ die Mannstärke dann wieder auf gleichen Level bringen. Schottland war im zweiten Spielabschnitt noch einige Sekunden in Überzahl, als Laidlaw eine Strafe wegen Halten des Balles gegen die Waliser zu Punkten machte. Vier Minuten später zeigte Halfpenny aber, wie gut er mit dem Fuß ist und erzielte das 19:13. Nach einigem Hin und Her konnte Laidlaw in der 55. Minute die Schotten wieder auf 16:19 heran bringen. Die Waliser hatten in der Folgezeit wenig Glück, erst wurde ein Versuch wegen Haltens nicht gegeben, dann trat Halfpenny in der 62. Minute die Stangen nicht. Doch nur zwei Minuten später konnten die Gäste dann erfolgreich punkten, als der zuvor mit gelb bestrafte Davies sich durch die Abwehr der Schotten tankte und unter den Malstangen den Versuch legte. Die einfache Erhöhung brachte eine beruhigende 26:16 Führung. Aber die Schotten gaben nicht auf und drückten nach vorne. In der 76. Minute konterten sie aus der eigenen 22-Meter-Linie, Hogg durchbrach die Abwehr, sprintete weit in die Hälfte der Gäste und gab im rechten Zeitpunkt den Ball zu #21 Sam Hidalgo-Clyne ab, der den Ball aber nach vorne fallen lies, so dass der anschließende Versuch durch #12 Alex Dunbar nicht zählte. In der letzten Spielminute fiel dann aber doch noch ein Versuch für Schottland; #18 Jon Welsh erzielte diesen nach massiver Attacke. Russell erhöhte und brachte die Schotten auf drei Punkte heran. Schiedsrichter Glen Jackson pfiff die Begegnung aber dann ab, obwohl die Erhöhung noch vor der 80. Minuten Marke ausgeführt war - eine eigenartige Handlung. Doch es half alles Debattieren nichts, Schottland verlor das Heimspiel gegen Wales mit 23:26.



Tabelle: 

1. England    (+35) 4
2. Irland     (+30) 4
3. Frankreich (+ 0) 2
4. Wales      (- 2) 2
5. Schottland (-10) 0
6. Italien    (-53) 0


Stuart Hogg auf dem Weg zu seinem Versuch...
(photo:planetrugby.com)