Mittwoch, 11. Februar 2015

Vokuhila - Helene Merscheid

Rezension zu 'Vokuhila' von Helene Merscheid



Erscheinungsjahr: 2015
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 254 Seiten
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-34832-4
Preis: 9,90 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Aufgewachsen in Wald-Michelbach im tiefen Odenwald erlebt Helene dort eine Zeit mit einem Kalten Krieg, dem Heiligtum Telefon, komischer Musikarten und einer sehr eigenwilligen Mode: die Achtziger Jahre. Neben diesen wundersamen Dingen muss sie in einer Familie mit drei Schwestern, einer schusseligen Oma und einem biss-freudigen Hundemischling namens Lumpi auch noch die Eigenheiten der Odenwälder Einwohner ertragen, die nicht selten unverkennbar schräg waren. In all diesem Chaos gab es das Schulleben mit dem Nebenjob bei einer Zeitung zu vereinen - und die ersten Liebesabenteuer wollten ja auch noch gemacht werden. Alles mit dem Ziel bei der Zeitung unter zu kommen oder in der damaligen Bundeshauptstadt zu studieren: Bonn. Gewagte Ziele in einem sehr eigenwilligen Jahrzehnt...

KOMMENTAR:
Als Helene Mierscheid tourt die Kabarettistin Barbara Friedl-Stocks mit ihrem Bühnenprogramm durch Deutschland. Nach einigen Kinderbüchern und Tätigkeiten als Ghostwriterin legt sie mit 'Vokuhila' ein humoristisches Buch vor, in denen sie - als eben jene Helene Mierscheid - ihre Erfahrungen aus der Jugendzeit in den Achtzigern zusammenfasst. Teilweise springt sie dabei ein wenig vor und zurück, doch unterm Strich ist eine Linie ihrer Geschichte zu erkennen. Die Leser, welche dieses verdrehte Jahrzehnt selber miterlebt haben, werden oftmals zustimmend und stark grinsend mit dem Kopf nicken. Da werden doch viele Geschehnisse beschrieben, die sich mit den eigenen decken; wie zum Beispiel die familien-interne Nutzung des Telefons. Jugendliche in den Achtzigern haben dann doch die Telefonzelle zum ungestörten Reden aufgesucht. Oder haben selbst zum Thema Trampen den Daumen rausgestreckt, um 'weiterzukommen'. Ich sehe heutzutage gar keine Tramper mehr an Straßenrändern; diese Art zu Reisen ist wohl komplett ausgestorben. Jüngere Leser werden wohl oftmals verblüfft auf die Zeilen schauen, Kann es wirklich sein, dass man damals so vom Kalten Krieg eingeschüchtert war? Ja, kann es! Bedenke, dass sich die Verbreitung von Informationen auf die öffentlich-rechtlichen Anstalten beschränkten. Ist es wahr, dass man tatsächlich selber Hand an seine Klamotten anlegte, wie Helene eben 'Bordüren' an ihre Hosen nähte? Ja, so war es, Die 'Domestos-Jeans' wird allen Kindern der Achtziger ein Begriff sein. Hardcore-Batik sozusagen! 'Vokuhila' ist eine schöne Zeitreise, welche Altersgleiche wunderbar als Auffrischung eigener Erlebnisse nutzen können und jüngeren Menschen einen hochinteressanten Einblick in diesen ziemlich verrückten, abgedrehten, bedrückenden und gleichzeitig schönen Zeitabschnitt in der Geschichte der Welt bietet...
7,3 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- Danksagung der Autorin