Montag, 23. März 2015

Die dunklen Wasser von Aberdeen - Stuart MacBride

Rezension zu 'Die dunklen Wasser von Aberdeen' von Stuart MacBride



Erscheinungsjahr: 2006 (Original: 2005)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 540
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3-442-46165-3 
Preis: 8,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Schon am ersten Tag seiner Wiedereingliederung findet sich Detective Sergeant Logan McRae in einem üblen Mordfall wieder: der fast vierjährige David Brookline Reid wird grausam ermordet und verstümmelt aufgefunden und innerhalb der nächsten Tage verschwinden zwei weitere Kinder in Aberdeen. Und weitere Kinderleichen werden gefunden! Gleichzeitig muss sich Logan direkt mit zwei Vorgesetzten auseinander setzen, da sein eigentlicher Boss mit einer Verletzung ausfällt. So bekommt er noch den Fall einer männlichen Leiche aus dem Fluss Dee aufgebrummt, der die Kniescheiben abgehakt wurden. Während die Bürger durch eine überraschend schnelle Verbreitung der Ereignisse mittels der Presse immer nervöser wie auch aggressiver werden, suchen McRae und seine Kollegen verzweifelt nach dem Mörder sowie der undichten Stelle im Polizeiapparat...

KOMMENTAR:
Der Thriller 'Die dunklen Wasser von Aberdeen' ist das Debütwerk des schottischen Autors Stuart MacBride. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Handlung im abseits liegenden Aberdeen in Schottland spielt. Dies ergibt somit schon mal fundierte Ortskenntnisse. Und auch sonst weiß der Autor schnell den Leser an seine sehr eigenwilligen Charaktere zu fesseln, allen voran natürlich Logan McRae. Dieser ist allerdings eher in die Kategorie Anti-Held einzustufen. Oder besser wäre noch 'melancholischer Held'. MacBrides Erzählweise ist schroff, teilweise dreckig und aufgrund der Romanhandlung von Kindermorden gerade für Eltern stellenweise harter Stoff, der einem beim Lesen schon das eine oder andere Mal bedrückt schlucken lässt. Faszinierend bei dem Autor ist, dass er auch seine ganzen Bösewichte in einem solchen Licht erscheinen lässt, dass sie dem Leser manchmal gar nicht so unsympathisch erscheinen. Dazu weiß MacBride wann er mit der Handlung Fahrt aufzunehmen hat und wann er die Handlung dosiert abbremst. Dies gefällt sehr und so fliegen die Seiten nur so an des Lesers Augen vorüber. Der Autor reiht sich damit in die Riege schottischer Krimi-Autoren wie Val McDermid oder Ian Rankin, wobei er letzteren sogar in seinem Roman erwähnt, als ein Polizist bei der Wache dessen Romane liest, feine Idee! Ein guter Auftakt um den Detective Sergeant McRae - das war bestimmt nicht der letzte Roman, den ich von Stuart MacBride lesen werde...
8,3 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- erstes Buch um Detective Sergeant Logan McRae
- Danksagung des Autors