Dienstag, 31. März 2015

Geheimauftrag Mauritius - Patrick O'Brian

Rezension zu 'Geheimauftrag Mauritius' von Patrick O'Brian



Erscheinungsjahr: 2003 (Original: 1977)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 395
Verlag: Ullstein
ISBN-13: 978-3-548-25203-6
Preis: 7,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Kapitän Jack Aubrey nutzte die letzten Jahre, um sich mit seiner Frau Sophia im Ashgrove Cottage in Hampshire niederzulassen. In dieser Zeit zog seine Schwiegermutter zu ihnen, Jack und Sophia bekamen Zwillinge und da Sophias Schwester Celicia dem Regiment ihres Mannes gefolgt ist, hüten sie auch noch deren Tochter. Doch das Landleben hat seine Tücken: das eigene Gemüse will nicht gedeihen, die Kuh gibt keine Milch und das Cottage platzt eigentlich aus allen Nähten. Jack sehnt sich also geradezu nach einem Kommando auf See; ein paar Prisen könnten die Probleme beiseite schaffen. Da kommt ihm sein Freund Steven Maturin mit seiner Nachricht gerade recht: Jack erhält mit der Fregatte 'Boadicea' den Befehl, in den Indischen Ozean zu schiffen, um dort als Kommodore die von den Franzosen besetzten Inseln Reunion und Mauritius zurück zu erobern. Eine ehrenvolle, aber auch heikle Aufgabe, sind die Franzosen doch in der Überzahl. Doch Kapitän Aubrey wäre nicht er selbst, wenn er sich nicht der Herausforderung stellen würde...

KOMMENTAR:
Der vierte Band um Jack Aubrey und seinem Freund Stephen Maturin macht nach dem Vorgänger zeitlich einen Satz nach vorne. In Jacks Privatleben ist einiges interessantes geschehen. Von daher ist der maritime Roman für Fans der Serie unerlässlich. Trotzdem will der Leser der Serie Kapitän Aubrey doch mehr auf See erleben. Allerdings muss ich sagen, dass er in der Gestalt als Kommodore doch recht statisch wirkt und die gewohnte Spannung nicht so richtig aufkommen will. Diese ist aber urplötzlich da, als 'Lucky Jack' mit der 'Boadicea' selber aktiv wird. Leider erst im letzten Drittel des Buches. Sehr verwirrend ist dazu die große Anzahl von Schiffen, da kann man schnell den Überblick verlieren; zumal Briten wie Franzosen dazu neigen, die eroberten Schiffe auch noch umzubenennen. Dazu sind viele Handlungen sehr Strategie-geprägt. Interessant sind die Handlungen und vor allem die Gedankengänge von Jacks Freund Steven. Diese finde ich immer wieder erfrischend und hebt die Charaktere in jedem Roman etwas hervor. So bildet dieses Duo immer ein gutes Fundament an geeignetem Lesematerial, auch wenn die vorherigen Romane ein wenig packender waren. Das kann sich mit dem nächsten Band allerdings wieder ändern...
7,4 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- viertes Buch um Jack Aubrey und Stephen Maturin
- Erklärung der seemännischen Fachausdrücke (u.a. anhand einer Zeichnung der HMS Victory)
- Jack und Sophia haben mittlerweile geheiratet und sind auf Ashgrove Cottage zusammen gezogen
- aus der Ehe von Jack und Sophia sind Zwillings-Mädchen entstanden
- Sophias Mutter Mrs. Williams und die Tochter ihrer Schwester Celicia sind auch auf Ashgrove Cottage eingezogen
- Jack erhält sein erstes Kommando als Kommodore
- während Jack im Indischen Ozean unterwegs ist, wird er auch noch Vater eines Sohnes