Dienstag, 16. Februar 2016

Six Nations 2016 Week 2


2. Spieltag 2016




Frankreich - Irland 10: 9 

Im regnerischen Paris trat Irland gegen das Heimteam an. Die Wetterumstände prägten die Begegnung mit den Franzosen insofern, dass der Spielfluss immer wieder durch Fehler unterbrochen wurde. Die ersten Punkte machten auch die Gäste, als #10 Jonathan Sexton in der 15. Minute einen Straftritt verwandelte, nachdem er selber durch eine späte Attacke des Gegenübers zu Boden musste. Eine knappe Viertelstunde später erhöhte Sexton auf 6: 0, nachdem das Spiel durch einen störenden Tackler behindert wurde. Frankreich tat sich schwer, aus der eigenen Hälfte zu kommen. Immerhin gelang in der 32. Minute der Anschlusstreffer durch #10 Jules Plisson, als die Iren irregulär an dem Kontaktpunkt gingen. Er versuchte sich drei Minuten später noch an einem Drop Goal, was aber ziemlich misslang; genau wie ein Straftritt mit auslaufender Halbzeit. Mehr bot das Heimteam nicht und so ging es mit 9: 3 für die Iren in die Pause, das Sexton sechzig Sekunden vor Plissons verfehltem Straftritt zeigte, wie es richtig geht. Die Wetterbedingungen wurden in der zweiten Hälfte nicht besser, dafür bekamen die Franzosen aber mehr Spielanteile. Fünfzehn Minuten vor dem Ende konnte ein potentieller Versuch ihrerseits aber auch durch Videobeweis nicht gegeben werden. In der 70. Minute aber entkam dann #15 Maxime Medard seinem Gegner und gelangte in das Malfeld, nachdem er den Ball von dem Gedränge kurz vor der Mallinie der Iren zugepasst bekam. Plisson erhöhte zum 10: 9. Irland mühte sich, diesen Ein-Punkt-Rückstand zu tilgen, aber bekam nicht mehr die Gelegenheit dazu. Mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen wird die Titelverteidigung nun sehr schwer für Irland...





Wales - Schottland 27:23

Auch in Wales war das Wetter nicht berauschend und deshalb war das Dach des Millenium Stadium geschlossen. Trotzdem war die Begegnung zwischen Wales und Schottland ziemlich taktisch geprägt. Beide Mannschaften suchten im Kick-Spiel und dem territorialen Gewinn ihr Glück. Das Heimteam fand dieses auch als erstes, als #10 Dan Biggar in der 7. Minute aus der eigenen Hälfte über die erste Abwehrreihe kickte, der Ball von einem schottischen Spieler aus der Luft direkt in die Arme von #9 Gareth Davies gepitcht wurde und dieser ungehindert in das Malfeld sprinten konnte. Biggar erhöhte und Wales führte 7: 0. Schottland antwortete schnell und attackierte über einige Phasen die gegnerische Malzone, bis #10 Finn Russell aus der Mitte des Feldes den Ball hoch nach rechts Außen kickte, wo #14 Tommy Seymour diesen aus der Luft fischte und zum Versuch ablegte. Die schwere Erhöhung verwandelte #9 Greig Laidlaw wie selbstverständlich zum Ausgleich. Es folgte bis zur 31. Minuten ein kraftaufwendiges Hin und Her, dann wurde das Heimteam wegen Halten des Ballträgers bestraft und Laidlaw holte die 10: 7 - Führung. Nur vier Minuten später egalisierte Biggar dies wieder, als Schottland sich irregulär am Kontaktpunkt verhielt. Allerdings holte Laidlaw die Führung in den letzten Sekunden vor der Halbzeit wieder zurück, als sich der englische Tackler nicht vom Spielgeschehen entfernte. Mit 13:10 gingen die Gäste in die Pause. Es blieb auch in der zweiten Hälfte spannend, als Biggar in der 47. Minute wegen Abseits der Gegner den Ausgleich erzielte. Nach einem Vergehen im Gedränge in der 55. Minute konnte Laidlaw die Führung zurück holen. Wales konterte zehn Minuten später, als sie über einige Phasen das gegnerische Malfeld attackierte, aber erst nachdem Davies einen kurzen Pass auf den heranstürmenden #12 Jamie Roberts warf, powerte sich dieser über die Mallinie. Biggar verwandelte die leichte Erhöhung und Wales führte 20:16. Es waren noch knappe 15 Minuten auf der Uhr, also hatte Schottland noch nichts verloren. Dies relativierte sich allerdings sechs Minuten später nach einem Gedränge in der schottischen Spielhälfte, als Davies einen langen Pass in die Feldmitte pitchte und der Ball dann auf #14 George North übergeben wurde, der mit seiner Geschwindigkeit alle Schotten augenscheinlich stehen ließ und erst im Malfeld die Geschwindigkeit wieder herausnahm. Biggar hatte es bei der Erhöhung nicht schwer und Wales holte sich mit dem 27:16 eine Führung, die ausreichen sollte. Schottland wollte sich aber nicht geschlagen geben und nach schnellen Pässen fand #12 Duncan Taylor in der 79. Minute eine Schneise und kam sprintend bis in das Malfeld. Auch wenn Laidlaw die Erhöhung verwertete, die Spielzeit war auf wenige Sekunden reduziert und Schottland musste sich letztlich mit 23:27 geschlagen geben. Wie schon im letzten Jahr - und mit nahezu identischen Ergebnissen - startete Schottland mit zwei Niederlagen und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, etwas auf der Stelle zu treten, anstatt ihr Potential vollends auszuschöpfen... 




Italien - England  9:40

Italien hoffte, sich im heimischen Stadion gegen England behaupten zu können; verloren die Südeuropäer in der Vorwoche nur unglücklich gegen die Franzosen, während England nur soeben gegen die Schotten gewinnen konnte. Sie starteten auch entsprechend motiviert in die Partie und waren im Angriff gefährlich. Durch #10 Carlo Canna wurden in der 9. Minute auch die ersten Punkte erzielt, nachdem die Engländer sich am Kontaktpunkt regelwidrig zeigten. #12 Owen Farrell egalisierte dies nur drei Minuten später nach einem Regelverstoß der Italiener im Gedränge. Als Farrell zeitweise wegen einer Kontrolle zur Gehirnerschütterung vom Feld musste, übernahm #10 George Ford das Kicken und holte mit einem Straftritt in der 17. Minute die 6: 3 Führung. Wissentlich einer kommenden Strafe wagte Canna eine Minute später ein Drop Goal, was allerdings misslang. Umso einfacher war dann der Schuss aus der Ballablage. Kurz darauf hätte #12 Gonzalo Garcia die Führung erzielen können, als er einen langen Straftritt verwandeln sollte, die Distanz auch passte, der Ball allerdings neben das Tor ging. In der 25. Minute hatte England eben eine solche Strafe in petto, doch sie wollten alles und passten nach links außen, wo Ford schließlich eine Lücke sah und den Versuch legte. Farrell war rechtzeitig zur Erhöhung wieder am Feld, doch verzog den Kick und es blieb beim 11: 6. Der Spielstand änderte sich noch einmal vor der Pause, als Canna in der 36. Minute nach hohem Tackling den dritten Straftritt zum 9:11 versenkte. In der zweiten Hälfte spielten die Italiener noch gute zehn Minuten mit, doch die Engländer erhöhten den Druck. Schließlich war ein abgefangener Ball von #14 Leonardo Sarto in der 53. Minute der Anfang vom Ende. #13 Jonathan Joseph sprintete mit dem Ball von der gegnerischen 22 bis ins Malfeld und Farrell erhöhte zum 18: 9. Nach einem starken Gedränge tief im gegnerischen Feld war es in der 58. Minute erneut Joseph, der einen Versuch legte, als Ford den Ball vom Gedränge aufnahm und anstatt zu passen das Spielgerät sachte in Richtung Malfeld kickte. Dieser tippte ein paar mal auf und landete in den Händen von Joseph, der nur noch ablegen brauchte. Nach Farrells Erhöhung zum 25: 9 war das Spiel entschieden. Englands starkes Gedränge sorgte in der 63. Minute für die nächste Strafe gegen das Heimteam und Farrell schraubte den Spielstand auf 28: 9. Trotz aller Bemühungen weiter zu Kämpfen kam es für Italien noch schlimmer; in der eigenen Hälfte verloren sie neun Minuten vor Spielende den Ball und nach einigen schnellen Pässen tankte sich Joseph links außen zum Hat-trick in das Malfeld. Die Erhöhung ging daneben, aber das 33: 9 war nun schon erschreckend hoch. Und England konnte in der 75. Minute durch schnelle Pässe nochmals in die Malzone gelangen - Farrell legte diesen letzten Versuch und erhöhte diesen auch selber zum Endstand von 40: 9. England bringt sich damit in eine vorzügliche Ausgangsposition für den Turniersieg, womit nach dem World Cup Desaster niemand gerechnet hätte...


Tabelle: 

1. England    (+37) 4
2. Frankreich (+ 3) 4
3. Wales      (+ 4) 3
4. Irland     (- 1) 1
5. Schottland (-10) 0
6. Italien    (-33) 0

Der Versuch von Duncan Taylor kam für Schottland zu spät...
(photo:planetrugby.com)