Montag, 19. September 2016

Graues Land - Michael Dissieux

Rezension zu 'Graues Land' von Michael Dissieux



Erscheinungsjahr: 2011
Format: eBook
Seitenanzahl: ca. 264 Seiten; 1936 kb
Verlag: Luzifer Verlag
ISBN: 978-3-943408-02-7
Preis: 2,99 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Als die Vorräte zur Neige gehen, muss der siebzigjährige Harvey Jennings zwingend wieder das Haus verlassen und sich der Welt stellen. Denn diese ist nicht mehr so, wie jene, in der Harv bis dato lebte. Seit zehn Tagen nun hat sich ein Grau über das Land gelegt und da Funk wie Fernsehen seitdem tot sind, befürchtet der alte Mann das Schlimmste für die gesamte Welt. Denn in den letzten Nachrichten, die der alte Mann noch empfangen hatte, war von terroristischen Anschlägen mit biologischen und chemischen Kampfmitteln die Rede. Da er aber seine schwer erkrankte Frau Sarah weiter pflegen will, benötigt er einen Nachschub an Versorgungsmaterial. So macht er sich mit aller Vorsicht auf den Weg in dieses unbekanntes Grau der scheinbar verlassenen Welt und macht sehr unangenehme wie beängstigende Entdeckungen, die nichts Gutes verheißen. Freunde werden zu ablehnenden Menschen und gefährliche Kreaturen schleichen umher...

KOMMENTAR:
In dem Roman 'Graues Land' entführt uns der deutschsprachige Autor Michael Dissieux in seine Version der Endzeit unserer Welt. Und diese ist alles andere als freundlich. Durch die trostlosen Gedankengänge und Empfindungen seiner Protagonisten wird der Leser in das graue, recht menschenleere Etwas, was sich einst Erde nannte, eingeführt. Dadurch ist die Handlung besonders in den ersten zwei Dritteln des Romans etwas in den Hintergrund gerückt worden; diese zeichnen sich aber durch die dichte Atmosphäre aus und steht meiner Meinung nach dabei den post-apokalyptischen Klassikern wie 'The Stand - Das letzte Gefecht' von Stephen King oder 'Ich bin Legende' von Richard Matheson gar nicht so sehr nach. Aufgrund der Tatsache, dass 'Graues Land' als Trilogie erschienen ist, wirkt sich dies aber im ersten Teil für sich gesehen ein klein wenig statisch aus. Trotzdem fesseln die Seiten beim Lesen; kein Wunder, der Schreibstil ist gleichermaßen flüssig wie tiefgehend und die Charaktere sehr authentisch, sodass der Leser diese schnell in seinen geistigen Freundeskreis aufnimmt. Nach einem dramatischen Schlussdrittel bleiben allerdings einige offene Fragen über; aber wie erwähnt gibt es noch zwei weitere Romane aus dem 'Grauen Land'. Ein überaus guter Auftakt von Dissieux' Debüt im Buchbereich - gerne weiter so...
8,4 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- erster Teil der 'Graues Land'-Trilogie
- Autorenporträt