Donnerstag, 8. Juni 2017

Gefährliche See vor Kap Hoorn - Patrick O'Brian

Rezension zu 'Gefährliche See vor Kap Hoorn' von Patrick O'Brian



Erscheinungsjahr: 2004 (Original: 1993)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 415
Verlag: Ullstein
ISBN-13: 978-3-548-25774-7
Preis: 8,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Kaum hat Kapitän Jack Aubrey gemeinsam mit seinem Freund Stephen Maturin den Auftrag auf der Insel Moahu erledigt, hatzen sie weiter in Richtung Südamerika, um dort die Länder Peru und Chile auf die britische Seite und weg von Spanien zu bringen. Da kommt ihnen aber die amerikanische Fregatte 'Franklin' in die Quere, welche von Moahu geflüchtet war. Diesmal entkommt der Gegner Aubrey und seiner Crew nicht. Allerdings wird bei dem Gefecht und dem Ausbruch eines Vulkans dessen Kapitän getötet und ein gewisser Jean Dutroud stellt sich als Besitzer der Fregatte vor. Jedoch ist von diesem in keinerlei Papieren etwas vermerkt. Maturin glaubt diesen Franzosen zu kennen und fürchtet durch ihn seine Mission in Südamerika gefährdet; ist Dutroud doch sehr wortgewandt und bindet so schnell ein Gefolge um sich. Da taucht mit der 'Alastor' der nächste Freibeuter auf und Aubrey riecht die nächste Prise. Allerdings ahnt der Kapitän nicht, dass auch er verwundbar ist und erlebt in dem Gefecht eine böse Überraschung!

KOMMENTAR:
Der sechzehnte Band der Serie um Jack Aubrey und Dr. Maturin beginnt überraschend furios mit einer Verfolgungsjagd. Das fesselt natürlich jeden maritim-begeisterten Leser direkt. Auch auf den folgenden Seiten, schafft es der Autor Patrick O'Brian mit seinen weiteren Erzählungen von den Freunden Aubrey und Maturin zu begeistern. Das Buch wandelt sich mit Maturins Ankunft in Südamerika viele Seiten lang einem Abenteuer-Roman innerhalb der Anden. Wem solche Geschichten gefallen, der ist hier ziemlich gut aufgehoben und kann sich einiges über die Ureinwohner des Landes belesen. Reine Freunde der Schifffahrt des 19. Jahrhunderts kann dieses Szenario etwas zäh vorkommen. Kenner der Serie wissen jedoch, dass O'Brian gerade in den Vorgänger-Romanen seine Geschichten ähnlich aufsplittete und der Serie somit eine weitere besondere Note verliehen hatte. Maritime Spannung kommt allerdings in den letzten Abschnitten nochmals auf, als Aubrey auf seiner geliebten 'Surprise' auf die nächste Prisen-Jagd geht, die ihm jedoch fast zum Verhängnis wird. Auch ein Held muss mal einstecken können. 'Gefährliche See um Kap Hoorn' ist somit ein mittelmäßiger Roman mit Stärken und Schwächen. Für die Fans von O'Brians Serie ein Muss, ansonsten doch eher ein maritimer Abenteuer-Roman für Leseratten mit großer Neugierde...
7,2 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- sechzehntes Buch um Jack Aubrey und Stephen Maturin
- Erklärung der seemännischen Fachausdrücke  (u.a. anhand einer Zeichnung der HMS Victory)
- es wird bekannt, dass Clarissa Oakes mittlerweile in England Witwe geworden ist
- Philip Aubrey, der junge Halbbruder von Jack ist mittlerweile Leutnant unter Jacks Freund Heneage Dundas
- Sam Panda, der uneheliche Sohn von Aubrey, ist mittlerweile ein junger Priester